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Samstag, 29 Juli 2017 12:00

Alphabeta 2017 – Ein journalistischer Querschnitt durch den Ostalbkreis

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v. l. n. r.: Deutschlehrer und Herausgeber Dr. Helmut Rössler, Reportagenschreiber und Fazitpreisträger Aileen Heselich und Christoph Unfried, Landrat Klaus Pavel. v. l. n. r.: Deutschlehrer und Herausgeber Dr. Helmut Rössler, Reportagenschreiber und Fazitpreisträger Aileen Heselich und Christoph Unfried, Landrat Klaus Pavel. Bild: Landratsamt Ostalbkreis

Über keinen Kreis wird seit über zwanzig Jahren häufiger in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung geschrieben als über den Ostalbkreis. Dass dies auch in den vergangenen 15 Monaten so war, dafür sorgte der Deutschkurs von Dr. Helmut Rössler am Heubacher Rosenstein-Gymnasium. Ihre Reportagen sind jetzt in Buchform erschienen. Die Nachlese unter dem Titel "Alphabeta 2017" vereinigt 38 veröffentlichte Artikel, die Schüler im Rahmen des Jahresschreibprojekts "Jugend schreibt" für die FAZ verfasst haben. 


In dem nun vorliegenden Sammelband "Alphabeta 2017", bereits der zwölfte Alphabetaband mit Reportagen aus der Region, tauchen besonders oft als Autoren Aileen Heselich und Christoph Unfried auf. In seiner Laudatio bei der Verleihung des mit 5.000 Euro dotierten Fazitpreises lobte der FAZ-Herausgeber Holger Stelzner die besonders große Bandbreite dieser beiden Heubacher Reportagenschreiber, die zudem mit ihren Mitschülern wieder einmal die erfolgreichste Gruppe unter den hundert teilnehmenden Schulen aus ganz Deutschland stellte. Das Spektrum der Reportagen der Fazit-Preisträgerin Aileen Heselich reicht von der Kinderuni der PH Gmünd über Einbürgerungskurse an der VHS über den sogenannten Rauchersportclub am Gmünder Markplatz bis hin zu einer Reportage über die Trendsportart Slacklining, worin sie über zwei Studenten schreibt, die Schluchten und Gebäude auf Seilen überqueren. Von Christoph Unfried finden sich unter anderen im Sammelband Reportagen über einen Bauernhof, der sich seltenen Tierrassen und Kulturpflanzen verschrieben hat, aber auch ein Portrait des Namenserfinders Manfred Gotta, dank dessen Kreativität es heute Autos mit den Namen Smart, Twingo, Cayenne und Panamera gibt. Aber Christoph Unfried hat in der FAZ auch Reportagen über einen hessischen Starkoch aus Hongkong veröffentlicht, über das im Ostalbkreis immer beliebter werdende Tauziehen sowie über einen Falkner bei Gschwend, der sich ein Leben ohne seine 41 Greifvögel nicht vorstellen kann. 

Aber auch viele andere Schüler des diesjährigen Heubacher Abiturjahrgangs sind mit mehreren Reportagen in der FAZ vertreten gewesen. Auch ihre Arbeiten sind in dieser Nachlese enthalten und erblicken sozusagen nun ein zweites Mal das Licht der Öffentlichkeit. Darunter sind die Arbeiten von Levent Beyer, der einen Historiker vorstellt, der sich der NS-Täterforschung in Württemberg verschrieben hat. Darüber hinaus portraitiert er eine Europaabgeordnete und stellt das Waldstetter Heimatmuseum vor. Alina Domhan stellte den eine Million Lesern der FAZ einen lokalen Waldkindergarten vor, die Artistenschule vom Rappenhof und eine Schwäbin, die ihre Lebensaufgabe in einem Kinderdorf in Tansania gefunden hat. Das bunte Panorama des Ostalbkreises wird ergänzt durch die eindrücklichen Reportagen von Emily Dennochweiler und Jana Heselich. Erstere schildert das Training in der Nachwuchsjudokaschmiede Heubach mitsamt der Bedeutung für die Charakterbildung der Heranwachsenden, bevor sie begeisterte Schüler beschreibt, wie sie das Aalener Limesmuseum in Besitz nehmen. Jana Heselich stellt Rainer Reusch und sein Schattentheater vor und widmet sich der Erforschung der Albhöhlen mit besonderem Blick auf die Erkundung des Heubacher Teufelsklingenbröllers. Weitere Reportagen beschäftigen sich unter anderem mit einem Teslafahrer, mit einem Mercedestestfahrer, mit einem der letzten Graveure, mit der einzigen Xylothek Ostwürttembergs, mit einem Trainer für Führungskräfte, mit dem Heubacher Tauchclub, einem Profiskipper oder mit dem Nutzen von Cochlea Implantaten in St. Josef in Schwäbisch Gmünd.

In einem Leserbrief in der FAZ wurde den Heubacher Nachwuchsjournalisten bescheinigt, ihre Reportagen seien "anrührend geschildert" und zeugten von einer am Detail interessierten Beobachtung. Sie hätten "einen Blick und das Gespür entwickelt für wenig Spektakuläres, abseits der Magnetereignisse und des Masseninteresses". Landrat Klaus Pavel meinte bei der Präsentation von "Alphabeta 2017", er werde diese Reportagen mit dem gleichen Interesse lesen wie die der vorangegangenen Sammelbände. Im hinteren Teil der Anthologie finden sich noch drei Wirtschaftsreportagen, die von Schülern für die FAZ-Seite "Jugend und Wirtschaft" geschrieben wurden.

"Alphabeta 2017" mit seinen zweispaltig eng bedruckten 90 Seiten ist für 6 Euro in Heubacher Buchhandlungen erhältlich.

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