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Mittwoch, 02 August 2017 18:00

Ostalb-Arbeitslosenquote im Juli: ein Monat ohne neue Arbeitsmarkt-Rekorde

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Arbeitslosenquote Juli 2017 Arbeitslosenquote Juli 2017 Bild: Agentur für Arbeit Aalen

„Ich hätte mir auch für den Juli noch etwas bessere Werte am Arbeitsmarkt gewünscht“, so Elmar Zillert, Chef der Arbeitsagentur Ostwürttemberg, „doch insgesamt zeigt sich der Arbeitsmarkt in erheblich besserer Verfassung, als noch vor einem Jahr.“ Im Vergleichsmonat des Vorjahres lag die Arbeitslosigkeit noch um 10,2 Prozent höher. Im Juli 2016 waren 9.603 Menschen in Ostwürttemberg arbeitslos gemeldet. Doch betrachten wir die aktuelle Situation.

 

Ostalbkreis Juli 2017 Juni 2017 Juli 2016
Arbeitslosenzahl  5.310  5.199  5.938
Arbeitslosenquote in % 3,0  3,0  3,4
SGB III (Arbeitslosenversicherung) 2.596  2.456  2.973
SGB II (Grundsicherung) 2.714  2.743  2.965


Die Zahl der Arbeitslosen ist im Juli gegenüber den Vormonatswerten um 126 auf 8.625 Personen leicht gestiegen. Und dies, obwohl sich der Markt bei allen Personengruppen mit Ausnahme der Jugendlichen und jungen Erwachsenen sogar leicht verbesserte. So nahm die Zahl der über 50-jährigen Arbeitslosen im Vormonatsvergleich um 75 Personen ab, was einem Rückgang um 2,3 Prozent entspricht. Zum Stichtag waren 3.190 ältere Menschen ohne Arbeit registriert. Ein leichter Rückgang der Arbeitslosigkeit ist auch bei den ausländischen Mitbürgern zu verzeichnen. Ihre Zahl reduzierte sich im Vormonatsvergleich um 15 auf aktuell 2.539 Personen. Auch die Zahl der Langzeitarbeitslosen verringerte sich um 83 auf aktuell 2.743 Personen.


Doch der entscheidende Ausreißer war in diesem Monat die Gruppe der unter 25-Jährigen. Ihre Zahl stieg um 181 Personen - das entspricht einer Zunahme um 27,5 Prozent gegenüber dem Juni – auf aktuell 839 an. Dies ist in erster Linie dem Umstand geschuldet, dass viele junge Erwachsene im Juli ihre Ausbildung abschließen und erst im Anschluss an die Ferienbzw. Urlaubszeit eine Anschlussbeschäftigung erhalten. Dieses Phänomen haben wir erwartet, das Ausmaß hat uns jedoch überrascht.


Die Dynamik am Arbeitsmarkt hat auch wieder Fahrt aufgenommen. So meldeten sich im Berichtsmonat 867 Personen aus Erwerbstätigkeit arbeitslos. Leider konnten demgegenüber nur 763 Personen ihre Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Beschäftigung beenden.


Die Zahl der Arbeitslosen hat im Rechtskreis SGB III (Arbeitslosengeld) um 208 Personen auf 4.066 Personen zugenommen. Die Entwicklung in diesem Rechtskreis betraf alle Regionen Ostwürttembergs. Demgegenüber ist im Bereich der Grundsicherung (Hartz IV) die Arbeitslosigkeit um 82 Personen auf 4.559 Arbeitslose zurückgegangen. Von der Marktsituation konnten alle Regionen bis auf Schwäbisch Gmünd profitieren. Dort waren zum Stichtag 37 Menschen mehr arbeitslos gemeldet als im Vormonat.


Diese gegenläufige Entwicklung bei den Rechtskreisen wirkte auf den Arbeitsmarkt ausgleichend und sorgte im Agenturbezirk für eine relativ stabile Arbeitslosenquote. Mit einem leichten Zuwachs um 0,1 Prozentpunkte liegt sie zum Ende des Berichtsmonats bei 3,5 Prozent.


In beiden Landkreisen blieb die Arbeitslosenquote im Juli konstant. In Heidenheim stagnierte sie bei 4,6 Prozent und im Ostalbkreis lag sie erneut bei 3,0 Prozent.
Regionaler Spitzenreiter bleibt mit einer unveränderten Arbeitslosenquote von 1,7 Prozent der Raum Ellwangen. Mit 418 Personen sind dort im Juli 11 Personen mehr arbeitslos gemeldet, als im Vormonat.

"Ungleichgewichte zwischen den Stellen-Anforderungen und dem Qualifikationsniveau unserer Arbeitslosen abbauen"
Elmar Zillert, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Aalener Arbeitsagentur


Der Arbeitsmarkt in Ostwürttemberg zeichnet sich weiterhin durch eine hohe Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften aus. Dies zeigt sich besonders an der Entwicklung des Zugangs offener Arbeitsstellen. Im Berichtsmonat wurden der Agentur und den Jobcentern 1.635 neue Stellen zur Besetzung gemeldet. Den Vermittlungsfachkräften standen im Juli 6.042 Arbeitsangebote zur Besetzung zur Verfügung. Seit Jahresbeginn wurden in Ostwürttemberg 9.830 Arbeitsstellen zur Besetzung gemeldet. Dies sind 677 Stellenangebote oder anders ausgedrückt 7,4 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres.


Allein 655 der im Juli neu gemeldeten Arbeitsstellen kommen aus dem Bereich der Produktion und Fertigung. In den Bereichen Verkehr und Logistik wurden 284 neue Stellenangebote gemeldet. Allerdings kommen die meisten Arbeitslosmeldungen auch aus diesen Bereichen werden in diesen Bereichen.


„Um Arbeitslosigkeit einerseits zu vermeiden und dem Fachkräftemangel andererseits entgegenzutreten gilt es, die Ungleichgewichte zwischen den Anforderungen der angebotenen Stellen und dem Qualifikationsniveau unserer Arbeitslosen abzubauen,“ erläutert Elmar Zillert weiter und ergänzt „denn gerade bei dieser guten Arbeitsmarktlage wollen wir alles unternehmen, Arbeitslosen eine Basis zu schaffen, die eine dauerhafte Integration in Arbeit ermöglicht.“ Und um Arbeitslosigkeit zu vermeiden unterstützen wir den digitalen Strukturwandel aktiv und präventiv
durch ein breit gefächertes und zielgerichtetes Qualifizierungsangebot.


Der Ausbildungsmarkt ist erneut durch eine Zunahme an gemeldeten Ausbildungsstellen gekennzeichnet. Im laufenden Berichtsjahr (Oktober bis Juli) wurden bisher 3.909 Ausbildungsplätze gemeldet. Dies sind 226 Ausbildungsplätze mehr als noch im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Bewerber um eine Ausbildungsstelle blieb mit 3.155 Bewerbern konstant. Wer noch keine Ausbildungsstelle hat und sich für eine Berufsausbildung interessiert sollte die Chance nutzen und sich bei der Berufsberatung der Agentur für Arbeit melden.

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