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Samstag, 01 Juli 2017 18:00

Arbeitslosenquote Ostalbkreis: Dynamik am Arbeitsmarkt leicht rückläufig Empfehlung

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Arbeitsmarkt-Rekorde in Serie, das klingt schon fast langweilig. Doch diese guten Werte sind für die Aalener Arbeitsagentur kein Grund, nachzulassen. "Denn gerade von einer guten Arbeitsmarktlage müssen die Kunden profitieren – und das gelingt noch nicht immer im gewünschten Umfang. “ So startet Elmar Zillert, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Aalen seine Ausführungen zum jüngsten Arbeitsmarktbericht.

Hier ein Überblick in Zahlen:

Ostalbkreis Juni 2017 Mai 2017 Juni 2016
Arbeitslosenzahl 5.199 5.306 5.906
Arbeitslosenquote in % 3,0 3,0 3,4
SGB III (Arbeitslosenversicherung) 2.456 2.548 2.898
SGB II (Grundsicherung) 2.743 2.758 3.008


Besonders Jugendliche profitieren


Die Arbeitslosenzahl ist mit 8.499 Menschen in einem Juni so niedrig wie letztmals vor 26 Jahren. Auch die Arbeitslosenquote für Ostwürttemberg ist nochmals um 0,1 Prozentpunkte auf 3,4 Prozent zurückgegangen. Sehr erfreulich ist, dass alle Personengruppen im zurückliegenden Berichtsmonat von der guten Lage auf dem Arbeitsmarkt sowohl im Vergleich mit dem Vormonat als auch mit dem Vorjahresvergleich profitieren konnten. Spitzenreiter im Rückgang der Arbeitslosigkeit waren die unter 25-Jährigen. Ihre Zahl sank um 51 auf 658 Arbeitslose. Das entspricht einem Rückgang von 7,2 Prozent gegenüber dem Vormonat. Die Quote der Arbeitslosen unter 25 Jahren liegt in Ostwürttemberg bei 2,2 Prozent und damit 0,3 Prozentpunkte niedriger als in Baden-Württemberg. Doch dieses darf auch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Zahl der arbeitslosen jungen Menschen in den nächsten Monaten wieder ansteigen wird, da viele von ihnen im Juli ihre Ausbildung beenden und bis zu einer Anschlussarbeitsstelle dann erst einmal arbeitslos werden.

Die Abnahme der Arbeitslosigkeit bei den anderen Personengruppen fiel etwas geringer aus als bei den Jugendlichen. So reduzierte sich die Zahl der ausländischen Arbeitslosen um 66 auf 2.374 Menschen, was einem Rückgang um 2,7 Prozent gegenüber Mai und um 4,2 Prozent gegenüber dem Vorjahres-Juni entspricht. Ähnlich verhält es sich bei den Arbeitslosen über 50 Jahren. Ihre Zahl sank um 78 auf nunmehr 3.265 Menschen, was ein Minus um 2,3 Prozent gegenüber dem Vormonat und um 11,3 Prozent im Vorjahresvergleich bedeutet.

Sehr verhalten zeigte sich auch die Entwicklung bei den Langzeitarbeitslosen. Während sich ihre Zahl in den vergangenen Monaten deutlich reduzierte, nahm sie im Juni lediglich um 17 auf 2.809 Personen ab. Wie schon im Vormonat ist die Dynamik auf dem Arbeitsmarkt erneut etwas rückläufig. Sowohl die Zahl der Zugänge in die Arbeitslosigkeit als auch die Abmeldungen aus der Arbeitslosigkeit reduzierten sich im Vergleich zum letzten Berichtsmonat um 13,4 Prozent. 

Entgegen dem Trend der Vormonate konnten weniger Personen ihre Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer neuen Beschäftigung beenden. Im Mai gelang dieses noch 839 Arbeitslosen, im Berichtsmonat nur noch 621. Die Arbeitslosigkeit verringerte sich sowohl im Bereich der Arbeitslosenversicherung (Arbeitslosengeld) als auch im Bereich der Grundsicherung (Hartz IV). Im Bereich der Arbeitslosenversicherung waren im Juni mit 3.858 132 Menschen weniger arbeitslos gemeldet, als noch im Mai. Im Bereich der Grundsicherung reduzierte sich die Zahl der Arbeitslosen um 87 Personen auf 4.641 Arbeitslose.

