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Nie mehr die Windschutzscheibe putzen oder mit dem Auto in die Waschanlage. Der Schmutz perlt ganz von alleine ab – das wäre ein Traum für viele Autobesitzer. Ganz so weit ist es noch nicht, doch gibt es inzwischen zahlreiche Produkte mit einer schmutz- und wasserabweisenden Oberfläche. Beschichtete Oberflächen mit unterschiedlichen Funktionen sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Auch am Forschungsinstitut für Innovative Oberflächen FINO der Hochschule Aalen wird an der Entwicklung neuartiger Schichten und Oberflächen gearbeitet.

Oberflächentechnologie zählt zu den wichtigen Zukunftstechnologien, jedoch ist das Beschichten von Oberflächen keine Erfindung der Neuzeit. So werden beispielsweise in heißen Gegenden Häuser bereits seit Jahrtausenden weiß gekalkt, um das Sonnenlicht besser zu reflektieren und das Innere angenehm kühl zu halten. Und die Anfänge des Galvanisierens – wie das Überziehen von Objekten mit einer dünnen Metallschicht mithilfe von Elektrolyse bezeichnet wird – reichen bis ins 18. Jahrhundert zurück. Damals legte der italienischen Arztes und Biophysikers Luigi Galvani mit seinen Experimenten die Grundlage für die Entwicklung elektrochemischer Zellen. Kurze Zeit später erfand Alessandro Volta die erste neuzeitliche Batterie, die unter anderem als Stromquelle zur Abformung von Münzen genutzt wurde. In den vergangenen Jahrzehnten sind viele neue Verfahren hinzugekommen, um Oberflächen zu beschichten, und an weiteren Verfahren wird intensiv geforscht. Denn im Rahmen des Veränderungsprozesses durch Industrie 4.0, Elektromobilität und grüne Technologien gewinnt die Oberflächentechnik als klassische Schlüssel- und Querschnittstechnologie noch mehr an Bedeutung, entscheidet sie doch elementar über Leistungsfähigkeit, Qualität, Kosten und Robustheit.

Die Hochschule Aalen beschäftigt sich schon seit Jahrzehnten erfolgreich mit Oberflächentechnik. Die rasante Entwicklung des Themas „funktionale Oberflächen“ zum Schlüsselbaustein technologischen Fortschritts führte 2014 zur Gründung von FINO. „Innerhalb dieser kurzen Zeit hat sich das FINO zu einem gefragten Partner für anwendungsnahe Forschung mit zahlreichen Industriekooperationen entwickelt“, stellt Prof. Dr. Joachim Albrecht fest.  Der Materialphysiker ist neben Prof. Dr. Timo Sörgel und Prof. Dr. Berthold Hader einer der drei „Gründungsväter“ des Forschungsinstituts und dessen Geschäftsführer. Gemeinsam wollen die drei Professoren, die im Studiengang „Oberflächentechnologie/ Neue Materialien“ lehren, das Institut zu einem „Gütesiegel für die Hochschule und einem weiteren Forschungsaushängeschild für die Region“ machen. Inzwischen tummeln sich bei FINO mehr als 30 Mitarbeiter, Hilfswissenschaftler und studentische Hilfskräfte.

Die Veredelung von Materialoberflächen ist in vielen Branchen ein entscheidender Faktor, um wettbewerbsfähige und innovative Produkte herzustellen – sei es für moderne Biomaterialien, Leichtbauanwendungen oder Oberflächen zur nachhaltigen Energiegewinnung und -speicherung. Durch  spezifische Oberflächenbehandlungen können beispielsweise Verschleiß- und Kratzbeständigkeit, verringerte Korrosionsanfälligkeit oder Schutz vor Bakterien erzielt werden. Ein großes Zukunftsthema, mit dem sich die Arbeitsgruppe Galvanotechnik von Prof. Dr. Timo Sörgel am FINO beschäftigt, ist die elektrochemische Energiespeichertechnik. „Auf Basis der galvanischen Dispersionsabscheidung verfolgen wir einen völlig neuen Weg, Batterieelektroden aufzubauen und zu fertigen“, erläutert  Sörgel und fügt nicht ohne Stolz hinzu: „Dieser neuartige Ansatz wurde von der Hochschule Aalen auch zum Patent angemeldet.“

