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Samstag, 09 September 2017 12:00

NetCom BW und GmündCOM werden Netzbetreiber im Ostalbkreis

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Freuen sich über die Unterzeichnung des Netzbetriebsvertrags für die Breitbandversorgung mit Hoch- und Höchstgeschwindigkeit im Ostalbkreis. Sitzend v.l.: Jens Schilling (Komm.Pakt.Net), Landrat Klaus Pavel, Bernhard Palm (NetCom BW GmbH). Stehend v.l.: Matthias Sonnentag, Rainer Steffens, Stephan Crummenauer (alle GmündCom GmbH), Bürgermeister Karl-Heinz Ehrmann (Aalen), Peter Bieg (NetCom BW GmbH), Bürgermeister Manfred Haase (Tannhausen), Michael Schlichenmaier (Stadt Schwäbisch Gmünd), Andrea Hahn (Breitbandkoordinatorin Ostalbkreis) Freuen sich über die Unterzeichnung des Netzbetriebsvertrags für die Breitbandversorgung mit Hoch- und Höchstgeschwindigkeit im Ostalbkreis. Sitzend v.l.: Jens Schilling (Komm.Pakt.Net), Landrat Klaus Pavel, Bernhard Palm (NetCom BW GmbH). Stehend v.l.: Matthias Sonnentag, Rainer Steffens, Stephan Crummenauer (alle GmündCom GmbH), Bürgermeister Karl-Heinz Ehrmann (Aalen), Peter Bieg (NetCom BW GmbH), Bürgermeister Manfred Haase (Tannhausen), Michael Schlichenmaier (Stadt Schwäbisch Gmünd), Andrea Hahn (Breitbandkoordinatorin Ostalbkreis) Bild: Landratsamt Ostalbkreis

Das Internet mit Höchstgeschwindigkeit kommt im Ostalbkreis einen großen Schritt voran. Der Verbund Komm.Pakt.Net verpachtet das kommunale Glasfasernetz an die NetCom BW GmbH. Ein entsprechender Netzbetriebsvertrag zwischen Komm.Pakt.Net und der NetCom BW GmbH für den Ostalbkreis wurde heute (4. September 2017) im Landratsamt in Aalen im Beisein von Landrat Klaus Pavel und Vertretern der Kommunen unterzeichnet.

Das kommunale Breitband-Netz besteht aus dem Backbone, das vom Ostalbkreis gebaut wird, und den daran anschließenden Ortsnetzen der Städte und Gemeinden. Ziel des kommunalen Ausbaus im Ostalbkreis ist eine möglichst flächendeckende Glasfaserversorgung bis zum Endkunden, um den Standort zukunftssicher für den rasant ansteigenden Bandbreitenbedarf von Unternehmen, Bildungseinrichtungen und Privatpersonen aufzustellen.


"Der Erfolg der Netzbetreiberausschreibung ist im Wesentlichen dem hohen Engagement und der Größe des Verbunds Komm.Pakt.Net zu verdanken. Einzelne Gemeinden hätten dieses Ergebnis nicht erreichen können", so Landrat Klaus Pavel. Komm.Pakt.Net wurde im November 2015 als Zusammenschluss von mehr als 200 Städten und Gemeinden und 8 Landkreisen gegründet, darunter der Ostalbkreis und seine 42 Kommunen. Der Verbund hat parallel zum Ostalbkreis noch weitere Gebiete wie den Alb-Donau-Kreis sowie Bereiche in den Landkreisen Biberach, Bodenseekreis, Freudenstadt und Zollernalbkreis ausgeschrieben.

Der Entscheidung zum Netzbetrieb war ein europaweites Verhandlungsverfahren mit Teilnehmerwettbewerb vorausgegangen, das vom Verbund Komm.Pakt.Net ausgeschrieben wurde. Nun erfolgte die Vergabe im Ostalbkreis an die NetCom BW GmbH, die sich zusammen mit der GmündCOM GmbH an der Ausschreibung beteiligt hatte. Der Vertrag hat eine Laufzeit von 15 Jahren.

