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Sonntag, 18 Juni 2017 12:00

30 Jahre Jubiläum: Große Landes-Rassenschau für das „Leintäler“ in Schechingen

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Limpurger im Familienverband, Bulle und Kuh, die bald ihr Kalb zur Welt bringen wird. Limpurger im Familienverband, Bulle und Kuh, die bald ihr Kalb zur Welt bringen wird. Bild: Züchtervereinigung Limpurger Rind

Seit dem Ende des 30-jährigen Krieges war das Leintäler Rind, nach dem Verbreitungsgebiet in der ehemaligen Grafschaft Limpurg „Limpurger Rind“ genannt, ein wichtiger Bestandteil der Landwirtschaft, als Arbeitstier, als Milch- und Fleischlieferant. Doch nach einem Verdrängungswettbewerb mit anderen Rassen galt das Dreinutzungsrind in den 1980er Jahren offiziell als ausgestorben. Engagierte Landwirte haben die vielseitige Rasse gerettet, heute gibt es wieder fast 1000 dieser stolzen Rinder.

Der Riedhof zwischen Heuchlingen und Schechingen liegt idyllisch. Fährt man auf den Hof, begegnen einem wunderschöne Rinder, an denen eines auffällt, alle Tiere tragen ihre Hörner. Ruhig nähern sich die Limpurger dem Besucher, neugierig und freundlich. Selbst der mit den Kühen auf der Weide stehende Bulle mustert den Fremden ohne Wildheit, immerhin hat er einige Frauen zu bewachen und zu beschützen. Josef Holl, Landwirt auf dem Riedhof und Besitzer der Limpurger Rinder war von Anfang an dabei, als es galt das sogenannte Dreinutzungsrind zu erhalten. „Wir wollten es einfach nicht wahrhaben, dass so eine tolle Rinderrasse nach 350 Jahren aussterben sollte. Offiziell galt es als ausgestorben, aber es konnten 1986 durch eine Untersuchung noch knapp 60 Rinder gefunden werden, die limpurgerblütig waren“, so Josef Holl zum Zustand der Rasse zur damaligen Zeit.
14 Mitglieder, 56 Kühe, so lautete die Bilanz 1987, als die Züchtervereinigung „Limpurger Rind“ gegründet wurde, mit dem Ziel, die Rasse mit dem feinen Knochenbau, der guten Milchleistung und dem vorzüglichen, zarten Fleisch zu retten.
Immer noch gefährdet, aber mit fast 1000 Tieren mittlerweile stabilisiert, kann das Limpurger Rind einer Zukunft entgegenblicken und die Züchtervereinigung ihr 30-jähriges Jubiläum feiern. Und gefeiert wird am kommenden Samstag, 24. Juni mit einer Landes-Rasseschau auf dem Marktplatz in Schechingen. Los geht’s um 9 Uhr mit dem Auftrieb der Tiere. Vom Bullen über Milchkühe, Mutterkühe mit ihren Kälbern, Fresser und Absetzer, in jedem Lebensalter wird sich die regionale Rinderrasse mit seinen schönen Braunfärbungen präsentieren.
Um 11.30 Uhr wird sich die Züchterjugend mit einem Vorführwettbewerb präsentieren und fachkundige Richter werden die Milch- und die Mutterkühe prämieren. Um 14 Uhr werden die Sieger ausgewählt und geehrt. Mit einem gemeinsamen Essen endet dann die Landes-Rasseschau.
„Wir wollen das Limpurger Rind mit seinen Eigenschaften vorstellen, wollen zeigen, dass diese alte Rasse ein wertvoller Grasverwerter, Milch- und Fleischlieferant ist“, freut sich Josef Holl mit seinen Züchterkollegen über viele Besucher. „Wir wollen auch Lust machen auf ein fein marmoriertes, zartes Fleisch, dass es sicherlich nicht beim Discounter, aber bei den Züchtern ab Hof, ausgewählten Metzgereien und natürlich in Wirtschaften und Restaurants gibt.“ Seit einigen Jahren wird der im Alter von 30 Monaten geschlachtete Weideochse vom Limpurger Rind als Presidio von Slow Food den Menschen und der guten regionalen Gastronomie nähergebracht. „Wir erleben die Rückkehr vieler Menschen zu Qualität und Regionalität. Lieber weniger, aber dafür exzellent ist die Devise.“
Neben den Tieren wird es viele Informationen von der Züchtervereinigung „Limpurger Rind“ geben, darunter auch ein Verzeichnis, wo man das Fleisch beziehen oder genießen kann. Denn mit dem Kauf der Milch der Tiere und deren Fleisch sichert man die Existenz der Höfe, die die Limpurger halten und Züchten. Und nicht zuletzt sichert man dauerhaft die Erhaltung dieser wunderschönen, langlebigen, robusten und genügsamen Rinderrasse, die es in Schechingen zu bewundern geben wird.

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