Die neue Technologie hat das Potenzial, leistungsstärkere Batterien mit verbesserter Energieeffizienz und höherer Energiespeicherdichte zu realisieren. „Diese Batterien liefern einen wichtigen Beitrag für einen schnellen und erfolgreichen Ausbau der Elektromobilität“, betont der Professor. „Ziel ist es, mit dem Elektroauto auch mal in den Urlaub fahren zu können. Derzeit ist die Reichweite der Batterien noch unbefriedigend, und wir wollen mit unserem stark interdisziplinären Ansatz einen Beitrag zur Verbesserung leisten“, sagt Dr. Sandra Meinhard aus der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Timo Sörgel. 

Wenn die Wissenschaftler am FINO von Oberflächen und Beschichtungen sprechen, ist die ist große Begeisterung fast greifbar. „Es ist immer wieder faszinierend, dass ein kleines Stückchen Material, weniger als ein Gramm schwer, oft entscheidend ist für das Funktionieren von großen Sachen“, schwärmt Prof. Dr. Joachim Albrecht, der sich selbst als „Forscher mit Leib und Seele“ bezeichnet. Manchmal hilft dabei auch ein ausgebauter Handy-Vibrationsalarm oder eine Damenfeinstrumpfhose zu 39 Cent, um beispielsweise eine Diamant-Beschichtung zu entwickeln. Um die Forschung voranzubringen, braucht es eben auch untypische Ideen. „Wir haben für das schnelle Ausprobieren neuer Geistesblitze anfangs nicht viel Geld, daher müssen wir originell sein. Das ist die Daniel-Düsentrieb-Methode“, sagt der 45-Jährige und lacht. Alles also ganz schön oberflächlich am FINO – aber natürlich nur bei den Beschichtungen. Ansonsten können die Wissenschaftler mit spannender und tiefgehender Forschung aufwarten, die zu anwendungsorientierten Lösungen führt. Und das ist dann doch wieder alles andere als oberflächlich.

Von Eintagsfliegen, Seifenblasen und Steinschlangen!

Wie bleibt das Wasser im Freibad sauber? Wer würfelt die längste Steinschlange?  Wie sieht die Lebenswelt von Eintagsfliegen aus? Und was kann man alles auf zwei, drei oder vier Rädern machen? Das alles lässt sich am Montag, 19. Juni 2017, erforschen. Denn da lädt explorhino, die Werkstatt junger Forscher an der Hochschule Aalen, von 14 bis 18 Uhr zum „Tag der kleinen Forscher“ im Hirschbachtal ein. Der deutschlandweite Mitmachtag wird von der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ initiiert und möchte den Forschergeist von Kindern im Kita- und Grundschulalter aktiv unterstützen.

Dieses Jahr steht der „Tag der kleinen Forscher“ ganz im Zeichen von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Dieses Bildungskonzept will Mädchen und Jungen darin stärken, unsere komplexe Welt mit ihren begrenzten Ressourcen zu erforschen, zu verstehen und aktiv zu gestalten. Eine gute MINT-Bildung, wie sie explorhino bietet, ist hierfür die Grundlage. Unter dem Motto „Zeigst Du mir deine Welt? – Vielfalt im Alltag entdecken“ sind bei dem Mitmachtag alle Kinder aus Aalen und dem Ostalbkreis eingeladen, die Vielfalt ihrer Lebenswelt zu erkunden. Im Mittelpunkt stehen spannende Anregungen mit naturwissenschaftlichem, mathematischem oder technischen Bezug, die einfach in Kita, Hort, Grundschule oder zu Hause umgesetzt werden können und die Freude am Forschen mit nahem Alltagsbezug fördern.

