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Freitag, 01 September 2017 12:00

Regionaler Arbeitsmarkt: Bester August seit 9 Jahren

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Regionaler Arbeitsmarkt: Bester August seit 9 Jahren Bild: Agentur für Arbeit Aalen

Die Zahl der Arbeitslosen in Ostwürttemberg ist im aktuellen Berichtsmonat saisonbedingt mit 9.120 Personen wieder gestiegen, hat aber das erste Mal seit 5 Jahren in einem August die 10.000-er Marke nicht überstiegen und weist für einen August den niedrigsten absoluten Wert seit 2008 auf.

 

Ostalbkreis  August 2017  Juli 2017 August 2016
Arbeitslosenzahl  5.645  5.310  6.325 
Arbeitslosenquote in % 3,2  3,0  3,7
SGB III (Arbeitslosenversicherung) 2.902  2.596  3.366 
SGB II (Grundsicherung) 2.743  2.714  2.959 

 

"Der Arbeitsmarkt in Ostwürttemberg zeigt sich trotz des saisonbedingten Anstiegs der Arbeitslosigkeit ein weiteres Mal in guter Verfassung. Die Hauptursache für diesen Anstieg ist wie in jedem Jahr die Zahl von Absolventinnen und Absolventen, die nach Beendigung ihrer Ausbildung nicht übernommen werden bzw. nicht unmittelbar eine Anschlussbeschäftigung finden. Dieser Zugang liegt aber in diesem August unter dem Durchschnitt der letzten 5 Jahre und erfahrungsgemäß finden die Jugendlichen, die sich nach erfolgreichem Abschluss ihrer Ausbildung bewerben, nach der Urlaubszeit schnell wieder eine Anstellung“, so Elmar Zillert, Vorsitzender der Geschäftsführung der Aalener Arbeitsagentur. So hat die Gruppe der Arbeitslosen unter 25 Jahren im August mit einem Anstieg um 26,9 Prozent auf nun 1.065 Personen den stärksten Zuwachs unter den Arbeitslosen zu verzeichnen. Die Arbeitslosenquote bei den Jugendlichen ist von 2,9 auf 3,6 Prozent angestiegen. Auch die anderen Personengruppen haben im zurückliegenden Berichtsmonat einen leichten Anstieg verzeichnen müssen.

So erhöhte sich die Zahl der ausländischen Arbeitslosen um 84 auf 2.443 Menschen, was einem Anstieg um 3,6 Prozent gegenüber Juli entspricht. Ähnlich verhält es sich bei den Arbeitslosen über 50 Jahren. Ihre Zahl stieg um 78 auf nunmehr 3.268 Menschen, was ein Plus um 2,4 Prozent gegenüber dem Vormonat bedeutet.

Sehr verhalten zeigte sich auch die Entwicklung bei den Langzeitarbeitslosen. Während sich ihre Zahl in den vergangenen Monaten deutlich reduzierte, erhöhte sie sich im August um 5 auf 2.748 Personen. Vergleicht man allerdings die Zahlen des aktuellen Berichtsmonats mit denen des Vorjahres, dann kann man feststellen, dass bei allen Personengruppen rückläufige Zahlen in der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen sind. Insgesamt ist die Zahl der Arbeitslosen im Jahresvergleich um fast 10 Prozent zurückgegangen. Das sind 983 Arbeitslose weniger, als noch vor einem Jahr.

 

Elmar Zillert, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Aalener Arbeitsagentur

 

Auffallend ist die für einen August hohe Dynamik des regionalen Arbeitsmarktes. Im Vergleich zum Vorjahresmonat haben sich weniger Personen aus Erwerbstätigkeit bei der Arbeitsagentur und dem Jobcenter arbeitslos gemeldet. Gleichzeitig konnten fast 9 Prozent mehr Personen eine Arbeit aufnehmen. als noch im August 2016.

Während im Ostalbkreis im Bereich der Grundsicherung (Hartz IV) mit 29 Personen auf 4.588 Arbeitslose insgesamt nur ein sehr moderater und im Landkreis Heidenheim gar kein Anstieg der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen war, erhöhte sich die Zahl der Arbeitslosen im Versicherungsbereich (Arbeitslosengeld 1) um 466 auf 4.532.

