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Montag, 04 September 2017 18:00

Kinderkliniken der Kliniken Ostalb fusionieren Empfehlung

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Die Kinderkliniken der Kliniken Ostalb fusionieren zum 1. Januar 2018. Dadurch entsteht eine der größten Kinderkliniken Baden-Württembergs. Die Zusammenlegung baut gleichzeitig das Leistungsspektrum in den Häusern aus: So wird es künftig neue medizinische Angebote an den Standorten geben, wie Kinderpneumologie am Standort Mutlangen und Neuropädiatrie am Standort Aalen. Leiter des neuen Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin wird der bisherige Mutlanger Chefarzt Dr. Jochen Riedel. Als Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin, Kinderkardiologe, EMAH-Kardiologie (Erwachsene mit angeborenen Herzerkrankungen) sowie Neonatologe bringt er eine langjährige Expertise für die neue Position mit. Des Weiteren umfasst er auch die Weiterbildung im Bereich Notfallmedizin und Pädiatrische Intensivmedizin. 


"Mit der Fusion tragen wir dem neuen Krankenhausstrukturgesetz Rechnung", betont Landrat Klaus Pavel, Verwaltungsratsvorsitzender der Kliniken Ostalb gkAöR. "Die neuen bundesweiten Richtlinien für eine medizinisch verbesserte Versorgung betreffen auch die Geburtshilfe. Sie geben uns klare personelle, strukturelle und organisatorische Anforderungen vor, die natürlich auch höhere Kosten verursachen." Um den Vorgaben einer höheren Spezialisierung Rechnung zu tragen und gleichzeitig Kosten zu sparen, bündeln die Kliniken Ostalb künftig ihr Leistungsspektrum innerhalb des Verbundes. "Der Wandel von einer bisher standortgeprägten hin zu einer standortübergreifenden Organisation macht neue Strukturen notwendig. Deshalb werden wir die Kliniken, Institute und Abteilungen unserer drei Standorte nach und nach in standortübergreifende Bereiche unterteilen", erklärt Axel Janischowski, Vorstandsvorsitzender der Kliniken Ostalb. "Darunter verstehen wir Organisationseinheiten gleicher oder verwandter Fachdisziplinen, in denen unsere Patienten nach einheitlichen Standards behandelt werden. Dadurch können wir künftig ein deutlich breiter aufgestelltes Kompetenzspektrum anbieten und unsere Personalentwicklung weiter verbessern."


Personal wird aufgestockt


Den Anfang macht jetzt die Kindermedizin. Der Zusammenschluss soll vor allem die in den Richtlinien zur Strukturqualität geforderte Fachpersonalquote sichern, welche die einzelnen Kinderkliniken bisher vor große Probleme gestellt hat. Axel Janischowski: "Gerade in dem Bereich herrscht ein eklatanter Mangel auf dem Arbeitsmarkt, wir suchen weiter verstärkt nach Gesundheits- und Kinderkrankenpflegepersonal mit Berufserfahrung oder Fachweiterbildung." Mit der Zusammenlegung werde also kein Personal eingespart, sondern sogar noch aufgestockt.


In Aalen werden weiterhin Frühchen versorgt


Die Fusion sichert die qualitativ hochwertige Versorgung der Frühgeborenen: "Die Frühgeborenen-Station in Mutlangen behält mit dem Level 1 die höchste Versorgungsstufe eines Perinatalzentrums", versichert Landrat Klaus Pavel. Am Standort Aalen werde ein perinataler Schwerpunkt vorgehalten, die Reif- und Frühgeborene ab einem Geburtsgewicht von 1.500 Gramm und Schwangere ab der 32. Schwangerschaftswoche versorgt. Das heißt, die Kinderklinik hält eine Einheit mit der Möglichkeit einer intensivmedizinischen Behandlung und Überwachung vor. Damit sind auch weiterhin Risikoschwangerschaften am Standort Aalen medizinisch bestens versorgt. "Bereits vor der Geburt werden durch Zusammenarbeit der Fachbereiche Geburtshilfe und Neonatologie Risikoschwangerschaften gemeinschaftlich innerhalb des neuen standortübergreifenden Fachbereichs der Kindermedizin und Geburtshilfe besprochen und mit den werdenden Eltern die bestmöglichste Versorgung abgeklärt. In den meisten Fällen sind schwangere Frauen mit drohender Frühgeburt bereits vorgeburtlich in stationärer Behandlung, je nach Risiko entweder in Aalen oder Mutlangen."


Zu 99 Prozent bleibt es wie heute 

Zum Vergleich: 2016 wurden im Aalener Ostalb-Klinikum vier Frühgeborene unter 1.250 Gramm sowie acht Frühgeborene zwischen 1.250 und 1.499 Gramm als Patienten aufgenommen. Axel Janischowski: "Diese würden künftig in Mutlangen auf höchstem medizinischen Niveau versorgt werden." Dagegen seien in Mutlangen im vergangenen Jahr 23 Frühgeborene unter 1.250 Gramm sowie vier Frühgeborene zwischen 1.249 und 1.499 Gramm aufgenommen worden. "99 Prozent aller Geburten werden also weiter an den bisherigen Standorten verbleiben mit bester medizinischer Versorgung."

Die Geburtshilfe am Standort Ellwangen wird weiterhin von der Kinderklinik am Standort Aalen versorgt. 

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