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Freitag, 18 August 2017 12:00

Sportvereine schaffen unersetzbare Infrastruktur durch eigene Investitionen Empfehlung

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Manfred Pawlita, Vorsitzender Sportkreis Ostalb Manfred Pawlita, Vorsitzender Sportkreis Ostalb Bild: Sportkreis Ostalb

Es ist noch nie ein Geheimnis gewesen: Die Sportvereine im ländlichen Raum des Ostalbkreises leisten nicht nur tolle Angebote, sondern zeichnen sich schon immer als bau- und investitionsfreudig aus. Und sie vervielfachen die Fördergelder um das 7 – 10 fache!

Wie viele Sportvereine sind es eigentlich, die mangels Alternativen große Summen Geldes in die Hand nehmen, um ihre dringend benötigte Sportstätte zu bauen? Sportkreisvorsitzender Manfred Pawlita: „ In prosperierenden Kommunen ist das bei Weitem kein so intensives Thema, wie bei uns im Ländlichen Raum. Meine ehrenamtlichen Kollegen aus dem Großraum Stuttgart beispielsweise sehen das Thema der Vereins-Sportstättenbauförderung deutlich entspannter als wir im Ostalbkreis mit unseren sehr vielen kleinen und mittleren Sportvereinen.“

Sportkreischef Manfred Pawlita weiß ganz genau Bescheid: „Wir als Sportkreis Ostalb sind WLSB REGIONAL und unsere „Mutter“ in Stuttgart informiert uns regelmäßig mit Übersichten. Zudem sind wir zumeist eingebunden in die von unseren Sportvereinen aufgeworfenen Fragen und in die Antragstellungen. Zuletzt haben wir im Mai dazu einen Beratungstermin angeboten“.

Die aktuelle Übersicht stammt aus dem Juli 2017. Manfred Pawlita nennt die Gesamtzahlen- und Summen. „Insgesamt liegen uns derzeit Anträge von 59 Sportvereinen mit insgesamt 75 einzelnen Vorhaben vor. Sie decken ein Gesamtinvestitionsvolumen von über 7,5 Mio. € ab. Stark 3,4 Mio. € davon sind zuschussfähig. Für diese nach den für ganz Baden-Württemberg geltenden Sportstättenbauförderrichtlinien erhalten die Vereine gerademal 1,03 Mio. € Zuschuss aus den vom WLSB verwalteten Fördermitteln des Landes“. Natürlich haben wir „Leuchtturmprojekte“ wie das SVZ - das „Aktivum“ des TSV Hüttlingen, den Neubau des Vereinsheims mit Umkleidekabinen des VFL Neunheim und andere.“

Pawlita rechnet vor, dass ein Zuschuss von somit „ehrlichen 11 bis maximal 16 % - gemessen am gesamten Investitionsvolumen - nicht üppig ist. „Wir sollten alle die immer noch in den Richtlinien stehende Förderzahl von 30 % schnellstens vergessen. Das ist nichts anderes als eine optische Täuschung, ja mathematisch falsch“, redet Manfred Pawlita Klartext: „Für fast jeden Projekttitel haben wir maximale Fördergrenzen, die die tatsächlichen Aufwendungen nicht wiederspiegeln – trotz der deutlichen Verbesserungen durch den Solidarpakt III.

So ist alles, was unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten gesehen wird, nicht förderfähig: Vereinsgaststätten, wirtschaftlich nutzbare Räumlichkeiten usw. Pawlita weiter: „Und dennoch brauchen wir auch die. Wichtig ist mir, dass deutlich wird, dass unsere ehrenamtlich geführten Sportvereine aus einem €uro Landeszuschuss das 7 - 10 fache an gesellschaftlichem Vermögen machen – das ist Fakt! Es gibt kaum ein Landesförderprogramm, das einen Euro so vielfach multipliziert“. Nach Einschätzung des Sportkreischefs darf man die Vereinssportstättenbauförderung schon gar nicht allein unter dem Investitionscharakter sehen. Pawlita: „Unser Landrat Klaus Pavel hat einmal gesagt: Ein Verein braucht eine Heimstatt – und recht hat er! Weil wir in diesen Räumen Gemeinschaft und Solidargemeinschaft stiften, uns beraten, die Zukunft unserer Sportvereine diskutieren und vorbereiten, und Kindern und Jugendlichen auch Heimstatt und Sozialisierung geben.“

Über eines ärgert sich der ehrenamtliche Sportkreisvorsitzende, der darüber hinaus auch als Sprecher aller 24 Sportkreise ehrenamtlicher WLSB-Vizepräsident ist, am meisten: „Wenn ein Verein heute bauen will, stellt er einen Antrag. Er erhält dann die Baufreigabe unseres WLSB, hoffentlich ein Jahr später den Bewilligungsbescheid und möglichweise erst nach der Einweihung die erste Rate des bewilligten Zuschusses. Das ist trotz der leichten Erhöhungen mit dem Soli III so. „Zumeist müssen unsere Bau- und Sportvereine zwischenfinanzieren. Das kostet wiederum Geld und schmälert die Zuwendung noch einmal. Pawlita merkt an, dass seine Ausführungen keine einseitige Politikschelte sind, „sondern dass dieser Zustand bereits seit vielen Jahren so ist. Immer noch warten Vereine für größere Maßnahmen bis zu drei Jahren auf die letzte Rate des Zuschusses“. Sorgen bereiten dem Sportkreisvorsitzenden darüber hinaus die realen Zustände, der vorhandene Sanierungsstau und die ebenso bekannten unzureichenden energetischen Zustände so mancher Vereinssportstätte. „Wir alle reden über Energieeinsparung: Unsere Sportvereine  brauchen bei der Lösung durch energetische Sanierungen die finanzielle Unterstützung und Förderung der Politik“, ist sich Pawlita sicher.

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