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Freitag, 14 Juli 2017 18:34

Heimspielstätte des VfR Aalen heißt ab sofort OSTALB ARENA Empfehlung

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Fans und Freunde des VfR Aalen fiebern seit Monaten, welchen Sponsoren-Namen die Scholz-Arena künftig tragen wird. Jeder hatte so seinen Favoriten. Sollte es etwa der Trikotsponsor Telenot werden? Oder doch ein bisher ganz unbekannter Name? Jetzt ist es also raus: die Heimspielstätte des Fußball-Drittligisten VfR Aalen heißt ab sofort "OSTALB ARENA". 

Klar, wir von "MeineOstalb" müssen den neuen Namen "Ostalb Arena" schon an sich gut finden. Und die Idee, die gesamte Ostalb hinter sich zu wissen, hat natürlich seinen Charme. Hinter dem neuen Namen könnte man zwei Punkte vermuten:

  1. Es konnte kein neuer Namensgeber gefunden werden

Die Verantwortlichen rund um die beiden Manager Markus Thiele und Holger Hadek haben sicherlich in den letzten Monaten alle Kanäle angezapft, um an einen neuen Namensgeber zu kommen. Die kolportierten 300.000 Euro von Scholz hatten Sie dabei sicherlich nicht als Ziel. Klar war, dass diese Summe aktuell nicht erzielt werden kann. Nach Angaben des Magazins "Sponsors" lag in der vergangenen Saison das günstige Naming-Right in der 3. Liga bei ca. 200.000 Euro. Doch selbst diese Summe erscheint für Firmen auf der Ostalb eher unrealistisch. Mit der Tatsache, dass die VfR-Verantwortlichen aktuell keinen einzelnen Firmensponsor finden konnten, befindet sich der Ostalbclub in guter Gesellschaft. Immerhin hatten von den 20 der 3. Ligisten in der vergangenen Saison 8 Vereine kein Naming-Right vermarkten können. Das zeigt wie schwer dies eben auch ist. Obwohl die Verantwortlichen immer publizieren, dass man nach Ende der Planinsolvenz die Stunde Null und den absoluten Neuanfang erreicht habe, so zeigt sich an der Stadionvermarktung, dass Sponsoren und Geldgeber natürlich auch die Entwicklung abwarten möchten. Es wird irgendwann in der Zukunft eine Firma geben, die den Wert des Naming-Rights in Aalen erkennen.

Vielleicht war nun einfach die Zeit noch nicht reif. Dass Oberbürgermeister Thilo Rentschler die Umbenennung des Stadions in OSTALB ARENA als Richtigen Schritt bewertet ist nicht ganz ohne Eigennutz: „Die Ostalb steht hinter dem VfR Aalen und der Verein steht zur Ostalb. Dieser Name ermöglicht deutschlandweit auf Anhieb eine regionale Zuordnung und bedeutet Marketing für unseren Landkreis. Außerdem stärkt der Name die Bedeutung und Strahlkraft des VfR Aalen für die Region." Er spricht davon, dass nun mehrere Unternehmen und regionale Partner den Verein über die OSTALB ARENA unterstützen und von der Werbewirksamkeit des Profifußballs profitieren. Das wird am Ende von der Darstellungsform abhängen. Klar ist jedenfalls, dass die Wirkung eines Naming-Right unschlagbar ist. Wenn sich ein Sponsor als Namensgeber fände, so hätte er die pralle Wirksamkeit in der gesamten Region und weit darüber hinaus. Unklar ist bisher, wie die VfR-Verantwortlichen aus dem neuen Namen Profit schlagen wollen. Wie werden die neuen Partner präsentiert? Bisher hat man noch keine konkreten Namen der Förderer oder Unterstützer erfahren.

Ein Geschenk hat man jedenfalls dem Landrat unseres Kreises gemacht. Die Telekom überträgt dieses Jahr erstmals live aus der Ostalb-Arena. Dies, plus die Zuschauer im Stadion sind eine große Kulisse, die den Namen unserer Region weit tragen werden. Dementsprechend zufrieden zeigt sich Kreis-Oberhaupt Pavel: „Ein Fußballverein, der in der 3. Liga besteht, stärkt die ganze Region und ich freue mich ganz besonders darüber, dass das Konzept der OSTALB ARENA, so wie es im Ostalbkreis üblich ist, durch das Zusammenspiel von Akteuren aus ganz unterschiedlichen Bereichen entwickelt und verwirklicht wurde.“

