News und Events aus der Region
Im explorhino Science Center findet in dieser Woche wieder das Forschercamp unter dem Motto „tüfteln, testen, selber machen“ statt. 19 Kinder im Alter zwischen neun und dreizehn werkeln, experimentieren und forschen eine Woche lang gemeinsam. Neben dem Bau eines Berg Moov-Fahrzeuges, dem Drehen eines Erklärvideos, Experimenten mit Strom und Solarzellen und dem Basteln einer Geräusche-Maschine steht in der Woche auch noch ein Geocaching in der Aalener Innenstadt an.

Carl ist zum Forschercamp von explorhino extra aus Rügen angereist. Er war auch schon im letzten Jahr hier und hat es sich nicht nehmen lassen, wieder teilzunehmen. Er und sein Forschungspartner Luca zeigen ein Video, das sie am ersten Tag selbst gedreht haben. Es geht um ihr Lieblingsexponat aus dem explorhino Science Center: den Reaktionstester. „Es macht Spaß, weil man seine Reaktionszeit mit der von Freunden vergleichen kann“, erklärt Luca im Film, während Carl die Kamera führt.

Philipp zeigt unterdessen die Errungenschaft des heutigen Morgens: ein Solartierchen, hergestellt aus Pfeifenputzern, Zahnbürstenkopf und solarbetriebenem Vibrationsmotor. „Es bewegt sich, wenn Sonne auf die Solarzelle fällt“, weiß der kleine Tüftler. Niklas hat eine Werkbank weiter seine Geräusche-Maschine fertiggebaut. „So ein Stromkreis ist einfach“, freut er sich und erklärt, wie er diesen für die Geräusche-Maschine gebaut hat. Jetzt bewegt ein kleiner Antrieb einen Strohhalm in einem Becher, der dann lautstark Perlen umrührt. Draußen im Hof liefern sich einige Nachwuchsforscher mit den dreiradähnlichen Gefährten, die sie aus sogenannten Berg Moov-Bausätzen gebaut haben, trotz der Sommerhitze ein Wettrennen. Ob die Hitze denn schlimm sei beim Forschercamp beantworten die Jungs einstimmig: „Nö!“

Katja Albrecht von explorhino freut sich, dass das Camp wieder so gut besucht ist und bei den teilnehmenden Kindern so toll ankommt. Das in diesem Jahr eröffnete explorhino Science Center mache das Camp noch besser. „Wenn die schnelleren Kinder mit den Experimenten fertig sind, können sie direkt in die Ausstellung gehen und dort weiterforschen“, erzählt sie fröhlich und ergänzt: „Der Videodreh zu den Exponaten kam gestern so gut an, dass ein paar Kinder gleich noch mehr Videos in der Ausstellung machen wollten.“

Publiziert in Aalen
„Praxisorientierte, gut strukturierte Workshops von professionellen, motivierten und sympathischen Dozenten“ lautete die positive Bilanz der Teilnehmer am Ende der Summer School für Gründungsinteressierte an der Hochschule Aalen. Organisiert wurde die erste und kostenlose Veranstaltung dieser Art für Studierende und externe Teilnehmer von stAArt-UP!de, der Gründungsinitiative der Hochschule Aalen. Highlight des dreitägigen Formats war zweifelsohne der Besuch der Wissenschaftsministerin Theresia Bauer am Finale der Summer School.

„Dieses Seminar war so gut, dass es eine Pflichtveranstaltung an der Hochschule werden sollte“, lobte eine Teilnehmerin am Ende der dreitägigen Summer School von stAArt-UP!de. Rund 20 Studierende und externe Gründungsinteressierte lernten im Innovationszentrum Aalen (INNO-Z) zunächst den Weg von einer einfachen Idee zu einem validierten Geschäftsmodell kennen. Die stAArt-UP!de-Dozenten Christian Kling und Nicole Gentner vermittelten ihnen die Techniken des „Design Thinking“, erläuterten, was man unter Vorgehensmodell „Lean Canvas“ versteht und zeigten ihnen verschiedene Start-up-Methoden und Techniken zur Validierung der Geschäftsidee.