Mit jeweils einem Anstieg um 0,2 Prozent entwickelten sich die Arbeitslosenquoten in den Bezirken der Geschäftsstellen Aalen, Heidenheim, Bopfingen, Ellwangen und Schwäbisch Gmünd parallel zum Gesamtbezirk Ostwürttemberg. Einen Rückgang der Arbeitslosenquote um 0,1 Prozentpunkte gegenüber Juli konnte nur der Bezirk Bopfingen verzeichnen. Dies führt insgesamt zu einem Anstieg der Arbeitslosenquote in Ostwürttemberg um 0,2 Prozentpunkte auf 3,7 Prozent. Im Landkreis Heidenheim stieg die Quote von zuletzt 4,6 Prozent im Juli auf 4,8 Prozent. Im Ostalbkreis erhöhte sich die Quote ebenfalls um 0,2 auf 3,2 Prozent.

Jeweils etwa ein Viertel der arbeitslos gemeldeten Menschen kommen aus den Bereichen Produktion/Fertigung und Verkehr/Logistik. Demgegenüber besteht in diesen beiden Bereichen aber auch weiterhin eine hohe Nachfrage an Fachkräften. So standen der Agentur und den Jobcentern 1.825 Stellen aus dem Bereich Produktion/Fertigung zur Verfügung. Dieses stellt mehr als ein Drittel aller bei der Agentur gemeldeten offenen Stellen dar. Auf den Bereich Verkehr/Logistik entfallen derzeit 16,1 Prozent der gemeldeten Stellen. Absolut sind dies 749 Stellenangebote. Der Rest verteilt sich auf die übrigen Bereiche.

Betrachtet man das Verhältnis zwischen gemeldeten Stellen und Arbeitslosen in Ostwürttemberg, so kommen insgesamt auf jede offene Stelle rein rechnerisch 2 Arbeitslose. Diese Relation hat sich zugunsten der Arbeitslosen entwickelt. Vor Jahresfrist kamen noch 2,4 Arbeitslose auf eine offene Stelle. Sehr positiv entwickelte sich in Ostwürttemberg die Marktsituation im Bereich Bau/Architektur/Vermessung/ Gebäudetechnik. Hier verbesserte sich die Relation von 1,5 Arbeitslose pro offener Stelle auf 1,0 Arbeitslose je offener Stelle. Auch im Bereich Produktion/ Fertigung konnte sich das Verhältnis positiv entwickeln. Verglichen mit dem letztjährigen August verbesserte sich das Verhältnis von 1,5 auf 1,3 Arbeitslose pro offener Stelle. Und auch im Bereich Verkehr/Logistik verbesserte sich die Zahl von 3,2 Arbeitslosen pro offener Stelle im Vorjahres-August auf aktuell 2,8 Arbeitslose.

Insgesamt standen den Vermittlungsfachkräften der Arbeitsagentur und der Jobcenter im Berichtsmonat August 5.881 gemeldete Arbeitsstellen für Vermittlungsaktivitäten zur Verfügung. Mit 1.366 neu gemeldeten offenen Stellen konnte weiterhin eine hohe Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften verzeichnet werden.

Im Vergleich zum Land Baden-Württemberg konnten Ostalbkreis und Landkreis Heidenheim eine weitestgehend synchrone Entwicklung verzeichnen. Auch in Baden-Württemberg stieg die Arbeitslosenquote um 0,2 Prozent an und liegt nun bei 3,6. Stellt man allerdings die Entwicklung zum Vorjahr gegenüber, so weist die Region Ostwürttemberg weitaus bessere Zahlen auf. Während BadenWürttemberg einen Rückgang an Arbeitslosen um 5,2 Prozent verzeichnet, sind es in der Region 9,7 Prozent. Das schlägt sich auch in einem Rückgang der Arbeitslosenquote von 0,5 Prozent nieder, während es im Landesschnitt nur 0,3 Prozent waren.

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