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Donnerstag, 09 Februar 2017 12:00

Aalener Schulen kooperieren vorbildlich mit Sport-Vereinen

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Aalener Schulen kooperieren vorbildlich mit Sport-Vereinen Bild: Sportkreis Ostalb

Es wurde bereits viel getan, aber es gibt auch noch viel zu tun. Die Rede ist von der Kooperation zwischen Schulen und Sport-Vereinen an Ganztagesschulen. Dort werden Kinder ganztätig betreut, unter anderem auch mit Sportangeboten. In Aalen kooperieren die Braunenbergschule und die Karl-Kessler-Schule (KKS) mit dem TSV Wasseralfingen und dem MTV Aalen aus dem Bereich der sporttreibenden Vereine. Beide Schulen haben ihr Angebot unter anderem noch mit der Musikschule Aalen und der Minigärtnergruppe in Zusammenarbeit mit der Insel Mainau erweitert.

Ein großes Thema innerhalb der Kooperationen ist wie so oft das Geld, die finanzielle Ausstattung des Ganzen. Denn von vorne herein war bei der Mittagsbetreuung im sportlichen Bereich klar, dass eine Betreuung durch ehrenamtliche Tätigkeit nicht in Frage kommen kann. Zum einen, weil die in Frage kommenden Kräfte zu diesen Zeiten ihrem Hauptberuf und Broterwerb nachgehen und zum anderen, weil ein derartiges Projekt die eingesetzten Ehrenämtler überfordern würde. In gemeinsamen Bemühungen zwischen Schulbehörde Schulamt, den Schulen, den Kommunen als Schulträgern und den beteiligten Vereinen sowie den Sportfachverbänden wurde die Monetarisierung von Lehrerstunden auf den Weg gebracht, der es ermöglicht, Übungsleiter hauptamtlich anzustellen und zu bezahlen.
Was in Aalen schon gut klappt, wird in anderen Regionen der Ostalb bisher nur zögerlich umgesetzt, was der Sportkreis-Vorsitzende Manfred Pawlita in einem Pressengespräch bedauerte. „Das Geld ist da, die Mittel stehen bereit, es liegt nun an den Schulen, Lehrerstunden zu monetarisieren und damit in Kooperation mit sporttreibenden Vereinen Übungsleiter für die Betreuung der Schulkinder am Nachmittag anzustellen.“


Franz Seibold, Ehrenvorsitzender des TSV Wasseralfingen begrüßte die Kooperation außerordentlich. 54 Jahre in verschiedenen Funktionen, darunter 24 Jahre als Vorsitzender tätig, verwies er auf den Wandel in der Gesellschaft und somit auch in den Vereinen.
Dietmar Burkhardt vom Schulamt Göppingen verwies darauf, dass es die Ganztagesschule an Grundschulen als zartes und seltenes Pflänzchen schon bereits seit Ende der 1970er Jahre gibt. Die inzwischen eingeführten Gemeinschaftsschulen sind immer Ganztagesschulen mit Schulpflicht und somit musste die Betreuung geregelt werden. Dies erfolgte in einer Rahmenvereinbarung mit den Verbänden und Institutionen aus Sport, Kultur, Musik und Religion.


Carmen Schweinstetter, Leiterin des Amtes für Bildung, Schule und Sport bei der Stadt Aalen zeigte das Engagement des Schulträgers in Sachen Ganztagesschule auf. Neben den Räumlichkeiten sorgt die Stadt für die Verpflegung und die Bezahlung der Betreuerinnen, die das Essen ausgeben. „Wir sind seit dem Schuljahr 2014/2015 an mehreren Schulstandorten eingestiegen. Ziel war es, Lebensraum für die Kinder in die Schulen hereinzubringen, Aktionsfelder für die Kinder auszuloten und sie durch den Sport an das Thema Ehrenamt heranzuführen.“ Schweinstetter betonte, dass das System nicht starr, sondern durchlässig gegliedert ist. Es werden Projekte vom Gärtnern über die Musik bis zum Sport angeboten.
Dass alles gut funktioniert, das bestätigten auch die Schulleiterinnen Nadia Feiler und Anja Abele-Öhlert von der Braunenbergschule und Thomas Brunnhuber, Schulleiter der KKS. Alle Drei betonten die besondere Rolle des Sports, da durch die Rhythmisierung des Angebotes Bewegungsanlässe, aber auch Bewegungspausen geschaffen werden, die der Gesundheit, dem Wohlbefinden und nicht zu vergessen der Konzentration der Schülerinnen und Schüler förderlich sind. „Wir können die Kinder nicht über Stunden nur sitzen lassen, sie brauchen die Bewegungsimpulse, die sie manchmal sowieso schon zu wenig ‚genießen‘ können“, so Thomas Brunnhuber.


Die Schulleiter freuten sich sehr, dass im Bereich ihrer Schulen die Kooperationen mit dem TSV Wasseralfingen und dem MTV Aalen so reibungslos funktionieren. „Die Vereine geben den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, ein breites Sportangebot, die Vielfalt des Sports kennen zu lernen. Die Kooperation ermöglicht es auch Kindern und Eltern mit Migrationshintergrund den Sport kennen zu lernen und damit Hemmschwellen abzubauen, was auch für Bildungsgerechtigkeit für alle sorgt.“
Im Zusammenhang mit der Monetarisierung von Lehrerstunden zur Finanzierung von Übungsleitern verwies Karlheinz Rößler, Vorsitzender des Turngau Ostwürttemberg auf die Schwierigkeiten, qualifizierte Übungsleiter zu finden, insbesondere im Ehrenamt. „Alle Modelle der qualifizierten Betreuung, egal ob im Verein oder an der Schule werden nach meiner Überzeugung in Zukunft nur funktionieren, wenn wir vom Ehrenamt in die bezahlte Teilzeit-Arbeit übergehen. Dies kann nur mit Unterstützung der Politik funktionieren, die die Grundlagen dafür schaffen und auch finanzielle Unterstützung bereitstellen muss. Die Worte Rößlers unterstrich auch Manfred Pawlita, dem die Klagen der Vereine, keine Übungsleiter mehr zu finden, nur zu gegenwärtig sind. „Menschen, die neben einem aufreibenden Job, die neben der Familie noch Stunden in der Halle oder auf dem Rasen zu finden sind, die werden rar und darüber müssen wir uns Sorgen und Gedanken machen.“ Manfred Pawlita wünscht sich auch, dass sich die Ganztagesschule des Landkreises aufmachen und Kooperationen mit Vereinen schließen, die Monetarisierung von Lehrerstunden zur Finanzierung eines Übungsleiters angehen, um die Strukturen an Schulen und in den Vereinen zu stärken, zum Wohl der anvertrauten Kinder.


Dass die Kooperation funktioniert, dass selbst kleine Rabauken mit großem Spaß Sport treiben, das zeigte sich in der Halle im TSV-Heim. Übungsleiterin Sandra Schwarz hat ihre Jungs im Griff, die mit großem Elan über Kästen springen, sich am Reck üben und sich auf ein besonderes turnerisches Element freuen. „Der Sprung über das Sprungbrett oder das kleine Trampolin, das Fliegen macht am meisten Spaß“, strahlt Ercan Bajramovski, bevor er zum nächsten Sprung anläuft. „Kooperationen brauchen Mut, lasst sie uns gemeinsam angehen“, fasst Manfred Pawlita zusammen, nachdem noch gesundes Obst und eine passende Aufbewahrungsbox an die Kinder verteilt sind.

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