Dann waren die externen Experten an der Reihe: Alexander Paluch, Existenzgründungsberater der IHK Ostwürttemberg, zeigte in seinem Vortrag „Das 1x1 des Gründens“ die Formalitäten einer Gründung auf und klärte sowohl über Versicherungen für Gründer als auch über steuerliche und rechtliche Fragen auf. Frank Motte, Vertretungsprofessor für Betriebswirtschaftslehre für kleine und mittlere Unternehmen, erläuterte die Grundlagen der Gründungsfinanzierung, bevor Andreas Rupp von der Kreissparkasse Ostalb zeigte, worauf es beim Erstellen eines Businessplans ankommt. Prof. Dr. René Niethammer informierte umfassend über das Schutz- und Patentrecht und Helmut Jahnke, Leiter des Patent- und Markenzentrums Baden-Württemberg, gab nützliche Tipps und Hilfestellungen bei der eigenen Patentrecherche. Gründer und Motivationscoach Marcus Klein zeigte anhand ganz praktischer Beispiele auf, wie man andere von sich und seiner Idee überzeugen kann und wie man dank einer pfiffigen Präsentation ein Netzwerk aufbauen und bei einem Pitch Kapitalgeber ins Boot holen kann.

Als Highlight zum guten Schluss schaute noch Wissenschaftsministerin Theresia Bauer zu einem lockeren After-Work-Event im Innovationszentrum Aalen vorbei. Gemeinsam mit Rektor Prof. Dr. Gerhard Schneider sowie einer Delegation aus Wirtschafts- und Politikvertretern besuchte sie die Start-ups Cell Garden, Geschmacksentfaltung und Active Dumping Case und vertiefte sich in angeregte Gespräche mit den Gründern und den Teilnehmern der Summer School. StAArt-UP!de-Projektleiter Christian Kling zeigte sich am Ende mehr als zufrieden mit der Resonanz der Veranstaltung und kann sich „durchaus vorstellen, im kommenden Jahr wieder ein ähnliches Format anzubieten“.

Info:

An der Hochschule Aalen erwerben Studierende mehr als das Fachwissen ihrer jeweiligen Fakultät. Fächerübergreifend vermittelt die Gründungsinitiative stAArt-UP!de Methoden für kreatives und unternehmerisches Denken und Handeln. Es wird vom Wissenschaftsministerium gefördert. Die stAArt-UP!de- Mitarbeiter stehen interessierten Studierenden mit Wissen und Know-how zur Seite. Sie arbeiten eng mit dem Innovationszentrum Aalen zusammen und sind der Ansprechpartner für alle studentischen Ideen und Fragen rund um Innovation und Gründung.

Publiziert in Wirtschaft
Unter dem Motto „Neuland gestalten“ trafen sich die Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Theresia Bauer und die erfolgreichsten Forscherinnen und Forscher der Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW) Baden-Württembergs zu einer Leistungsschau in Stuttgart.

Seit etwa fünf Jahren organisieren die HAW in Baden-Württemberg ihre erfolgreichsten Forscherinnen und Forscher in einer landesweit kooperierenden Struktur, um aus der engen Zusammenarbeit zusätzliche Vorteile für die Forschenden, für über 200 junge Doktorandinnen und Doktoranden, für die Forschungspartner aus der Wirtschaft und für das Land zu generieren. Dieses Baden-Württemberg Center of Applied Research (BW-CAR) bündelt die landesweite Spitzenforschung an HAW in Baden-Württemberg auch mit dem Ziel, die Rahmenbedingungen für die HAW-Forschung weiterzuentwickeln, zu gestalten und zu verbessern. So ist BW-CAR kreatives Forschungsumfeld und Schmiede für neue, gemeinsame Forschungsideen, qualitätsgesicherte Plattform für Betreuung und Qualifizierung der an HAW betreuten Promovierenden mit eigenen, promotionsbegleitenden Qualifizierungsangeboten und hat Leuchtturmfunktion für die HAW-Forschung weit über Baden-Württemberg hinaus. Die Idee, ihre Umsetzung sowie die im BW-CAR etablierten und anerkannten Mechanismen der Qualitätssicherung sind beispielgebend und werden inzwischen von anderen Bundesländern übernommen.