"Für den Endkunden sehr gute Konditionen zu absolut marktüblichen Preisen"
Landrat Klaus Pavel


"Mit der NetCom BW GmbH als Betreiber können wir an den exponentiellen Entwicklungen im Hinblick auf Industrie 4.0, dem Internet der Dinge, Telemedizin, selbstbestimmtem Leben im Alter, autonomem Fahren, Mobilität und Unterhaltung teilhaben", so der Vorstand von Komm.Pakt.Net, Jens Schilling. "Die europaweite Ausschreibung hat sehr konkurrenzfähige Endkundenpreise ergeben, die für unsere Unternehmen und Einwohner ein attraktives Angebot darstellen. Damit sichern wir die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie, den Wohlstand und die Attraktivität in den Landkreisen", betonte Schilling.
Landrat Klaus Pavel, der auch stellvertretender Vorsitzender des Verwaltungsrates von Komm.Pakt.Net ist, freute sich, dass man mit der Netcom BW GmbH und der GmündCom GmbH einen ausgesprochen leistungsfähigen Netzbetreiber gefunden habe, der für den Endkunden sehr gute Konditionen zu absolut marktüblichen Preisen biete. Damit haben Unternehmen sowie Bürgerinnen und Bürger nun Sicherheit bei den Verträgen und Hausanschlüssen. "Außerdem ermöglicht das Ergebnis des Ausschreibungsverfahrens langfristig auch einen Kapitalrückfluss an die beteiligten Kommunen", betonte Pavel.


Informationen über den Netzbetreiber


Die NetCom BW GmbH mit Sitz in Ellwangen wurde 2014 gegründet und ist eine Konzerngesellschaft der EnBW Energie Baden-Württemberg AG. Sie betreibt mit über 10.000 Kilometer eines der größten Backbone-Netze in Baden-Württemberg und ist Netzbetreiber in insgesamt 250 Städten und Gemeinden, darunter auch Kommunen im Ostalbkreis. Mit ihren innovativen Dienstleistungen in den Geschäftsfeldern Datenkommunikation, Standortvernetzung, Telefonie und Services ist die NetCom BW eine anerkannte Größe im heimischen Telekommunikations- und IT-Markt.

Bernhard Palm, Geschäftsführer der NetCom BW GmbH, freut sich ebenfalls auf die Kooperation: "Komm.Pakt.Net hat mit dem konsequenten Aufbau eines kreisweiten Glasfasernetzes eine wichtige Aufgabe in Baden-Württemberg übernommen, weil damit die Grundlage für die kommende Gigabit-Gesellschaft gelegt wird. Von diesem Innovationsschub profitieren sowohl Gewerbe und Industrie als auch die Bevölkerung in den Landkreisen“. Im Ostalbkreis hat sich die NetCom BW GmbH zusammen mit der GmündCom GmbH, einer Tochter der Stadtwerke Schwäbisch Gmünd, vertreten durch Rainer Steffens, Stephan Crummenauer und Matthias Sonnentag, an der Ausschreibung beteiligt. Die Geschäftsführer sehen in der partnerschaftlichen Zusammenarbeit die Weichen richtig gestellt, um den Ostalbkreis in die Gigabit- Gesellschaft zu führen.

Mit dem Abschluss des Netzbetriebsvertrags können nun zeitnah alle bereits fertiggestellten Backbone- und Gemeindenetze in Betrieb genommen werden. Abstimmungsgespräche mit den entsprechenden Kommunen sind terminiert. Aber auch alle derzeit noch im Bau befindlichen oder in den nächsten Jahren geplanten Ausbaumaßnahmen haben dadurch ihren Betreiber schon sicher, da sie als Potenziale in die Ausschreibung eingegangen waren. 


Vorausgegangene und derzeitige Aktivitäten im Ostalbkreis zum Breitbandausbau


Seit dem Inkrafttreten der ersten Breitbandförderrichtlinie des Landes Baden-Württemberg in 2008 haben der Ostalbkreis und seine Städte und Gemeinden schon in erheblichem Umfang in den Ausbau der Breitbandinfrastruktur investiert. Gebaut werden darf von kommunaler Seite allerdings nicht überall, wo es wünschenswert wäre, sondern nur dort, wo nachweislich eine Unterversorgung (sog. Weißer Fleck) vorliegt und kein Eingriff in den freien Markt erfolgt. Diese Gebiete wurden vom Ostalbkreis im Rahmen einer Markterkundung im März 2016 definiert. "Mit der Erstellung einer kreisweiten Breitband-Netzplanung als Modellprojekt des Landes Baden-Württemberg hat der Ostalbkreis aber bereits 2015 eine wichtige Basis für den abgestimmten Infrastrukturausbau gelegt" erklärt Landrat Klaus Pavel. Durch diese Planung, die von der Tele-Kabel-Ingenieurgesellschaft mbH (TKI) durchgeführt wurde, verfügen der Ostalbkreis sowie seine Städte und Gemeinden über eine Grobplanung des Backbone-Netzes, über eine FTTC-Planung (Glasfaser bis zum Kabelverzweiger) für die unterversorgten Gebiete sowie über eine FTTB-Struktur- bzw. Feinplanung (Glasfaser bis zum Gebäude). Insgesamt wurden 90.644 Gebäude mit 152.855 Wohn- und Gewerbeeinheiten beplant. Das Backbone-Netz, welches den Einstiegsring ins Internet und die Verbindung zu den Ortsnetzen darstellt, erstreckt sich im Ostalbkreis über eine Länge von rund 1.100 km. Davon müssen vom Ostalbkreis ca. 375 km neu gebaut werden. Über 730 km befinden sich in den Händen öffentlicher und privater Träger und müssen sukzessive vom Ostalbkreis zur Nutzung angemietet werden, um dem Betreiber ein vollständiges Backbone anbieten zu können.

