Sonntag, 04 November 2018 09:00

Fahrradfahren im Herbst

Schwäbisch Gmünd (sv). 2018 musste man sich lange Zeit wundern, wenn sich ab und an ein seltsam fluffiges, weißes Etwas vor die Sonne schob. Ganz selten fielen sogar merkwürdig nasse Tropfen vom Himmel. Nun aber wurde am vergangenen Sonntag der Zeiger um eine Stunde zurückgestellt – und vielleicht der Winter zumindest aber mit dem ersten Schnee der Herbst damit wohl endgültig eingeläutet. Kein Grund aber, mit dem Sommer auch das Fahrrad zu verabschieden. Denn seien wir mal ehrlich: so viel regnet es gar nicht. Im Gegenteil.
Durchschnittlich fallen im November nicht nur weniger Liter Regen als in den Sommermonaten. Auch was die Regentage angeht, sieht es in der Regel nicht schlechter aus, als in einem durchschnittlichen Sonnenmonat Juli. Für den Fall, dass sich Quendolin, Bärbel, Gitte – oder wie das nächste Tief heißen möge – praktische Tipps: 
Die richtige Kleidung:
Die erste Überlegung sollte sein: Wo bin ich unterwegs und wie lange? Je länger man die Kleidung der Feuchtigkeit aussetzt, desto größer ist die sogenannte Wassersäule, der das Outfit standhalten muss. Fahren Sie nur kurze Strecken durch die Stadt, reicht also oft ein preisgünstiger Regenponcho. Der ist gerade außerdem ziemlich hip und in einer großen Farbpalette zu haben. Wenn ein längere Strecke zum Radeln ansteht, sollten man über eine Kombination aus Regenjacke und Regenhose nachdenken. Eine Regenjacke gilt laut internationalen Standards bereits als wasserdicht, wenn sie einer Wassersäule von 800 mm standhält. Zumindest für die Regenhose wird empfohlen: einen Wert von mindestens 2.000 Millimeter. Zur Orientierung: Das ist in etwa der Druck, der auf Ihre Hose wirkt, wenn Sie sich auf den nassen Sattel setzen. Atmungsaktive Materialien sorgen außerdem dafür, dass Sie nicht verschwitzt auf der Arbeit ankommen.
Die richtige Fahrweise
Wenn es draußen dunkler wird und nasses Laub den Boden rutschig macht, hilft es vor allem, vorsichtig und vorausschauend zu fahren. Man muss aber nicht gleich im Schneckentempo unterwegs sein. Für Kurven gilt: Mit den Augen immer den Kurvenausgang im Blick haben – so hat man die größtmöglichste Kontrolle. Und nicht erst in, sondern immer schon vor der Kurve bremsen und diese dann mit gleichmäßiger Geschwindigkeit durchfahren. Sollten Sie auf gerader Strecke mal schneller unterwegs sein und abrupt bremsen müssen, verlagern Sie Ihr Gewicht nach hinten. Damit vermeiden Sie, dass ihr Vorderrad wegrutscht. Neben ausreichend Profil auf den Reifen hilft gegen Rutschen außerdem, den Luftdruck etwas zu verringern. Der Mantel hat so mehr Kontaktfläche zum Boden. Dass Sie immer darauf achten sollten, für andere gut sichtbar zu sein, ist Ihnen sowieso klar. Weil man es aber nicht oft genug sagen kann: Licht an. 
Die richtige Einstellung
Morgens aufwachen und man hört als erstes den Regen an die Fensterscheibe prasseln. Draußen ist es noch dunkel. „Ich geh da nicht raus und schon gar nicht auf das Fahrrad!“, sagen Sie sich vielleicht viele Menschen. Man kann das Ganze aber auch anders angehen: Denn wer sich morgens ins Auto setzt, kommt auf der Arbeit genauso müde an, wie man Zuhause losgefahren ist – außer vielleicht, die anderen Verkehrsteilnehmer haben den eigenen Blutdruck in die Höhe getrieben. Einfach wetterfeste Kleidung anziehen und aufs Rad schwingen. Das einzige Körperteil, dass nass wird, ist das Gesicht. 
Die AGFK-BW e. V. 
Die Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen in Baden-Württemberg e. V. (AGFK-BW) ist ein Netzwerk von über 70 Städten, Landkreisen und Gemeinden. Unterstützt und gefördert vom Land, wollen die Kommunen das Radfahren als selbstverständliche, umweltfreundliche und günstige Art der Fortbewegung fördern, mehr Menschen sicher aufs Rad bringen und Freude am Radfahren vermitteln – für eine neue Radkultur in Baden-Württemberg. Ein weiteres wichtiges Anliegen ist die nachhaltige Mobilitätserziehung von Kindern und Jugendlichen.
Publiziert in Schwäbisch Gmünd
Baubürgermeister Julius Mihm fuhr mit Interessierten am Tag des offenen Denkmals mit dem Fahrrad durch die Stadt.
Schwäbisch Gmünd (sv). Im Rahmen des Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 9. September, führte Baubürgermeister Julius Mihm mit einer Fahrradtour durch erhaltenswerte Stadtquartiere. Die Rundtour führte zu Quartieren, die außerhalb der Schwäbisch Gmünder Altstadt gelegen sind. Ungefähr 30 Teilnehmer aus allen Altersgruppen erfuhren im wahrsten Sinne mit dem Rad die Stadt. Nach dem Start am Vogelhof/Nepperberg mit einem Abstecher über die Südstadt, Oststadt und abschließendem Halt in der Becherlehenstraße entdeckten sie verschiedene Beispiele für Gewerbe- und Industriearchitektur, Nachverdichtung und Mietwohnungsneubau.
Publiziert in Schwäbisch Gmünd
Schwäbisch Gmünd (Arbeitskreis Mobilität und Verkehr). Wenn der Reifen platt ist, haben passionierte Fahrradfahrer meist ein kleines Notfallset dabei, um erste Hilfe zu leisten. Aber oft reichen die kleinen Sets nicht aus, um zum Beispiel einen Kettenriss zu reparieren. Manch ein Gelegenheitsfahrer hat erst gar kein Werkzeug dabei. Für diesen Fall haben sich die Agenda 21 anlässlich des 200-jährigen Jubiläums des Fahrrads eine Lösung ausgedacht. 
Ab sofort steht ein Rad-Notfallkoffer des Arbeitskreis Mobilität und Verkehr auch auf dem Kalten-Feld zur Verfügung. Durch den Ersten Bürgermeister Dr. Joachim Bläse wurde am Dienstag, 28. August, den Verantwortlichen des Franz-Keller-Hauses vom Schwäbischen Alb Verein der Koffer übergeben. Der Rad-Notfallkoffer wurde entwickelt, damit der Radfahrer auch außerhalb der üblichen Öffnungszeiten beziehungsweise abseits von Rad-Fachgeschäften Hilfe zur Selbsthilfe findet. Im Rad-Notfallkoffer befindet sich alles für eine einfache und schnelle Reparatur: Werkzeug, Flickzeug, Kabelbinder und vieles mehr.