Wissenschaftsministerin Theresia Bauer war am Mittwoch Gast des BW CAR-Forschungstags in Stuttgart, einer Leistungsschau und Austauschplattform für über 200 äußerst erfolgreiche Forscherinnen und Forscher der HAW in Baden-Württemberg: „Sie zeigte sich beeindruckt von der Fülle relevanter Themen, die sich in BW-CAR bündeln und die Schlüsselfragen der Zukunft abbilden und stellte in der Podiumsdiskussion der Veranstaltung fest: „Wir brauchen Sie, Ihre Ideen und Ihre Praxiserfahrung!“ Die Dynamik und Agilität des Netzwerkes sei enorm und schaffe gleichzeitig qualitätssichernde Strukturen für Promovierende mit dem Forschungsumfeld in BW-CAR.


Beeindruckt zeigten sich die Ministerin und die ebenfalls anwesenden Landtagabgeordneten Sabine Kurtz (CDU, Vizepräsidentin des Landtags), Alexander Salomon (Grüne), Stefanie Seemann (Grüne) und Ramazan Selcuk (SPD) auch von der hohen Relevanz der vorgestellten sieben Forschungsschwerpunkte des BW CAR für die Innovationsfähigkeit vieler Unternehmen im Land. Die HAW übernehmen in dieser Zusammenarbeit wichtige wissenschaftliche Aufgaben, sie beteiligen sich an Erprobungs- und Entwicklungsschritten und der Markteinführung neuer Lösungen. Die thematischen Schwerpunkte der HAW-Forschung sind dabei breit gefächert. So decken die derzeitigen BW CAR-Themenfelder die gesellschafts- und wirtschaftspolitisch wichtigen Herausforderungen der Digitalisierung, der Energieversorgung, der Mobilität, der Materialentwicklung und Produktionstechnik sowie des Gesundheitssektors ab. Die Leistungen der hinsichtlich der eingeworbenen Forschungsgelder erfolgreichsten HAW-Professorinnen und –professoren sind dabei die jetzt noch deutlicher sichtbare Spitze der insgesamt wichtigen Forschungsleistungen aller rund 3.000 Kolleginnen und Kollegen an den HAW im Land, die in zahlreichen Projekt- und Forschungsformaten im täglichen Kontakt mit ihren Praxispartnern stehen und ihre neuen Erkenntnisse und Lösungsansätze bis zur Umsetzung in Fertigungsprozesse und Markteinführungen einfließen lassen.


Professor Gerhard Schneider, Rektor der Hochschule Aalen und Vorstandsmitglied in der Rektorenkonferenz betonte: „Wir haben mit der Etablierung von BW-CAR neue Unterstützungsstrukturen für die HAW-Forschung geschaffen. Die HAW schreiten bei diesem Thema gemeinsam voran und erhoffen sich die Unterstützung durch Politik und Ministerium. Es geht um die Weiterentwicklung der Strukturen der für unsere Zukunftssicherung wichtigen anwendungsorientierten Forschung.“ BW-CAR und die damit verknüpften Leistungskriterien sollen in Zukunft dazu dienen, eine gezieltere Förderung der Forschung an HAW zu ermöglichen. Ein zentraler Punkt wird dabei ein offener Zugang zum Promotionsrecht für forschungsstarke HAW-Professorinnen und -Professoren spielen, auf Basis des etablierten Qualitätssystems, das die HAW in den letzten Jahren entwickelt haben.

Hintergrundinformationen

Die Forschung an Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW) in Baden-Württemberg hat in den letzten zwölf Jahren ein Wachstum von 500% erlebt. Heute gibt es starke und renommierte Forschungsgruppen in allen Kompetenzbereichen der HAW. Es ist nun erforderlich, die Strukturen der Forschungslandschaft dieser Forschungsleistung entsprechend anzupassen.

