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Samstag, 16 Dezember 2017 12:00

Kooperationsveranstaltung: Landgericht Ellwangen und IHK Ostwürttemberg

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(v.l.): Friedrich Unkel, Präsident des Landgerichts Ellwangen, gemeinsam mit dem Referenten Dr. Michael Banz und IHK-Hauptgeschäftsführerin Michaela Eberle (v.l.): Friedrich Unkel, Präsident des Landgerichts Ellwangen, gemeinsam mit dem Referenten Dr. Michael Banz und IHK-Hauptgeschäftsführerin Michaela Eberle Bild: IHK Ostwürttemberg

Bereits zum 13. Mal hatten am 7. Dezember 2017 das Landgericht Ellwangen und die IHK Ostwürttemberg zur gemeinsamen Kooperationsveranstaltung in das Landgericht eingeladen. Thema des Abends: „Die Veränderung des Berufsbildes eines Inhouse-Juristen“. Dr. Michael Banz, Leiter Recht der PAUL HARTMANN AG, trug zum Thema vor und gab den knapp 50 Unternehmern und Juristen weite Einblicke in die sich verändernden Bedingungen der Tätigkeit eines Unternehmensanwalts.

Mit der Kooperationsveranstaltung nehmen Landgericht Ellwangen und IHK Ostwürttemberg seit Jahren Themen aus der Schnittmenge von Wirtschaft und Recht in den Fokus. Der Präsident des Landgerichts, Friedrich Unkel, begrüßte die Teilnehmer und wies auf die sich abzeichnenden Veränderungen insbesondere infolge der Digitalisierung hin. Hier müsse einerseits der Gesetzgeber Schritt halten, andererseits seien aber auch Verwaltung und Justiz gefordert. IHK-Hauptgeschäftsführerin Michaela Eberle stellte mit Blick auf die durch die Digitalisierung verursachten Veränderungen in der modernen Arbeitswelt unterschiedlichste IHK-Aktivitäten vor. Nicht nur durch die Weiterentwicklung bestehender dualer Berufsbilder oder die Entwicklung neuer Berufe würden unterschiedliche Branchen zukunftssicher aufgestellt. Auch im Bereich der Weiterbildung und überbetrieblichen Ausbildung habe die IHK die Basis geschaffen, moderne Arbeitsmethoden zu vermitteln. Dies gelte mit Realisierung des Neubaus des IHK Bildungszentrums in Aalen in besonderem Maß für die Elektro- und Metallberufe.
Zunächst rückblickend betrachtete Dr. Michael Banz die Entwicklung der Tätigkeit eines Inhouse-Juristen. In den vergangenen 30 Jahren habe sich das Arbeitsumfeld stark geändert. Moderne Kommunikationsmittel bedingten höhere Arbeitsgeschwindigkeiten, die Regulierungsdichte habe zugenommen, die Komplexität der Lebenssachverhalte in international tätigen Konzernen steige, online stünden deutlich mehr Informationsquellen zur Verfügung und auch die Streitkultur habe sich verändert. Auch würden Strafrahmen – besonders in den USA - immer weniger kalkulierbar. Es bestünde bisweilen die Sorge, dass das Recht seine befriedende Funktion verliere und zum Rechtsrisiko würde. Entsprechend habe ein Inhouse-Jurist heute oft weniger die Funktion des reinen Beraters, der mit umfangreichen Gutachten einen von vielen Impulsen bei unternehmerischen Entscheidungen liefere. Vielmehr sei der Unternehmensjurist zwischenzeitlich oft Mitentscheider. Dr. Banz: „Der Weg geht weg vom reinen juristischen Dienstleister hin zum Guardian of Corporate Integrity, der nicht nur Risiken identifizieren, sondern praktikable Lösungswege aufzeigen muss.“ Diese Tendenz werde sich in den kommenden Jahren noch verstärken.

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