Träume aus Schaum, ein Feuerwerk der Blüten, die Kraft des Wassers: Beim Aktionstag für kleine Forscher wird es im Hirschbachtal zwischen Aufwindhof und Freibad jede Menge zu entdecken geben. Und da der „Tag der kleinen Forscher“ auch ein Beitrag zum 200-jährigen Jubiläum des Fahrrads ist, wird natürlich auch die Vielfalt der Mobilität genauer unter die Lupe genommen. Bobbycar, Laufrad, Roller, Fahrrad – schließlich flitzen schon Kleinkinder mit großer Begeisterung durch die Gegend. Was man alles auf zwei, drei oder vier Rädern machen kann, das können die Kinder bei einem Geschicklichkeitsparcours unter Beweis stellen. Übrigens dürfen sie auch gerne ihre eigenen Fahrzeuge mitbringen.

Insgesamt laden neun Stationen ein, auf eine bunte Entdeckungsreise zu gehen. Klar, dass so viel Forscherdrang auch hungrig macht – daher gibt es selbstverständlich eine kleine Stärkung mit Grillwurst und Getränken. Und wer eifrig geforscht und Stempel in seinem Forscherpass gesammelt hat, der kann zum Schluss auch seinen „Forscherdiplom“ mit nach Hause nehmen.

Bereits zum 14. Mal referierten renommierte Experten aus dem Finanz- und Rechnungswesen im Rahmen der Praxisreihe Rechnungslegung. Bei der Vortragsveranstaltung diskutieren Fachkräfte aktuelle Herausforderungen in der Rechnungslegung und im Steuerrecht. Prof. Dr. Reinhard Heyd, Professor für Rechnungswesen und Leiter der Vortragsreihe an der Hochschule in Aalen, hieß auf der hochkarätigen Praxisveranstaltung zahlreiche Fachkräfte und interessierte Studierende willkommen.

Die gemeinsame Veranstaltungsreihe der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Stuttgart, der Hochschule Nürtingen-Geislingen und der Hochschule Aalen richtete dieses Jahr der Bachelor-Studiengang „Internationale Betriebswirtschaft“ der Hochschule Aalen aus. Bei der Vortragsveranstaltung diskutieren Fachkräfte aktuelle Herausforderungen in der Rechnungslegung und im Steuerrecht.

Grußworte sprachen Prof. Dr. Uwe Schramm, Präsident der Steuerberaterkammer Stuttgart, und Helmut Lohrmann, Vorsitzender der IDW-Landesgruppe Baden-Württemberg und Mitglied des Verwaltungsrats des Instituts der Wirtschaftsprüfer (IDW). Prof. Dr. Reinhard Heyd  hieß als Leiter der Vortragsreihe zahlreiche Fachkräfte und interessierte Studierende der drei veranstaltenden Hochschulen willkommen. Die Studierenden konnten so einen praxisnahen Einblick in moderne Berufsbilder erhalten. Auch der Dekan Wirtschaftswissenschaften, Prof. Dr. Ingo Scheuermann, animierte die Studierenden, neugierig zu sein und Kontakte mit den anwesenden Experten zu knüpfen.

Die renommierten Referenten präsentierten aktuelle Themen der Rechnungslegung und des Steuerrechts. Mit anschaulichen Praxisbeispielen regten sie die Diskussion mit den Zuhörern nach den jeweiligen Vorträgen an. Rechtsanwältin Dr. Kristina Bexa führte in das Gebiet der Tax Compliance ein. Da die Betriebsprüfung im Wandel sei, empfahl sie, interne Kontrollsysteme (Tax Compliance Management Systeme) einzuführen um Rechtsrisiken zu reduzieren. Prof. Dr. Peter Oser, Leiter der Grundsatzabteilung bei Ernst & Young, gab Handlungsempfehlungen zur aktuellen Rechtslage bei Rangrücktritten im Hinblick auf das Insolvenz-, Bilanz- und Steuerrecht. Mit Andreas Tilp konnte einer der renommiertesten und erfolgreichsten Anlegeranwälte Deutschlands gewonnen werden. Aktuell führt Tilp einen Schadensersatzprozess gegen VW und Porsche – ein höchst aktuelles Thema für die Veranstaltungsreihe. Andreas Tilp berichtete auf anschauliche Weise von seiner Musterklage im „Dieselgate-Prozess“. Bei einem anschließenden Get-together wurden Erfahrungen ausgetauscht und Kontakte zwischen Hochschule und Praxis intensiviert.

