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Mittwoch, 30 August 2017 12:00

Kino am Kocher: Programm ab 31.08.2017

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In Zeiten des abnehmenden Lichts

31. August, Donnerstag 20:00 Uhr
1. September, Freitag 22:30 Uhr
4. September, Montag 19:00 Uhr

D 2017, Regie Matti Geschonneck - 101 Min., FSK o.A., mit Bruno Ganz, Sylvester Groth, Alexander Fehling, Hildegard Schmahl

 

Am Ende passt der Mensch in eine Kiste und sein Leben in eine Schachtel. Wilhelm Powileit hebt den Deckel eines Pappkartons hoch und betrachtet die vielen Orden darin.  Er ist ein Held des Sozialismus; in Ostberlin wurde eine Brigade nach ihm benannt. Heute wird er 90. Es ist der 1. Oktober 1989. Neben den Familienangehörigen sind auch Funktionäre auf seiner Feier. Noch ahnt niemand, dass sein Enkel Sascha in den Westen geflüchtet ist und nur dessen Vater ahnt, dass sich in der nächsten Zeit einiges für das Land und eben auch die Familie ändern wird. Der Film macht aus dem fünf Jahrzehnte umspannenden Roman von Eugen Ruge eine Momentaufnahme, einen brillanten Jahrhundert-Schnappschuss. Nein, es ist keine Verfilmung. Es ist eine Dekonstruktion. Eine Unverschämtheit. Ein Hasardeurstück, vorgetragen mit beglückender Chuzpe. Wir sehen, was alle ahnen, dass der sieche Jubilar, um den es hier wirklich geht, der Kommunismus ist. Der Kehraus hat schon begonnen, bevor die ersten Gäste kommen, der Kater schon eingesetzt, bevor das erste Glas getrunken ist. Der Film fängt diese Untergangsstimmung mit scharfem Blick, bösem Humor und einer gewissen Melancholie ein. Sehenswert, wie fast alle Filme von Matti Geschonnek.


Selbstkritik eines bürgerlichen Hundes

1. September, Freitag 20:00 Uhr
2. September, Samstag 20:00 Uhr
3. September, Sonntag 20:00 Uhr
5. September, Dienstag 20:00 Uhr
6. September, Mittwoch 20:00 Uhr

D 2016, 99 Min. - Regie Julian Radlmaier - Frei ab 6 Jahren

Julian, ein angehender Filmemacher in Berlin hat mit den alltäglichen Problemen von jungen, noch nicht etablierten Filmschaffenden in Deutschland zu kämpfen: Er hat Probleme mit der Finanzierung seines neuen Projektes.  Die Filmförderung gibt kein Geld und so sieht sich Julian genötigt, einen Job als Erntehelfer anzunehmen. Doch ganz der Kreative, macht er aus der Not eine Tugend, zumal er ein schüchternes Auge auf die liebreizende Kanadierin Camille geworfen hat, die wie so viele Expats in Berlin ihr Zelt aufgeschlagen hat: Er behauptet kurzerhand, der Job sei Recherche für seinen nächsten Film, der die Arbeitsbedingungen in einer quasi kommunistischen Gemeinschaft zum Thema haben soll – und verspricht Camille die Hauptrolle. So verbringt das Duo zusammen mit anderen merkwürdigen Gestalten, diversen polnischen Erntehelfern und Berliner Hipstern den Sommer auf einer Apfelplantage in Brandenburg, wo die Träume vom filmischen und kommunistischen Kollektiv mit der Realität kollidieren.

Der beste deutsche Film der diesjährigen Berlinale lief in der Sektion Perspektive Deutsches Kino, wo der junge Filmemacher Julian Radlmair seinen neuen besonders originellen Film vorstellte, der durch skurrilen, selbstironischen Humor auffällt.

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