Forschung im engen Kontakt zu Akteuren in Wirtschaft und Gesellschaft, wissenschaftliches Neuland betreten, Forschungsergebnisse regional, national und international anwendbar machen und damit wichtige Beiträge zur Gestaltung der Wissenschaftslandschaft zu leisten. Diese wesentlichen Merkmale der angewandten Forschung an HAW erklären den hohen gesellschaftlichen Wert und deren wirtschaftliche Relevanz. Die Wertschöpfungskette der HAW-Forschung benötigt dazu nicht nur den Forschergeist engagierter Professorinnen und Professoren und ihrer Promovierenden, sondern auch Strukturen der Forschungsförderung, die starke Forschungsbereiche weiter fördern:

Wir sind an einem Wendepunkt angekommen, der über die Weiterentwicklung der HAW-Forschung entscheidet.

HAW haben kein Promotionsrecht, sind aber für die Forschung auf wissenschaftlichen Nachwuchs angewiesen. HAW haben keine Grundfinanzierung für Forschung, etablierte Forschungsgruppen benötigen aber verlässliche Personal-, Zeit- und Raumressourcen. Hochqualifizierte HAW Forschende unterstützen unsere Mittelständler in der Region und müssen für junge Nachwuchskräfte attraktive Ansprechpartner bleiben. HAW bewegen sich in Forschung und Lehre auf internationalem Parkett, stoßen aber national immer wieder an rein formale Anerkennungsgrenzen.

Die HAW erfüllen ihren Forschungsauftrag mit Erfolg. Ihn zu sichern erfordert eine zukunftsfähige Strategie, die das Engagement der Forscherinnen und Forscher unterstützt. Die HAW leisten wichtige Beiträge dazu und haben in den letzten Jahren sorgfältig an einer transparenten und qualitätsgesicherten Weiterentwicklung gearbeitet:

Mit BW-CAR Neuland gestalten – ein mutiges Konzept macht Schule.

Unsere Vision für die Zukunft ist, dass unsere Professorinnen und Professoren in den Bereichen gefördert werden, in denen ihre größten Stärken liegen: von exzellenter Lehre bis ausgezeichneter Forschung. Sie brauchen dazu unterschiedliche Rahmenbedingungen und Förderung. Die Anerkennung ihrer Leistung macht den Weg dafür frei, unseren forschungsstarken Kolleginnen und Kollegen mit nachgewiesenen Forschungsleistungen angemessene Ressourcen und Unterstützung zu gewähren. BW-CAR spielt dabei eine Vorreiter- und Schlüsselrolle, die von anderen Bundesländern bereits aufgegriffen wurde.

Publiziert in Wirtschaft
Das LaserApplikationsZentrum (LAZ) der Hochschule Aalen hat zwei hochflexible Sechs-Achs-Roboter von KUKA und einen 3D-Scanner der Firma Trumpf zur dreidimensionalen Laserbearbeitung von Bauteilen mit einem Gesamtwert von fast 400.000 Euro erhalten. Mit dieser modernen Anlage forschen die wissenschaftlichen Mitarbeiter des LAZ an berührungslosen Füge- und Oberflächenbearbeitungstechnologien auf komplexen 3D-Oberflächen.

Die beiden Roboter befinden sich in einer über 20 Quadratmeter großen Laserschutzelle mit modernster Sicherheitstechnik. Auf einem der Roboter ist ein 3D-Scanner der Firma Trumpf zur präzisen, schnellen und dreidimensionalen Bearbeitung von Bauteilen montiert. Der Scanner führt den Laserstrahl mittels beweglicher Spiegel hochdynamisch über das Werkstück. Eine Besonderheit ist dabei ein in den 3D-Scanner integriertes Pyrometer – ein Strahlungsthermometer, mit dem berührungslos die Temperatur im Laserspot gemessen und mit dem die Laserleistung mehrere zehntausend Mal pro Sekunde direkt geregelt werden kann. Dadurch lässt sich auf der Werkstückoberfläche die benötigte Temperatur für Füge- und Härteapplikationen exakt erreichen.