Der Ausbau der Breitbandinfrastruktur erfolgt über Neuverlegungen von Leerrohren mit Glasfasereinzug und zum Teil auch über Mitverlegungen bei anderen Baumaßnahmen. Landkreis und Kommunen sind dabei in enger Abstimmung, um mögliche Synergien bei der Verlegung von Backbone und Gemeindenetz im gleichen Graben zu nutzen. Bislang wurden 159 Förderanträge für Einzelprojekte durch den Landkreis und seine Kommunen beim Land gestellt. Davon sind bis jetzt 140 bewilligt und somit bereits umgesetzt, derzeit im Bau oder in der Tiefbauausschreibung. Dahinter stehen Gesamtinvestitionen von rund 32 Mio. EUR und 277 km Trassenbau, davon 88 km für das Backbone. Bislang flossen dafür Fördermittel des Landes in Höhe von rund 16 Mio. EUR in den Ostalbkreis. Der Ausbau des Backbones soll bis 2020 abgeschlossen werden. Aktuell wird, zum Teil in Verbindung mit Ortsnetzen, in folgenden Bereichen im Ostalbkreis gebaut: Ellwangen, Eschach, Gschwend, Jagstzell, Mutlangen, Rosenberg, Stödtlen und Waldstetten. Weitere Maßnahmen stehen unmittelbar bevor oder sind in der Vorbereitung.

Auf dem Weg zur superschnellen Glasfaserversorgung bis in jedes Haus wird in den derzeit unterversorgten Gebieten bei den Ortsnetzen zunächst mit einer Brückentechnologie mit VDSL und, wo möglich, sofort mit Glasfaser bis zum Gebäude (FTTB) ausgebaut. Dies bedeutet, dass den Bürgerinnen und Bürgern kurzfristig eine Mindestbandbreite von 50 Mbit/s zur Verfügung steht. Die NetCom BW bietet auf diesem Highspeed-Netz künftig ihre Dienste wie Internet, Telefonie und IP-Fernsehen an. Damit stehen der Industrie und den Bürgern Zug um Zug ultraschnelle, moderne und zukunftsfähige Anschlüsse zur Verfügung. Neben Tarifen für Privatkunden mit aktuell 50 bzw. 200 Mbit/s im Down- und 10 bzw. 50 Mbit/s im Upload sind auch verschiedene symmetrische Tarife für gewerbliche Kunden im Angebot. Die Geschwindigkeiten können dank der modernen Technologie künftig schnell weiter nach oben angepasst werden, so wie es der Markt verlangt.



Informationen zu Komm.Pakt.Net:


Komm.Pakt.Net wurde im November 2015 als Zusammenschluss von mehr als 200 Städten und Gemeinden und 8 Landkreisen gegründet. Ziel des kommunalen Zusammenschlusses ist es, im Verbundgebiet jeden Privathaushalt, jeden Gewerbebetrieb und alle kommunalen Einrichtungen mit Glasfaser anzubinden. Je größer das Breitbandnetz, desto attraktiver ist es für potentielle Netzbetreiber und desto kostengünstiger sind die Konditionen für den kommunalen Netzausbau. Backbonenetze in den einzelnen Landkreisen bilden die Grundlage für die leistungsfähigen innerörtlichen Glasfasernetze. Komm.Pakt.Net verpachtet das zukunftsfähige Gesamtnetz für einen festgeschriebenen Zeitraum an Netzbetreiber. Damit wird die Daseinsfürsorge im ländlichen Raum im Bereich Breitband gewährleistet und die Zukunftsfähigkeit des Standorts gestärkt.

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