Freitag, 03 August 2018 15:00

"Archäologische Ausgrabungen in Baden-Württemberg 2017" im Alamannenmuseum Ellwangen erhältlich

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"Archäologische Ausgrabungen in Baden-Württemberg 2017"  im Alamannenmuseum Ellwangen erhältlich Bild: Alamannenmuseum Ellwangen
In diesen Tagen neu erschienen ist das Jahrbuch "Archäologische Ausgrabungen in Baden-Württemberg 2017", das vom Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart in Verbindung mit der Gesellschaft für Archäologie in Württemberg und Hoenzollern und dem Förderkreis Archäologie in Baden herausgegeben wird. Der Band enthält Berichte zu allen wichtigen Ausgrabungen des vergangenen Jahres.

Von den 83 Buchbeiträgen behandeln sieben das frühe Mittelalter und die Zeit der Alamannen, der Ostalbkreis ist gleich sechsmal in dem Band vertreten. An einem Beispiel aus der Julius-Bausch-Straße in Aalen (S. 23) wird eingangs gezeigt, wie die Archäologen der Denkmalpflege mit ihren Sondierungen und Voruntersuchungen häufig "Die Ersten vor Ort" sind, wenn es um Baumaßnahmen geht. In Aalen wurden dabei erst in 3,5 Metern Tiefe vorgeschichtliche Befunde angetroffen, wodurch sich die zu untersuchende Fläche in dem getreppt angelegten Baggerloch leider stark verringerte.

Unter der Überschrift "Neue Erkenntnisse zur Teufelsmauer bei Heubach" berichten Christian Bollacher, Brigitte Laschinger und Réka Kustár-Piros (S. 131) von der Fortsetzung der Vorjahresgrabung in einem Siedlungsbereich der frühen Latènezeit auf der Kuppe des Mittelbergs beim Rosenstein im Schutz einer vier Meter breiten und wohl ebenso hohen Holz-Erde-Mauer. Eine faustdicke Überraschung, nämlich die Untersuchung eines ein im Jahr 2000 durch Luftbilder neu entdeckten frühen Römerkastells aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. von 4,7 ha Innenfläche rund zwei Kilometer nördlich von Kloster Neresheim, verbirgt sich in dem Beitrag "Prospektion eines römischen Lagers auf dem Härtsfeld bei Ohmenheim" von Stephan Bender (S. 166). Derselbe Autor schreibt im Anschluss zusammen mit Martin Posselt auch über "Geophysikalische Erkundungen im römischen Oberdorf am Ipf" (S. 174).

Das Titelbild des Bandes ziert der im letzten Jahr bei einer Rettungsgrabung an der Stuttgarter Straße in Aalen gefundene römische Kinderring aus Gold mit der Inschrift CRESCAS ("du mögest wachsen / gedeihen") aus der Zeit um 200 n. Chr., die in dem Artikel "Römer am Kocher: Neue Siedlungsbefunde aus dem Osten des Aalener Kastellvicus" von Christian Bollacher und Dana Herrmann (S. 179) näher vorgestellt werden. Das spätmittelalterliche und frühneuzeitliche Aalen mit Nachweisen von Gerbern, Seifensiedern und Schuhmachern ist noch einmal Thema in dem Beitrag "Zeugnisse längst vergessener Handwerksberufe * Die Ausgrabungen 'An der Stadtkirche' in Aalen" von Dana Herrmann, Benjamin Rieger und Olaf Goldstein (S. 316).

Die beiden letztgenannten Ausgrabungsberichte sind zugleich Beispiele für die Tätigkeit so genannter privater Grabungsfirmen wie in diesem Fall die Ostalb-Archäologie GbR in Neresheim-Elchingen, wie sie in Baden-Württemberg erst seit Kurzem zugelassen sind, was auch im Vorwortb zu dem Band vom baden-württembergischen Landesarchäologen Dirk Krausse als wichtige Neuerung des Jahre 2017 herausgestellt wird.  

Das 341-seitige, stabil gebundene Jahrbuch mit 237 farbigen Fotos, Plänen und Zeichnungen ist bei der Wissenschaftlichen Buchgeselschaft in Darmstadt erschienen und kann ab sofort zum Preis von 21,95 Euro im Alamannenmuseum erworben werden. Nähere Informationen sind beim Museum unter Tel. 07961/969747 erhältlich.

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