„Damit können wir speziell das innovative Laserstrahlkapillarspaltlöten voranbringen, bei dem der Laser als Wärmequelle genutzt wird“, sagt Markus Hofele, Doktorand am LaserApplikationsZentrum, „so kann die Energie hoch effizient und gezielt in die Bereiche des Werkstücks eingebracht werden, in denen sie benötigt wird“. Die Position des Roboters und des 3D-Scanners können miteinander verrechnet werden, sodass beide gleichzeitig bewegt werden und eine effiziente 9-Achs-Simultanbearbeitung komplexester Bauteilkonturen mit Freiformflächen möglich ist. Die aufwendige Steuerung der Roboter- und Scannerbewegungen wird bequem an einem Büroarbeitsplatz mittels CAD/CAM programmiert. Über eine direkte IT-Anbindung wird der Programmcode auf die Laserzelle übertragen.

Durch Wechseln der Bearbeitungsköpfe können die beiden Roboter auch für weitere Laserfertigungsverfahren eingesetzt werden. Beispielsweise wird im interdisziplinären und strategischen FH-Impulsprojekt „Smarte Materialien und intelligente Produktionstechnologien für energieeffiziente Produkte der Zukunft“ (SmartPro) untersucht, in wie weit die Klebfestigkeit im Leichtbau durch eine Laservorbehandlung der zu fügenden Materialien gesteigert werden kann.

Die Roboterzelle wurde innerhalb des Forschungsprojekts FlexLight4.0 („Flexibles Licht als Enabler von hochfunktionalisierten, adaptiven optischen Elementen und Sensoren für Realtime Messungen bei I4.0 Applikationen“) beschafft und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. In diesem Forschungsvorhaben wird eine komplette digitale Fertigungskette zur Herstellung von Bauteilen aus Metallen und Keramik aufgebaut werden, die auf Licht als Werkzeug mit flexiblen und anpassungsfähigen Eigenschaften basiert.

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Hochschule Aalen: Ministerin Bauer lobt neue und erfolgreiche Anrechnungsdatenbank für Baden-Württemberg als „bundesweites Modell für mehr Durchlässigkeit im Bildungswesen“ / Zusage für weiteren Ausbau

Berufstätige, die studieren wollen, können im Job und in der Weiterbildung erworbene relevante Kompetenzen auf ein Studium in Baden-Württemberg anrechnen lassen. Damit dies künftig noch transparenter geschehen kann, soll die bundesweit einzigartige Anrechnungsdatenbank „andaba“ der Hochschule Aalen ausgebaut werden. Das teilten gestern die Auftraggeber und Finanzierungspartner – neben dem Wissenschaftsministerium sind das der Arbeitgeberverband Südwestmetall, die Industrie- und Handelskammer und künftig auch die Hochschulen für Angewandte Wissenschaften Baden-Württemberg (HAW BW e.V.) – anlässlich des Besuches von Ministerin Theresia Bauer an der Hochschule Aalen mit.

„Kompetenzen aus dem Beruf können auch für ein Studium wertvoll sein und angerechnet werden. Sie können damit – wie in einem Bonuspunkte-Programm – dazu beitragen, die Studienzeit zu verkürzen“, erklärte Wissenschaftsministerin Theresia Bauer bei ihrem Besuch an der Hochschule Aalen. Die Anrechnungsdatenbank sei ein exzellentes Modell, das Transparenz für Anrechnungsentscheidungen schaffe und zur Durchlässigkeit im Bildungswesen beitrage. „Die Hochschulen für Angewandte Wissenschaften im Land haben mit dieser Datenbank die Möglichkeit, das Thema Anrechnung effizient und qualitätsgesichert weiterzuentwickeln“, sagte Rektor Prof. Dr. Gerhard Schneider. „Bundesweit und auch außerhalb Deutschlands bekommen wir große Aufmerksamkeit mit der Datenbank – für uns ein Zeichen, dass wir ein gutes Tool entwickelt haben“, freute sich Projektleiter Prof. Dr. Ulrich Schmitt.