Die baden-württembergische Wissenschaftsministerin Theresia Bauer ist im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Yes, it‘s #Humboldt“ Gast der Hochschule für Gestaltung Schwäbisch Gmünd und der Hochschule Aalen.

Die Veranstaltung zum Thema Studium und Lehre findet am Dienstag, 13. Juni, 16 Uhr, in der Aula der Hochschule Aalen, Campus-Teil Beethovenstraße, statt. Studierende und Professoren diskutieren mit der Ministerin über gute Lehre heute: Was macht gute Hochschullehre aus, warum ist die Qualität der Lehre so wichtig und was braucht es überhaupt für ein erfolgreiches Studium? Im Anschluss steht das Podium für Fragen sowie eine Diskussion mit dem Plenum bereit. Die interessierte Öffentlichkeit und Sie als Medienvertreter sind herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei.

Auf dem Podium diskutieren mit Wissenschaftsministerin Theresia Bauer:

  • Prof. Dr. Holger Schmidt (Hochschule Aalen, Projektverantwortlicher Strukturmodelle, Didaktik-Beauftragter, Professur „Mathematik für Ingenieure“ an der Fakultät Optik und Mechatronik)
  • Prof. Dr. Martina Hofmann (Hochschule Aalen, Professorin und Studiendekanin im Studiengang Elektrotechnik, Professur für „Erneuerbare Energien“)
  • Prof. Dr. Susanne Schade (HfG Schwäbisch Gmünd, Professur für den Bereich Produktgestaltung, Studiengangleiterin für das Master-Programm „Strategische Gestaltung“)
  • Alice Bader (Hochschule Aalen, Bachelor-Studentin des Studiengangs Maschinenbau/Produktentwicklung und Simulation, eine der besten Studierenden ihres Jahrgangs)
  • Fabian Schöttle (HfG Schwäbisch Gmünd, Master-Student des Studiengangs „Strategische Gestaltung“, Teilnehmer am durch WILLE geförderten „Student Coaches“-Programm)
  • Franz Donner (Carl Zeiss AG, Leiter der Konzernfunktion Personal)

Moderation: Prof. Dr. Markus Peter, Hochschule Aalen

Begeistern, motivieren, kritisches Denken anstoßen, Grundlagen schaffen und Kompetenzen aufbauen – das alles soll ein Studium leisten. Doch wie geht wissenschaftliches Lernen heute, in Zeiten fortschreitender Digitalisierung? Mit dem Programm „Wissenschaft lernen und lehren“ (WILLE) fördert das Land Baden-Württemberg innovative Lern- und Lehrmodelle, die aktivierendes Lehren und Lernen systematisch an den Hochschulen umsetzen. Mit dabei ist auch die Hochschule Aalen: Im Studiengang „Maschinenbau/ Produktentwicklung und Simulation“ werden die für Vorlesungen und Projekte benötigten PCs virtualisiert. Damit stehen sie den Studierenden an jedem beliebigen Ort zur Verfügung.

Ein Projekt, das die Studierenden während des gesamtem Studiums begleitet – das ist etwas Einzigartiges, und es ist fest im Curriculum des Studiengangs Maschinenbau/ Produktentwicklung und Simulation an der Hochschule Aalen verankert. Häufig handelt es sich dabei um Themen rund um Fahrzeuge, die von bis zu dreißig Studierenden gleichzeitig zu bearbeiten sind. Während bislang die Projekte überwiegend an den PCs in den Räumlichkeiten der Hochschule zu bearbeiten waren, wird dies in Zukunft von jedem Ort weltweit möglich sein. Der Studiengang arbeitet derzeit an einem Konzept, wie der virtuelle Desktop jederzeit und mit jedem beliebigen Gerät erreichbar ist. So können die Studierenden an ihren eigenen Geräten arbeiten, unabhängig von der Marke, der Ausstattung oder dem Betriebssystem. Die für die Projektarbeit erforderliche Soft- und Hardware wird vom Rechenzentrum der Hochschule in Form von virtuellen PCs bereitgestellt. Die User arbeiten ausschließlich mittels Bildschirmübertragung. „Wir stellen mit dieser Technologie unseren Studierenden die gleiche Infrastruktur zur Verfügung. Damit gehen wir einen großen Schritt in Richtung Chancengleichheit. Alle haben die gleiche Ausgangssituation, unabhängig von der privaten finanziellen Situation“, betont der Prof. Dr. Thomas Weidner.

