MeineOstalb
News & Events aus der Region
Sonntag, 06 August 2017 12:00

Ostalbkreis: AOK rät zu mehr FSME-Impfungen

Artikel bewerten
(0 Stimmen)
Gegen die Zeckenkrankheit FSME kann man sich impfen – doch die wenigstens tun es. Ostwürttemberg hat landesweit die niedrigste Impfquote. Die AOK Ostwürttemberg rät zur Impfung. Gegen die Zeckenkrankheit FSME kann man sich impfen – doch die wenigstens tun es. Ostwürttemberg hat landesweit die niedrigste Impfquote. Die AOK Ostwürttemberg rät zur Impfung. Bilder: AOK Medien-Service

Mit einer Impfung gegen FSME kann man sich gegen die gefährliche von Zecken übertragene Krankheit schützen. Doch in Ostwürttemberg hat nicht mal jeder 5. diesen Impfschutz – die niedrigste im ganzen Land. Bis Ende Juli 2017 gab es in Ostwürttemberg schon sechs Fälle – 2016 waren es zum Jahresende sieben.

Zecken übertragen zwei Krankheiten: Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Borreliose kann man nur nachträglich mit Antibiotika bekämpfen. Gegen FSME kann man sich aber durch eine Impfung schützen. Doch die wenigsten nutzen diese Möglichkeit. Laut der AOK Ostwürttemberg haben in der gleichnamigen Region nur 18,7 Prozent der Menschen den Impfschutz. Das ist die niedrigste Impfquote in ganz Baden-Württemberg.

 

 

"Die Haltung ‚Mich wird es schon nicht treffen‘ ist weit verbreitet."
Michael Svoboda, stellvertretender Geschäftsführer der AOK Ostwürttemberg

 

Landesweit liegt diese bei 21,6 Prozent. Für Michael Svoboda, stellvertretenden Geschäftsführer der AOK Ostwürttemberg, der selbst gegen FSME geimpft ist, ist es dennoch nachvollziehbar, dass so wenige Menschen den Impfschutz haben, obwohl Ostwürttemberg wie das ganze Land als FSME-Risikogebiet gilt. „Da die FSME von der Zecke übertragen wird, hoffen viele Menschen, nicht Opfer eines Zeckenbisses zu werden. Die Haltung ‚Mich wird es schon nicht treffen‘ ist weit verbreitet“, sagt Svoboda. “Doch vor allem Menschen, die viel im Garten arbeiten oder in der Natur unterwegs sind, raten wir, sich gegen FSME impfen zu lassen. Es ist zweifellos der beste Schutz, um schwerwiegende Schäden am zentralen Nervensystem oder am Rückenmark zu verhindern.“

Laut der Statistik der AOK Baden-Württemberg sind vor allem ältere Menschen ab 60 Jahren Opfer von Zeckenbissen und bekommen am ehesten die FSME in seiner schwersten Form. 2016 waren es generationsübergreifend landesweit 44 Fälle. Doch dieses Jahr hat das Landesgesundheitsamt Anfang Juni schon 32 Erkrankungen registriert. Im Vorjahr waren es im gleichen Zeitraum erst 14.

Im Ostalbkreis wurden bis Juli 2017 fünf FSME-Fälle und im Landkreis Heidenheim ein Fall bei den Gesundheitsämtern registriert. 2016 hatte der Landkreis Heidenheim keinen Fall und der Ostalbkreis 7 Fälle. Beide Gesundheitsämter  empfehlen ebenfalls, sich gegen FSME impfen zu lassen.

Die FSME-Impfung ist von der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut (RKI) empfohlen und wird damit auch von den Krankenkassen getragen. Da es sich bei dem FSME-Virus nicht um einen von Mensch-zu-Mensch übertragenen Erreger handelt, kann dieser auch nicht durch eine hohe Impfquote in der Bevölkerung ausgerottet werden.

Um Zeckenbisse zu verhindern, empfiehlt die Gesundheitskasse sich nach dem Aufenthalt im Freien stets sorgfältig zu kontrollieren, ob sich Zecken an Kleidung oder am Körper festgesetzt haben. Besonders bevorzugen Zecken Stichstellen wie zum Beispiel Haaransatz, Ohren, Hals, Achseln, Ellenbeuge, Bauchnabel, Genitalbereich oder Kniekehlen. Je schneller eine Zecke mit einer speziellen Pinzette oder Karte entfernt wird, desto geringer das Risiko, dass Erreger in den Körper gelangen.

„Lagern Sie Ihre Outdoor-Kleider nach dem Ausziehen auch nicht im Schlafzimmer“,  Michael Svoboda. „Sonst finden Sie die Zecke am Ende im Bett.“

Doch nicht nur der Zeckenbiss kann FSME übertragen. 2016 gab es zwei Fälle, bei der das FSME-Virus über rohe Ziegenmilch übertragen wurde, berichtet das Landesgesundheitsamt in seinem Jahresbericht. Der Parasit hatte die Ziegenherde mit dem Virus infiziert.

 

FSME-Impfung (STIKO-Empfehlung)

  • Die STIKO empfiehlt eine FSME-Impfung für Personen, die in FSME-Risikogebieten zeckenexponiert sind.
  • Eine Impfung kann ab dem 1. Lebensjahr vorgenommen werden.
  • Der Impfstoff muss für einen Langzeitschutz 2x verabreicht werden.
  • Für Kinder gibt es einen extra schwächer dosierten Impfstoff.

 

Weitere Informationen

  • Unterstützt von:: Unterstützt von:
Gelesen 141 mal

Schreibe einen Kommentar