In der Datenbank werden Entscheidungen über Anrechnungen von beruflich erworbenen Kompetenzen und Weiterbildungszertifikaten qualitätsgesichert dokumentiert. Aktuell sind über 1.500 Entscheidungen aus verschiedenen Hochschulen und Studiengängen in der Datenbank eingetragen. Das Projekt des Landes sorgt bundesweit für Interesse und ist auch als Best-Practice-Beispiel beim Projekt „nexus“ der Hochschulrektorenkonferenz aufgeführt. Die Datenbank bietet erstmals die Möglichkeit, Entscheidungen zentral abrufbar zu haben. Damit wird der Aufwand bei wiederholt auftretenden Anrechnungsanträgen reduziert. Zudem unterstützt die Datenbank den Anrechnungsprozess selbst durch ein vereinfachtes Verfahren. So gelangen Anträge auf Anrechnung – beispielsweise im Fach Mechatronik an der Hochschule Aalen – zentral bei der Leitung des Zulassungs- und Anerkennungsamts an. Nach Prüfung der formalen und inhaltlichen Kriterien kann der Anrechnungsbescheid in einem vereinfachten Verfahren erfolgen. Das schlankere und transparente Verfahren nutzt Hochschulen wie Studierenden.

Studierende und Studienbewerber profitieren von der Datenbank, weil sie mit ihrer Unterstützung besser und treffsicherer beraten werden und die Anrechnungsfälle schneller entschieden werden können. Sie können sich zudem über die öffentliche Website zum Thema Anrechnung informieren. Auf ihr werden Anrechnungsentscheidungen von pauschalen Anrechnungsmodellen veröffentlicht, um die Transparenz für den Übergang zwischen beruflicher und akademischer Bildung zu erhöhen. Die Datenbank unterstützt zudem die Studienberatung an der Hochschule. Gefördert wurde und wird das Projekt vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, dem Arbeitgeberverband Südwestmetall und dem Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertag mit insgesamt 300.000 Euro. Vor kurzem wurde die Verlängerung der Anschubfinanzierung des Projekts um ein Jahr beschlossen, finanziert durch die bisherigen Finanzpartner sowie durch die HAW BW e.V. und die Hochschule Aalen.

Zum Abschluss ihres Besuches an der Hochschule Aalen besichtigte Wissenschaftsministerin Theresia Bauer auch das Innovationszentrum (INNO-Z) auf dem Burren. Das StAARt-UP!de-Team der Hochschule bot erstmals in den Räumen des INNO-Z eine Summer School für Studierende und externe Gründungsinteressierte an. In den vergangenen zwei Tagen vermittelten Referenten der Gründungsinitiative zusammen mit Experten aus der Region das notwendige Know-how für eine Gründung und boten Unterstützung bei der Ausarbeitung von Geschäftskonzepts. Die Ministerin informierte sich über die stAArt-UP!de-Initiative und die Gründungsförderung an der Hochschule Aalen und war sichtlich beeindruckt von den vielen tollen Ideen, die die Start-ups zum Leben erwecken. In Gesprächen mit Gründerinnen und Gründern sowie gründungsinteressierten Studierenden ermutigte Theresia Bauer diese, zu experimentieren und eigene Wege zu gehen.

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Rund 80 Teilnehmende waren der Einladung zum diesjährigen Treffen der SmartPro-Partnerschaft an die Hochschule Aalen gefolgt. In diesem Kooperationsnetzwerk forscht die Hochschule Aalen gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft, um smarte Materialien und intelligente Technologien zu erarbeiten. Vier zentrale Anwendungsfelder werden erschlossen: Energiewandler und Magnetmaterialien, Batterietechnologien, hybrider Leichtbau und Additive Fertigung für Industrie 4.0. Neben der Wirtschaftlichkeit stehen bei SmartPro insbesondere Energie- und Materialeffizienz im Mittelpunkt – Herausforderungen von hoher gesellschaftlicher Relevanz.

