MeineOstalb

MEINEOSTALB.de

Dienstag, 02 Januar 2018 12:00

Steigende Nitratkonzentrationen im Grundwasser - Schutzgebiet Egautal wird wieder Problemgebiet

Artikel bewerten
(0 Stimmen)
Steigende Nitratkonzentrationen im Grundwasser - Schutzgebiet Egautal wird wieder Problemgebiet Bild: Landratsamt Ostalbkreis

Aufgrund steigender Nitratgehalte im Grundwasser wird das Wasserschutzgebiet "Egautal" der Landeswasserversorgung, erneut nach 2007 bis 2010, als Problemgebiet eingestuft. Ab dem 01.01.2018 sind dann wieder höhere Schutzauflagen bei der landwirtschaftlichen Nutzung zu beachten. 

Die Einstufung als Problemgebiet ergibt sich aus der Schutzgebiets- und Ausgleichsverordnung (SchALVO), da die durchschnittliche Nitratkonzentration im Rohwasser der Buchbrunnenquelle des Zweckverbands Landeswasserversorgung bei Dischingen mehr als 25 mg/l (Milligramm je Liter) beträgt und gleichzeitig einen ansteigenden Trend von mehr als 0,5 mg/l pro Jahr über die Dauer von fünf Jahren aufweist. Das Wasserschutzgebiet Egautal bleibt mindestens drei Jahre Problemgebiet. Sollte dann der Trend des Nitratgehaltes niedriger sein als 0,5 mg/l pro Jahr und die Konzentration unter 35 mg/l liegen, kann das Wasserschutzgebiet wieder in ein sogenanntes Normalgebiet umgestuft werden.

Das Nitratproblemgebiet umfasst im Wesentlichen das gesamte Wasserschutzgebiet für die Grundwasserfassungen im Egautal östlich der Bundesautobahn A7 sowie die Ortslage von Waldhausen und den Bereich östlich der Ortslage von Ebnat bis zur Bundesautobahn A7.
Aufgrund der hydrogeologischen Verhältnisse kann davon ein Teilbereich westlich der Ortslage bei Waldhausen und westlich der Bundesautobahn A7 bei Ebnat ausgenommen werden. Dieser Bereich bleibt ein Normalgebiet, die weitergehenden Schutzauflagen gelten dort nicht.

Mit der Einstufung der Wasserschutzgebiete in Nitratklassen können schon frühzeitig Maßnahmen ergriffen und so verhindert werden, dass die Nitratgehalte weiter ansteigen. Aktuell liegen die Werte der Buchbrunnenquelle der Landeswasserversorgung bei 31 mg/l. Der Grenzwert im Trinkwasser beträgt nach der Trinkwasserverordnung 50 mg/l. Für die Verbraucher ergeben sich durch die Einstufung des Wasserschutzgebietes Egautal zum Problemgebiet keinerlei Veränderungen.

Die Einstufung und die Abgrenzung des Teilbereiches wird im Amtsblatt des Ostalbkreises vom 22. Dezember 2017 sowie in den Tageszeitungen im Landkreis Heidenheim bekannt gemacht. Karten mit der flurstücksgenauen Gebietsabgrenzung können im Geoportal des Ostalbkreises "Ostalbmap" (https://gis.engeo.de/gisbis/synserver?project=ostalbmap&client=flexjs&view=nitratgebiete) und im Geoportal des Landkreises Heidenheim (http://buergerinfo.landkreis-heidenheim.de/cadenza/commands.xhtml?Login.Username=Geoportal&Login.Password=Geoportal&Show.RepositoryItem.Id=Datenquellen.GeoPortal.Wasser.geoportal_problemgebiet_egautal.mml) eingesehen werden.

In erster Linie sind die Landwirte betroffen, die in diesem Wasserschutzgebiet insgesamt eine Fläche von ca. 11.300 ha bewirtschaften. In Problemgebieten gelten besondere Bewirtschaftungsauflagen zur Verminderung des Stickstoffeintrages. Sie betreffen die Stickstoff-Düngung zu bestimmten Kulturen, die Untersuchung von Wirtschaftsdüngern, die Begrünung nach der Ernte und Vorgaben zur Bodenbearbeitung bei bestimmten Kulturen. Eine dieser Auflagen betrifft die Stickstoff-Düngung im Frühjahr. So ist nach Kartoffeln und Vorfrüchten mit stickstoffreichen Ernteresten (Leguminosen und Winterraps) eine repräsentative Bodenprobenahme auf mindestens 50 Prozent der betroffenen Schläge und eine Düngeberechnung vorgeschrieben. Einzelheiten sind dem Merkblatt zur Schutzgebiets- und Ausgleichsverordnung zu entnehmen. Das Merkblatt ist im Internet unter http://www.landwirtschaft.ostalbkreis.deunter dem Menüpunkt "Pflanzliche Erzeugung/Wasserschutz/SchALVO" zum Download verfügbar. 

Für die Einhaltung der Bewirtschaftungsauflagen wird ein Ausgleich gewährt, der bei den Unteren Landwirtschaftsbehörden im Gemeinsamen Antrag beantragt werden kann.

Zur Abgrenzung des Problemgebietes und den Bewirtschaftungsauflagen in Problemgebieten informieren die Landratsämter Heidenheim und Ostalbkreis in zwei Veranstaltungen. Sie finden am Montag, den 29.01.2018 um 19:30 Uhr in der Turnhalle in Eglingen und am Mittwoch, den 31.01.2018 um 14:00 Uhr in der Turn- und Festhalle in Neresheim-Elchingen statt. 

Auskünfte zu den Bewirtschaftungsauflagen erteilen auch die Bereiche Landwirtschaft des Landratsamtes Ostalbkreis unter der Nummer 07961 9059-3651 und des Landratsamtes Heidenheim unter der Nummer 07321 321-1348.

Hintergrundinformation Nitrat

Nitrat ist als stickstoffhaltige Verbindung ein wichtiger Pflanzennährstoff. Es ist Teil des natürlichen Stickstoffkreislaufes. Durch Auswaschungsprozesse wird Nitrat vom Sickerwasser erfasst und gelangt so in das Grundwasser.
Entgegen dem bundeweiten eher steigenden Trend hat die Nitratbelastung in Baden-Württemberg seit 1994 um 22 %, seit 2001 um 13 % abgenommen. Trotzdem stellt Nitrat die Hauptbelastung des Grundwassers in der Fläche dar.
Die mittelfristige Nitratentwicklung in Baden-Württemberg seit 1994 zeigt, dass sich 2016 der seit rund 20 Jahren festgestellte fallende Trend weiter fortsetzt. Trotz insgesamt rückläufiger Werte kann es immer wieder zu deutlichen Belastungsanstiegen kommen. Ursache können verstärkte Auswaschungen in regenreichen Zeiten oder verminderte Stickstoffaufnahme der Pflanzen bei Trockenheit sein.

Weitere Informationen

  • Unterstützt von:: Unterstützt von:
Gelesen 119 mal

Schreibe einen Kommentar