Zu Beginn eines jeden Semesters werden die Projektziele besprochen. Ein Teil der dazu notwendigen Methoden und Softwaretools werden im Rahmen der Vorlesung bereitgestellt, andere Teile müssen selbst erarbeitet werden. Dazu sind Informationen zu beschaffen und Zusammenhänge zu recherchieren, um diese dann auf das Projekt anzuwenden. Durch diese Vorgehensweise wird das forschende Lernen gefördert und gleichzeitig der Prozessgedanke vermittelt. Zudem werden Studierende aus höheren Semestern als Coaching-Partner eingesetzt, da sie den jeweils aktuellen Prozessabschnitt bereits durchlebt und bearbeitet haben. Für den Fall, dass die Studierenden im Rahmen der selbständigen Projektarbeit an einen Punkt gelangen, an dem der Arbeitsfortschritt ins Stocken gerät, sind sogenannte virtuelle Sprechstunden vorgesehen. Zu festgelegten Zeiten stehen Professoren, Assistenten und Tutoren aus höheren Semestern online zur Verfügung, um Hilfestellung zu leisten. Videokonferenzen mit Desktop-Sharing kommen zum Einsatz. „Mit der Virtualisierung der PCs stellen wir sicher, dass alle Beteiligten von überall aus denselben Blick auf das zu lösende Problem haben“, sagt Prof. Dr. Thomas Weidner.

Studieren und gleichzeitig Karriere machen – und das direkt in der Region? Genau das ist bei der Weiterbildungsakademie der Hochschule Aalen und der Graduate School Ostwürttemberg möglich. Berufstätige mit dem Wunsch nach persönlicher Weiterentwicklung können sich jetzt bei der letzten Informationsveranstaltung vor Bewerbungsschluss am Donnerstag, 01.06.2017, für den Start eines berufsbegleitenden Masterstudiums zum Wintersemester 2017 informieren. Die Vorlesungen finden an Freitagen und Samstagen an der Hochschule Aalen statt.

Wer mehr über die berufsbegleitenden Masterstudiengänge Wirtschaftsingenieurwesen, General Management (MBA), Maschinenbau oder Elektromobilität erfahren möchte, kann sich am Donnerstag, 01.06.2017 um 18 Uhr an der Hochschule Aalen über die Angebote informieren. Vorgestellt werden die Inhalte, Struktur, Organisation und Rahmenbedingungen der Studiengänge von der wissenschaftlichen Leitung und dem Studiengangmanagement. Außerdem geben Studierende Einblicke in ihren Studienalltag, berichten über ihre Erfahrung und stehen für Fragen zur Verfügung. Beispielsweise Christian Köder, der seinen Master im Maschinenbau macht und als Berechnungsingenieur bei der Firma Gloning Krantechnik GmbH tätig ist. Er hat sich aufgrund des Präsenzstudiums für die Weiterbildungsakademie entschieden: „Dieses Modell gibt mir die Möglichkeit direkt mit Dozenten und Kommilitonen in Kontakt zu treten, um Fragen in kürzester Zeit zu klären.“ Die Studierenden erhielten Einblick in ein breitgefächertes Spektrum an Themen und könnten das erlernte Fachwissen direkt in den Berufsalltag integrieren, ergänzt Dominik Mermi, Student des Master Wirtschaftsingenieurwesen von der Firma VARTA Microbattery in Ellwangen.