Die SmartPro-Partnerschaft zielt auf die nachhaltige Stärkung des Kooperationsnetzwerks und der anwendungsorientierten Forschung in der Region ab. Im Fokus des Partnerschaftstreffens standen neben der gemeinsamen Arbeit an den vier langfristig angelegten Forschungsprojekten von SmartPro insbesondere der interdisziplinäre Austausch und Ideen für neue Projekte.

Rektor Prof. Dr. Gerhard Schneider freute sich, dass er neben den seit Projektbeginn beteiligten SmartPro-Partnern auch zahlreiche neue Industriepartner begrüßen konnte. Schneider betonte das wesentliche Ziel der SmartPro Partnerschaft, entscheidende Impulse zu generieren und in die Region hineinzutragen, aber umgekehrt auch beständig wertvolle Impulse aus den Unternehmen zu erhalten. Daher ist die Auswahl der Forschungsprojekte in SmartPro auf den Bedarf und zukunftsweisende Fragestellungen der regionalen Unternehmen ausgerichtet, insbesondere auch auf die Herausforderungen für den Mittelstand.

Um Innovationsimpulse zu einem hochaktuellen Fertigungsverfahren für das regionale produzierende Gewerbe zu geben, wurde 3D-Druck als Themenschwerpunkt für die Vorträge gewählt. So gaben der Industriepartner TRUMPF – einer der weltweit größten Anbieter von Werkzeugmaschinen – sowie Professoren und Mitarbeiter der Hochschule interessante Einblicke in aktuelle Trends, ihre erfolgreichen Forschungsaktivitäten und Impulse aus SmartPro. Neben intensiven Arbeitstreffen bot eine Postersession mit Get-together Gelegenheit zur intensiven Vernetzung und für weitere, themenübergreifende Diskussionen.

Als SmartPro-Sprecherin Prof. Dr. Dagmar Goll die Entwicklung der Partnerschaft sowie einige Highlights der im ersten Jahr erarbeiteten Forschungsergebnisse vorstellte, richtete sie gleichzeitig den Blick in die Zukunft. Die Themen Big Data, Data Analytics und Machine Learning – Methoden werden künftig noch stärker implementiert werden. Dies zielt darauf ab, Innovationspotenziale durch die Digitalisierung auszuschöpfen und industrielle Digitalisierungslösungen zu bieten. Damit leisten wir, Beiträge für die Zukunftssicherung der Region.

Info:

Die Hochschule Aalen hat sich mit SmartPro bundesweit in der Spitzengruppe der Fachhochschulen positioniert. Sie wird als eine von zehn Hochschulen in der Fördermaßnahme FH-Impuls des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) mit rund fünf Millionen Euro für zunächst vier Jahre gefördert. Weitere Mittel kommen aus der Wirtschaft. Insgesamt sind bereits mehr als 50 Partner an SmartPro beteiligt. Kernziele sind der nachhaltige Ausbau des regionalen Transfer- und Kooperationsnetzwerks sowie die Schärfung des Forschungsprofils (www.hs-aalen.de/smartpro).

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Maßarbeit: Das Gießereilabor der Hochschule Aalen hat einen neuen Computertomographen erhalten. Und da die Strahlenschutzkabine schon zehn Tonnen Eigengewicht hat, musste extra ein 200 Tonnen Kran aus Crailsheim angefordert werden, der das Gerät vor die Werkstoffprüfung des Gießereilabors heben konnte. Für den Transport ins Labor mussten dann extra die Scheiben aus- und wiedereingebaut werden. Der Computertomograph dient dem Labor zur Analyse von Gussfehlern sowie der Vermessung von Gussteilen und Salzkernen für Automobilkarosserieteile. Eingeworben wurde das 500.000 Euro teure Großgerät von Prof. Dr. Lothar Kallien. Es soll insbesondere auch die Forschungsaktivitäten im Forschungsneubau ZiMATE sowie im SmartPro-Leuchtturmprojekt der Hochschule unterstützen.

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