Elmar Zillert leitet die Aalener Arbeitsagentur

 

Quote bleibt im Ostalbkreis konstant


Die Arbeitslosenquoten in den Bezirken der Geschäftsstellen Aalen, Bopfingen und Ellwangen stagnierten auf niedrigem Niveau. Einen Rückgang der Arbeitslosenquote um jeweils 0,1 Prozentpunkte gegenüber Mai konnten die Bezirke Heidenheim und Schwäbisch Gmünd verzeichnen. Dies führt insgesamt zu einem Rückgang der Arbeitslosenquote in Ostwürttemberg um 0,1 Prozentpunkte auf 3,4 Prozent. Im Landkreis Heidenheim sank die Quote von zuletzt 4,7 Prozent im Juni auf 4,6 Prozent ab. Im Ostalbkreis blieb die Quote mit 3,0 Prozent konstant.

Fachkräfte in der Produktion und Logistik gesucht


Jeweils etwa ein Viertel der arbeitslos gemeldeten Menschen kommen aus den Bereichen Produktion/Fertigung und Verkehr/Logistik. Demgegenüber besteht in diesen beiden Bereichen aber auch weiterhin eine hohe Nachfrage an Fachkräften. 1631 der bei der Agentur zur Besetzung gemeldeten offenen Stellen kamen aus dem Bereich Produktion/Fertigung. Dieses stellt ein Drittel aller bei der Agentur gemeldeten offenen Stellen dar. Auf den Bereich Verkehr/Logistik entfallen derzeit 16 Prozent der gemeldeten Stellen. Absolut sind dies 703 Stellenangebote.

Nur 1,9 Arbeitslose auf jede Stelle verfügbar

Betrachtet man das Verhältnis zwischen gemeldeten Stellen und Arbeitslosen, so kommen insgesamt auf jede Stelle rein rechnerisch 1,9 Arbeitslose. Diese Relation hat sich zugunsten der Arbeitslosen entwickelt. Vor Jahresfrist kamen noch 2,5 Arbeitslose auf eine Stelle. Damit verbesserte sich das Zahlenverhältnis auch stärker als im Landesvergleich, wo die Arbeitslose je Stelle-Relation von 2,3 auf 2,0 zurückging. Sehr positiv entwickelte sich in Ostwürttemberg die Marktsituation im Bereich Verkehr/Logistik von 4,2 Arbeitslosen pro Stelle im Vorjahres-Juni auf aktuell 3,0 Arbeitslose. Auch im Bereich Produktion/ Fertigung verbesserte sich das Verhältnis von Arbeitslosen pro Stelle verglichen mit dem letztjährigen Juni von 1,7 auf 1,3.

Insgesamt standen den Vermittlungsfachkräften der Arbeitsagentur und der Jobcenter im Berichtsmonat Juni 5.588 gemeldete Arbeitsstellen für Vermittlungsaktivitäten zur Verfügung. Mit 1.401 neu gemeldeten offenen Stellen konnte der geringere Stellenzugang im Vormonat wieder ausgeglichen werden. Festzustellen ist weiterhin eine hohe Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften. Die besondere Herausforderung in der derzeitigen Arbeitsmarktsituation ist, die bestehenden Ungleichgewichte zwischen den Anforderungen der angebotenen Stellen einerseits und andererseits dem Qualifikationsniveau unserer Arbeitslosen auszugleichen, um dadurch die Arbeitslosigkeit nachhaltig zu reduzieren und der Fachkräfteknappheit entgegenzuwirken. Diesen Prozess unterstützen wir durch ein breit gefächertes Qualifizierungsangebot, das von den Vermittlungs- und Beratungsfachkräften individuell angeboten wird. Dadurch entsteht eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten am Arbeitsmarkt.

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