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Sonntag, 10 September 2017 12:00

Kontrollen von Polizei und Kommunen zum Schulbeginn für Sicheren Schulweg, weniger verletzte Kinder und mehr Sicherheit

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Stellen Sie sich den Tag vor, an dem sie abends nach Hause kommen und damit leben müssen, dass Sie ein Kind angefahren haben. Ob Sie wollen oder nicht, Sie werden ständig darüber nachdenken, wie es dem Kind gerade geht, wie es mit dem Schock und den Verletzungen zurechtkommt. Sie werden sich Vorwürfe machen, erst Recht wenn festgestellt wurde, dass sie selbst womöglich den entscheidenden Fehler gemacht haben.

Sie wollen gar nicht darüber nachdenken, weil man doch nicht jeden Unfall verhindern kann? Stimmt, ein Risiko wird sicher immer bleiben, die Teilnahme am Straßenverkehr ist gefährlich und wird es bleiben. Aber jeder kann dazu beitragen, dass weniger passiert und viele tun das auch bereits; seit Jahren und immer wieder. Manche tun das aber auch nicht, nicht immer oder nur manchmal nicht. Meist nicht aus bösem Willen, sondern weil die Zeit drängt, weil man abgelenkt ist oder einfach gedankenverloren. Weil Autofahren so zur Routine wurde, dass man es "nebenher" tut. Neben dem Planen des Tagesablaufs, neben dem Kümmern um quengelnde Kinder auf dem Rücksitz, aber auch neben dem Telefonieren oder dem Schminken. Alle diese in diesem Moment scheinbar wichtigeren Dinge werden für lange Zeit unwichtig werden, wenn Sie sich Gedanken um ein Kind machen, das durch Sie ins Krankenhaus kam, künftig Panik haben wird, vor dem täglichen Weg zur Schule oder seinen Schulweg jetzt im Rollstuhl zurücklegen muss.

Im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Aalen passierte das im vergangenen Jahr 70 Mal. 60 Schüler im Alter zwischen 6 und 17 Jahren wurden auf ihrem Schulweg leicht verletzt, 10 sogar schwer.

Schulwegunfälle 2016 (2015 in Klammern) Verkehrsunfälle Leichtverletzte Schulkinder (6-17 Jahre) Schwerverletzte 
Schulkinder (6-17 Jahre)
PP Aalen  69 (53) 60 (43) 10 (9)
Ostalbkreis  22 (11) 19 (9) 3 (2)
LK Schw. Hall 5 (9) 5 (5) 2 (4)
Rems-Murr-Kreis  42 (33) 36 (29) 5 (3)

 

Die Polizei, das Landratsamt und die Großen Kreisstädte versuchen, durch ständig stattfindende Verkehrskontrollen die Verkehrsteilnehmer immer wieder an die bestehenden Verkehrsregeln zu erinnern und wenn gegen sie verstoßen wurde, auch mit entsprechenden Anzeigen eine Änderung der Einstellung bei den Ertappten zu erreichen. Wie in jedem Jahr werden die Polizei und die Kommunen zu Beginn des neuen Schuljahres diese Kontrollen zahlenmäßig erweitern und auf Wege und Strecken konzentrieren, auf denen Kinder bevorzugt unterwegs sind und Verhaltensweisen kontrollieren, die zu solchen Unfällen führen.

Besondere Schwerpunkte sind hierbei

 

-die Überwachung der Gurtanlege- und Kindersicherungspflicht,
-Geschwindigkeitskontrollen, insbesondere an Stellen mit erhöhten Unfallgefahren für Kinder und Jugendliche und im Bereich der Schulwege,
-das Verhalten der Kraftfahrzeugführenden gegenüber öffentlichen Verkehrsmitteln und Schulbussen sowie an Bushaltestellen, Fußgängerfurten und -überwegen,
-die Ahndung von Verstößen gegen Park- oder Haltverbote sowie die Nutzung von Mobiltelefonen im Umfeld von Schulen, Kindergärten oder geschützten Überwegen,
-die Überprüfung der technischen Sicherheit der von Schülerinnen und Schülern genutzten Verkehrsmittel im Straßenverkehr, insbesondere der Fahrräder sowie
-die Überwachung des Verhaltens von Schülerinnen und Schülern auf den Schul- und Radwegen.

Daraus sieht man, dass nicht nur "die Anderen" kontrolliert und zu sensiblerem Verhalten angehalten werden sollen, sondern auch die Eltern selbst überprüft und, wo nötig, an ihren eigenen Beitrag zur Sicherheit ihrer Kinder erinnert werden sollen. Kindersitz, Gurt, Fahrradhelm, verkehrssicheres Fahrrad müssen eine Selbstverständlichkeit sein. Wo nicht, werden neben Belehrungen auch Strafen ausgesprochen werden.

Anmerkung: In besonderem Maße wird die Gefahr für Kinder als Mitfahrende in Kraftfahrzeugen, auch der Eltern, unterschätzt. Bei einem Aufprall mit Tempo 50 "wiegt" jeder Insasse kurzzeitig das 30-fache seines Körpergewichts. Ohne passenden Kindersitz haben Kinder ein siebenfach höheres Risiko tödlicher oder schwerster Unfallverletzungen. Die korrekte Sicherung im Kindersitz oder mit Sitzkissen - auch auf kurzen Strecken - ist deshalb ein absolutes Muss.

Ein leidiges Thema sind auch verkehrswidrig abgestellte Fahrzeuge vor Schulen und Kindergärten geblieben. Hier sind es oft die Eltern selbst, die mit ihren "Elterntaxis" unnötige Gefahrenmomente schaffen. Das soll durch entsprechende Maßnahmen der Behörden und der Polizei zumindest weiter reduziert werden.

Die Landesverkehrswacht unterstützt  die Maßnahmen zur Aktion Sicherer Schulweg auf örtlicher Ebene auch in diesem Jahr wieder. Für die an der Aktion Beteiligten stellt die LVW Groß-Plakate mit dem Titel "Schulanfänger - Verkehrsanfänger" und Spannbänder "Schule hat begonnen" sowie verschiedene Autoaufkleber und Ampel-Schilder zur Verfügung.

Die Unfallkasse Baden-Württemberg fördert auch in diesem Jahr wieder die Aktion Sicherer Schulweg mit zahlreichen Aufführungen des Präventions-Theaterstückes "Das kleine Zebra - die etwas andere Verkehrserziehung".

 

Weitere Informationen und Tipps zum sicheren Schulweg finden Sie im Internet unter:

 

www.gib-acht-im-verkehr.de
www.bus-fahren-aber-richtig.gib-acht-im-verkehr.de
www.schuetze-dein-bestes.de
http://schuelerfairkehr.gib-acht-im-verkehr.de
https://im.badenwuerttemberg.de/de/sicherheit/polizei/praevention/verkehrspraevention
www.das-kleine-zebra.de

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