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Donnerstag, 10 August 2017 18:00

Großes Interesse beim Festival Europäische Kirchenmusik Schwäbisch Gmünd 2017

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Großes Interesse beim Festival Europäische Kirchenmusik Schwäbisch Gmünd 2017 Bild: Schwäbisch Gmünd

Einen erfreulich hohen Zuspruch konnte das Festival Europäische Kirchenmusik Schwäbisch Gmünd 2017 verzeichnen, das am Sonntag, 6. August, mit einem sehr gut besuchten ökumenischen Schlussgottesdienst zum Festivalthema „In Raum und Zeit“ im Heilig-Kreuz-Münster zu Ende ging.


Schwäbisch Gmünd (sv) Gemeinsam mit den Festivalmachern zog der Erste Bürgermeister Dr. Joachim Bläse eine positive Bilanz: Rund 13.000 Besucher waren in den dreieinhalb Festivalwochen nach Schwäbisch Gmünd gekommen, 9.000 Karten wurden verkauft. Zehn Konzerte waren restlos ausverkauft, für weitere fünf gab es nur noch wenige Karten. Die Gesamtauslastung lag bei 93 Prozent. Dabei konnte sich das Festival wieder auf ein äußerst treues Stammpublikum verlassen: 85 Prozent der Karten wurden bereits im Vorverkauf erworben. Ausgewählte Konzerte wurden von charmanten Aktionen des Freundeskreises begleitet. Der Südwestrundfunk hat sieben Veranstaltungen mitgeschnitten.

„So vielseitig wie unser Universum hat das Festival-Programm 2017 Menschen aller Generationen in seinen Bann gezogen. Die Besucher haben sich von der Faszination des Unbeschreiblichen anstecken lassen, die dazu eingeladen hat, die Gedanken über den berühmten ‚Tellerrand‘ hinausschweifen zu lassen“, freut sich der Erste Bürgermeister Dr. Joachim Bläse. Durch diesen Erfolg wird die Bedeutung des Festivals Europäische Kirchenmusik bestätigt, das im kommenden Jahr vom 13. Juli bis 5. August zum Thema „Mit allen Sinnen“ stattfinden wird.

Herausragende Festivalmomente
Der amerikanische Orgel-Star Cameron Carpenter hat das Festival 2017 mit einem fulminanten Auftakt im Heilig-Kreuz-Münster eröffnet. In der Augustinuskirche gestaltete der Kammerchor des Kopernikus-Gymnasiums Wasseralfingen am Tag darauf den ökumenischen Eröffnungsgottesdienst mit einer Predigt von Monsignore Prof. Dr. Wolfgang Bretschneider. Wiederum im Münster überzeugte die Musik Wolfgang Rihms: Der bedeutende Komponist wurde mit dem Preis der Europäischen Kirchenmusik 2017 geehrt.
 
Fetzige Barockmusik brachte das Ensemble „A Corte Musical“ in die gut besuchte Wallfahrtskirche Unterkochen, beeindruckend sphärisch dagegen waren die Klänge der Obertonsängerin Anna-Maria Hefele in der stimmungsvoll ausgeleuchteten Johanniskirche. Christina Meißner und Claudia Buder waren mit Musik für Violoncello und Akkordeon im ausverkauften Kloster der Franziskanerinnen zu hören, das Bach-Consort Leipzig und das Sächsische Barockorchester unter Gotthold Schwarz widmeten sich im Reformationsjahr ausgewählten Luther-Kantaten – Friedrich Schorlemmer gab dazu aktuelle Denkanstöße. Das SWR Vokalensemble und das SWR Symphonieorchester sorgten mit Mozarts „Requiem“ und „Sieben Klangräumen“ von Georg Friedrich Haas für Beifallsstürme. Ausverkauft war auch das Konzert des Ensembles Micrologus aus Assisi, das im Kloster Lorch zu Gast war, die neue Performance von Ania Losinger auf ihrem einzigartigen Bodenxylophon und Mats Eser mit Percussion in der Johanniskirche, sowie das „Forum Junge Talente“, das in St. Franziskus die große Tradition des Gmünder Passionsspiels nach rund 250 Jahren wieder aufleben ließ. Zu den weiteren musikalischen Höhepunkten gehörte das opulente Konzert des Collegium Vocale Schwäbisch Gmünd unter der Leitung von Walter Johannes Beck ebenso wie die „Jazz-Night“ in der Augustinuskirche – ein neues Format, das mit großer Begeisterung vom Publikum aufgenommen wurde. In der letzten Festivalwoche gab es viel Beifall für die aktiven Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Meisterkurs Chordirigieren: Im Abschlusskonzert in St. Franziskus präsentierten sie eine Auswahl des Kursrepertoires.
 
Als Kurs-Chor wirkte das Collegium Vocale Schwäbisch Gmünd mit. Am darauffolgenden Abend bot die „Vocal Group Mixtet“ aus Estland mitreißende A-cappella-Arrangements in der Augustinuskirche. Stehende Ovationen gab es darüber hinaus für die hochkarätig besetzte Aufführung von Bachs „Messe h-Moll“ mit dem Windsbacher Knabenchor und dem Freiburger Barockorchester. Schließlich ließen die jungen Spitzentalente der Deutschen Streicherphilharmonie das Festival mit einem Klassik Open-Air auf dem Münsterplatz in den Sommer ausklingen. Drei international besetzte Orgelkonzerte mit Juan de la Rubia (Barcelona), Hayo Boerema (Rotterdam) und Hans Davidsson (Göteborg) sowie drei außergewöhnliche Nachtkonzerte mit dem Astrophysiker Harald Lesch, dem Ensemble Céladon (Lyon) und der Josquin Capella (Berlin) rundeten das Programm 2017 ab.

Nachwuchsförderung und Musikvermittlung
Einer sehr guten Resonanz erfreuten sich die Künstlergespräche, der 15. Internationale Wettbewerb für Orgelimprovisation, ein Meisterkurs Chordirigieren unter der Leitung von Prof. Morten Schuldt-Jensen (Dänemark/Freiburg), das Begleitprogramm der Jugendkunstschule Schwäbisch Gmünd, das Sonderprojekt „Forum Junge Talente“ sowie das „Musikforum Wolfgang Rihm“ unter der Leitung von Detlef Dörner.

Medienresonanz
Vielfältig berichteten die Medien über das Festival Europäische Kirchenmusik 2017. Der Südwestrundfunk zeichnete sieben Konzerte für das Hörfunkprogramm SWR2 auf. Noch bis Mitte Oktober werden die Mitschnitte ausgestrahlt. Alle Sendetermine werden unter www.kirchenmusik-festival.de und in den lokalen Tageszeitungen veröffentlicht.

Kooperationen
Das Festivalprogramm 2017 wurde durch zwei Vorträge der Gmünder Volkshochschule und eine faszinierende Ausstellung zum Thema „In Raum und Zeit“ im Labor im Chor (Kulturzentrum Prediger) ergänzt. Diese Ausstellung ist noch bis Sonntag, 13. August, geöffnet. Das „Musikforum Wolfgang Rihm“ fand in Zusammenarbeit mit der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart statt. Darüber hinaus gab es erste Kooperationen mit der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd (Prof. Dr. Hermann Ullrich) und mit der Hochschule für Gestaltung Schwäbisch Gmünd (Klasse Marco Kreuzer).

Veranstalter / Finanzierung
Das Festival Europäische Kirchenmusik wird veranstaltet vom Kulturbüro der Stadt Schwäbisch Gmünd. Der Veranstaltungsetat beträgt seit Jahren konstant 400.000 Euro.

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