  1. Man hat die Gunst der Stunde ergriffen

Selbst wenn ein einzelner Namensgeber mehr Geld in die Kassen gespült hätte… Dennoch hat man nun aus der Not eine Tugend gemacht. Die Idee, das Stadion als Grundlage für einen Freundeskreis der Gönner zu nutzen ist fast schon genial. Das Scheitern beim Stadionnamen wird zum Gewinn für eine Verbreiterung der Sponsorenbasis. So hat man nun den „Freundeskreis VfR Aalen e.V.“ gegründet. Wilhelm Schiele, ehemaliges stellvertretendes Vorstandsmitglied der Kreissparkasse Ostalb, ist der neue Vorsitzende und wird alles unternehmen um seine alten und neuen Kontakte zu nutzen. Sein Stellvertreter ist Kai Bodamer, Geschäftsführer der i-live Holding GmbH, der einem Unternehmen voller Tatendrang und großartiger Projekte vorsteht.


Der Freundeskreis soll als Plattform zur Begegnung von Persönlichkeiten dienen, die sich dem beim VfR Aalen betriebenen Profifußball in besonderer Weise verbunden fühlen. Ziel ist es, über die Einbindung und Aktivierung des Netzwerkes der Freundeskreis-Mitglieder die regionale Verankerung des VfR Aalen zu intensivieren. Auf Initiative von Thilo Rentschler (Oberbürgermeister Stadt Aalen), Klaus Pavel (Landrat Ostalbkreis), Ulrich Pfeifle (Oberbürgermeister Stadt Aalen a.D.), Siegfried Lingel (Honorargeneralkonsul, Senator E.h.), Otto Kieninger (Geschäftsführer Kieninger GmbH) und Peter Geiger (Geschäftsführer Geiger GmbH & Co. KG) trat das Gremium im Mai erstmals zusammen, um die Aufgaben und Ziele vorzustellen und die Satzung zu erarbeiten. Aktuell umfasst der Verein 41 Mitglieder aus den Bereichen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.


„Es ist toll zu sehen, wie schnell aus der Idee des Freundeskreises VfR Aalen nun Wirklichkeit geworden ist. Als sportlicher Botschafter und Imageträger, aber auch als Wirtschaftsfaktor für die Stadt Aalen und den gesamten Ostalbkreis nimmt der VfR eine wichtige Rolle ein. Ich freue mich ganz besonders, dass es uns gelungen ist, neben Mitgliedern aus Politik und Wirtschaft auch Vertreter aus dem gesellschaftlichen und sportlichen Leben der Region für den Freundeskreis zu begeistern, um somit für eine breite Verankerung des VfR in der Bevölkerung zu sorgen und gleichzeitig den Mehrwert des Profifußballs für Aalen und den Landkreis deutlich zu machen“, so Oberbürgermeister Thilo Rentschler.

Auch für den Freundeskreis-Vorsitzenden Wilhelm Schiele spielt die breite Verankerung des Vereins eine ganz wichtige Rolle: „Hierbei wollen wir auch die anderen Sportvereine mit ins Boot nehmen, um gemeinsam eine erfolgreiche Zukunft zu haben.“


VfR-Präsidiumssprecher Roland Vogt ergänzte: „Die Gründung des Freundeskreises ist für uns ein wichtiger Schritt, um den Verein für die Zukunft erfolgreich aufzustellen und als Imageträger und wichtiges Aushängeschild für die Ostalb zu stärken. Allen Beteiligten und speziell den Initiatoren gilt unser herzlicher Dank für die Mitarbeit zum Wohle des VfR Aalen. Präsidium und Aufsichtsrat freuen sich sehr über diese Unterstützung.“

Bisher ist für die Öffentlichkeit alles nur eine Hülse, eine schön klingende Idee. Namen und Geldgeber wurden noch nicht genannt. Dies wird aber in einer Pressekonferenz in der kommenden Woche nochmals vertiefend erläutert. Je nach dem, wie man dem Verein gewogen ist – als Freund oder Gegner – kann man also die aktuelle Entwicklung positiv oder negativ auslegen. Wir sind jedenfalls der Meinung, dass der VfR Aalen aktuell alles Erdenkliche aus der Situation gemacht hat. Wer glaubte wirklich daran, dass sofort nach dem Weggang des früheren Mäzen Berndt-Ulrich Scholz ein neuer Namensgeber kurz mal eine knappe viertel Million Euro auf den Tisch legt? Das wäre unrealistisch. Der Weg ist jetzt zwar einer der kleinen Schritte. Aber auch damit kommt man mit Geduld und Enthusiasmus zum Ziel. Geduld ist nach der Befreiung der Schuldenlast sicherlich wieder da. Enthusiasmus und Motivation war noch nie weg.

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