Das Werkzeug ist verteilt auf mehreren Ebenen, die herausnehmbar sind. Es finden sich Kleinteile wie: Gummihandschuhe, Reifenheber, die neben dem Flickzeug vorhanden sind. Die Anordnung aller Teile erleichtert die Vollständigkeitskontrolle. 

Die Idee eines „Notfallkoffers“ entstand Anfang 2017 mit einem Service für die touristischen Anlaufstellen rund um die Stadt. Daraufhin meldeten sich auch Stellen außerhalb der Stadt. Die Planung und Umsetzung der Idee übernahm die Gmünder Agenda 21 Arbeitskreis mit dem Sprecherteam. Die Werkzeuge sowie der Kofferinhalt wird stetig weiterentwickelt und passt sich dem Fahrradmarkt entsprechend an. 

Mit der Gestaltung und Herstellung eines in Handarbeit gefertigten Prototypen setzt man nun die Erfahrungswerte ein für eine Serienfertigung. Dazu befindet sich im Koffer ein Tagebuch für Anregungen und sonstige Mitteilungen.

Ausgestattet ist der „Agenda-Rad-Notfallkoffer" im Deckel mit Flickzeug, Gummihandschuhen und Reifenhebern und im inneren auf der oberen Ebene mit: Schraubendreher, Kettennieter, Isolierband und Zange. Untere Ebene: Schraubenschlüssel Inbussatz und Bits für Spezialgrößen und einen Hammer. 

Aufgrund der vielen verschiedenen Radschläuche mit unterschiedlichen Größen und Ventilen wurde auf Ersatzschläuche verzichtet, dafür ist das Flickzeug als universelles Material vorhanden. Zur Minimierung des Verlustrisikos empfiehlt der Agenda Arbeitskreis den Rad-Notfallkoffer gegen Hinterlegung eines Pfandes auszugeben. Die Benutzer des Koffers geben ein Pfand ab und dafür ist die Nutzung dann kostenlos. Zur Remstal Gartenschau 2019 sollen noch weitere Rad-Notfallkoffer hinzukommen. 
Publiziert in Schwäbisch Gmünd