MeineOstalb
News & Events aus der Region
Sonntag, 08 Oktober 2017 12:00

#ROTLICHTAUS Kampagne in Schwäbisch Gmünd Empfehlung

Artikel bewerten
(0 Stimmen)
von links: Schwester Eleonore, Kloster der Franziskanerinnen der ewigen Anbetung, Ingrid Krumm, 1. stellvertretende Vorsitzende von SOLWODI ("SOLidarity with WOmen in DIstress"), Elke Heer, Beauftragte für Chancengleichheit, Annabella Akcal, Gmünder Frauenforum, und Joschi Moser, Aids-Hilfe Schwäbisch Gmünd. von links: Schwester Eleonore, Kloster der Franziskanerinnen der ewigen Anbetung, Ingrid Krumm, 1. stellvertretende Vorsitzende von SOLWODI ("SOLidarity with WOmen in DIstress"), Elke Heer, Beauftragte für Chancengleichheit, Annabella Akcal, Gmünder Frauenforum, und Joschi Moser, Aids-Hilfe Schwäbisch Gmünd. Bild: Schwäbisch Gmünd

Vom 4. bis 22. Oktober gibt es Banner mit den Kampagnenmotiven die auf #ROTLICHTAUS aufmerksam machen.

Schwäbisch Gmünd (sv). #ROTLICHTAUS setzt eine klare Botschaft gegen Sexkauf und macht mit der Kampagne aufmerksam. Dazu gibt es am Montag, 16. Oktober, um 19 Uhr, im Kulturzentrum Prediger, eine Diskussionsveranstaltung mit Fachleuten aus der Beratung, der Politik und von der Polizei. Die Moderation übernimmt die ehemalige Sozialministerin des Landes Baden-Württemberg Katrin Altpeter. Vom 4. bis 22. Oktober werden an der Aalener Straße und an der Remsstraße große Banner mit den Kampagnenmotiven hängen. Auch am Spital und der Gmünder Volkshochschule werden Spannbanner zu sehen sein. Plakate und Postkarten mit den Motiven runden die lokale Kampagne ab. 

In vielen Ländern ist der Sexkauf inzwischen verboten, weil die Gesellschaften erkannt haben, dass Prostitution keine „Privatsache“ ist, sondern dass durch ihre staatliche Legalisierung alle Frauen gesellschaftlich degradiert und entwürdigt werden. Länder wie Schweden, Norwegen, Finnland, Island, Irland und Frankreich halten aus prinzipieller Sicht, Prostitution nicht mit den Menschenrechten vereinbar und haben deshalb die Nachfrage nach käuflichem Sex unter Strafe gestellt. Auch die Europäische Kommission empfiehlt seit langem ihren Mitgliedstaaten dieses Modell umzusetzen, um dem wachsenden Menschenhandel in Ländern mit legalisierter Prostitution, wirksam entgegen arbeiten zu können. 

In Deutschland hat mit der Liberalisierung des Prostitutionsgesetzes von 2001 und der EU-Osterweiterung die Prostitution in den letzten 15 Jahren ein neues, erschreckendes Gesicht erhalten. Das im Jahr 2016 verabschiedete Prostituiertenschutzgesetz (ProstSchG) bietet nur zaghafte Regulierungsbestimmungen: Der Bordellbetreiber muss ein Gewerbe anmelden und die Prostituierten müssen sich anmelden und regelmäßig zur Gesundheitsberatung gehen. 

Die Kampagne und das Ziel
Um Prostitution als Menschenrechtsverletzung zu erkennen und beenden zu können, braucht es erheblich mehr als ein paar neue Regulierungen. Es braucht einen Einstellungswandel in unserer Gesellschaft zu Frauen, zu Männern, zu gleichberechtigter und wirklich freier Sexualität. Prostitution muss als ethisches Problem verstanden werden, das zu lösen ist eine wichtige gesellschaftliche Herausforderung. 

Wir möchten mit der Kampagne eine öffentliche Debatte anstoßen, um die Ausbeutung von meist armen Frauen in der Prostitution gemeinsam zu bekämpfen. Letzten Endes geht es darum, der EU-Empfehlung Nachdruck zu verleihen, nach der die Nachfrage von käuflichem Sex nach schwedischem Modell unter Strafe zu stellen ist. Die Kampagne wurde vom Landesfrauenrat Baden-Württemberg und Sisters e.V. konzipiert. Der Landesfrauenrat vertritt als Dachverband derzeit 51 Mitgliedsverbände und mit ihnen mehr als zwei Millionen Frauen in Baden-Württemberg.

Die Motive der Kampagne sind so gestaltet, dass sie ans „Milieu“ erinnern und doch machen die Texte klar, dass es hier nichts zu beschönigen gibt. „Dein Spaß ist mein Horrortrip“, „Du kommst und ich verkomme“ und „Zu verkaufen: Körper, Freiheit, Würde“: Diese textlichen Inhalte verkehren jeden Anschein von Amüsement in ihr Gegenteil und entsprechen damit der Realität der meisten Prostituierten.

Mit der #ROTLICHTAUS Kampagne nimmt die Stadt Schwäbisch Gmünd ein wichtiges gesellschaftspolitisches Thema auf ihre Agenda und setzt ein klares Zeichen gegen die Menschenrechtsverletzung Prostitution. Als erste Stadt in Baden-Württemberg beweist sie den Mut zum Umdenken und sagt Nein zu Prostitution.

Auf der städtischen Website gibt es Informationen zur Kampagne sowie auf rotlichtaus.de. Auf der städtischen Website gibt es Informationen zur Kampagne sowie auf rotlichtaus.de. Zum ersten Mal gibt es die Kampagne in Schwäbisch Gmünd und wurde initiiert mit der Stadtverwaltung Schwäbisch Gmünd, die Gmünder Aidshilfe, das Gmünder Frauenforum und SOWLODI. 

Weitere Informationen

  • Unterstützt von:: Unterstützt von:
Gelesen 144 mal

Schreibe einen Kommentar