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Mittwoch, 13 September 2017 18:00

Südkoreanische Forstwissenschaftler informieren sich im Ostalbkreis über die Bodenschutzkalkung

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von links nach rechts: Prof. Dr. Jürgen Schäffer, Tilman Pfeifle, Reinhold Elser, Prof. Dr. Yowhan Son, Yujin Roh, Gisela Landgraf, JuSub Kim, Lelde Jansone von links nach rechts: Prof. Dr. Jürgen Schäffer, Tilman Pfeifle, Reinhold Elser, Prof. Dr. Yowhan Son, Yujin Roh, Gisela Landgraf, JuSub Kim, Lelde Jansone Bild: Landratsamt Ostalbkreis

Ende August durfte die untere Forstbehörde des Ostalbkreises eine hochkarätige Delegation von Forstwissenschaftlern empfangen, die an der praktischen Umsetzung der Bodenschutzkalkung versauerter Waldstandorte interessiert war. 

 

Prof. Dr. Yowhan Son von der Korea Universität Seoul, forscht über Kohlenstoff- und Nährstoffkreisläufe in Ökosystemen. Er soll für die südkoreanische Regierung eine Expertise erstellen, ob eine Bodenschutzkalkung versauerter Waldböden in Korea sinnvoll ist. Prof. Son ist national und international gut vernetzt und kam in Begleitung von zwei jungen Wissenschaftlern extra nach Baden-Württemberg, um auf die langjährigen Erfahrungen der hiesigen Forstverwaltung mit Bodenschutzkalkungen zurückgreifen.

Prof. Dr. Jürgen Schäffer von der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg, zuständig für den Fachbereich Bodenkunde und Standortsökologie, hat zwei Tage lang der dreiköpfigen Delegation von Forstwissenschaftlern aus Südkorea alle Aspekte der Bodenschutzkalkung nahegebracht. 

Am Montag, 28. August 2017 erläuterte Prof. Schäffer den Gästen die wissenschaftlichen Grundlagen. Sie besichtigten ein Schotterwerk, das die Kalkmischungen bereitstellt, sowie verschiedene Langzeitversuchsflächen bei Freudenstadt im Nordschwarzwald. Am Dienstag, 29. August 2017 stand dann die praktische Umsetzung von Bodenschutzkalkungen im Ostalbkreis im Blickpunkt der koreanischen Wissenschaftler. 

Im Frankenbachtal bei Espachweiler wird seit Montag, 28. August 2017 eine Bodenschutzkalkung mittels Hubschrauberausbringung durchgeführt. Die örtlich zuständigen Forstleute informierten die Wissenschaftler über den gesamten Ablauf der Kalkungsmaßnahme von der Planung bis zur Durchführung und Dokumentation. Von besonderem Interesse waren Aspekte wie die Zusammenarbeit mit anderen Fachbehörden und Ausschlusskriterien für die Kalkung, zum Beispiel im Bereich empfindlicher Biotope oder in Wasserschutzgebieten. Fragen zur Technik, zur Ausbringungsart (mit Helikopter oder vom Boden aus) und zur Vorbereitung der Öffentlichkeit auf Kalkungsmaßnahmen, zum Beispiel durch eine gezielte Pressearbeit wurden beantwortet.
Die koreanischen Gäste waren beeindruckt vom Arbeitsfortschritt des eingesetzten Hubschraubers und der reibungslosen Zusammenarbeit zwischen Hubschrauberpilot und Fahrer des Radladers. Im Takt weniger Minuten wird der am Hubschrauber angehängte Container mit einem Kalk- Holzaschegemisch befüllt und anschließend systematisch über dem Wald verteilt.

Zum Abschluss konnten die Forstleute in einer Waldhütte bei einem schwäbischen Vesper noch viele weitere Fragen von Prof. Son beantworten. Anschließend reiste die koreanische Delegation weiter zur Besichtigung von Bodenverblasegeräten in den Main-Tauber-Kreis.

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