 

Die Referenten:

Julia Knöffel

Entwicklungsingenieurin, Robert Bosch Automotive Steering GmbH, Schwäbisch Gmünd
Studentin Master Maschinenbau 

Christian Köder

Berechnungsingenieur, Gloning Krantechnik GmbH, Stödtlen
Student Master Maschinenbau

Giovanni Costa

Entwicklungsingenieur, Ricardo Deutschland GmbH, Schwäbisch Gmünd
Student Master Elektromobilität

Dominik Mermi

Kunststoffingenieur, VARTA Microbattery GmbH, Ellwangen
Student Master Wirtschaftsingenieurwesen

 

Marcel Dornbusch

Projektleiter, Carl Zeiss Microscopy GmbH, Aalen
Student Master Wirtschaftsingenieurwesen

Aus dem Reallabor Aalen in die innovative Lehre!

 

Wie setzt man praxisnahe Projekte erfolgreich in der Hochschullehre um? Vier Jahre lang haben Prof. Dr. Ulrich Holzbaur, Monika Bühr, Daniela Dorrer, Ariane Kropp, Evamaria Walter-Barthle und Dr. Talea Wenzel an der Hochschule Aalen studentische Projekte begleitet und analysiert. Die Ergebnisse der Analyse sind jetzt im Fachverlag Springer Gabler erschienen: „Die Projekt-Methode – Leitfaden zum erfolgreichen Einsatz von Projekten in der innovativen Hochschullehre“ richtet sich aber nicht nur an Lehrende im Hochschulbereich, sondern ist für alle Bildungsbereiche relevant.

In dem vom Land Baden-Württemberg geförderten Projekt „Wissenschaft erleben, Praxisrelevanz erfahren und nachhaltig lernen mit Projekten“ an der Hochschule Aalen wurden von 2012 bis 2016 die Erfolgsfaktoren studentischer Projekte in der Studieneingangsphase analysiert. Die Methode basiert auf dem Einsatz von Lehrprojekten in den Lehrveranstaltungen zu Projektmanagement, Qualität, Nachhaltigkeit, Informatik und Mathematik von Prof. Dr. Ulrich Holzbaur, der an der Hochschule Aalen Wirtschaftsingenieurwesen lehrt. „Die Ergebnisse haben wir in einem Leitfaden zusammengefasst, mit dem wir uns ausdrücklich nicht nur an Hochschullehrer richten wollen, sondern an alle, die im Bildungsbereiche tätig sind“, betont Holzbaur.

Am Beispiel der Hochschullehre stellen die sechs Autoren Grundlagen und Methodik zusammen, um Projekte ergebnisorientiert und zielgerichtet einzusetzen. „Durch die wachsende Bedeutung von Projekten im Beruf und in der Wissenschaft werden diese als Lehrinhalt immer wichtiger“, sagt Prof. Dr. Ulrich Holzbaur. Für Lehrende an Hochschulen stelle sich damit die Herausforderung, Projekte optimal für die Vermittlung von Kompetenzen und Inhalten einzusetzen und den Aufwand für die Vorbereitung, Betreuung und Bewertung von Projekten in einen akzeptablen Rahmen zu halten. Das Werk vermittelt die erfolgreiche Planung und Vorbereitung von Projekten sowie die Begleitung und Betreuung, Benotung und Ergebnissicherung. Die zahlreichen Hilfsmittel und Beispiele erleichtern die Umsetzung. Der Leitfaden solle den Lehrenden beim Einsatz von Projekten in der Lehre unterstützen und eine gute Wirkung der Projekte für die Stoff- und Kompetenzvermittlung, die Hinführung an die Wissenschaft, die Berufsbefähigung der Absolventen und für die gesellschaftliche Weiterentwicklung hin zu einer lebenswerten Zukunft ermöglichen, so Holzbaur.

Neben den Grundlagen und praktischen Hinweisen enthält der Leitfaden umfangreiche Projektbeispiele. Viele der Projekte wurden mit Akteuren der Region, in der Stadt Aalen und an der Hochschule selbst umgesetzt. Die Projekte im „Reallabor Aalen“ zur Umsetzung von Nachhaltiger Entwicklung sind beispielsweise mit dem Umweltmanagementsystem „Grüner Aal“ vertreten. Auch Projekte zum nachhaltigen Einzelhandel, die „Repair Night“ oder der Bopfinger Bildungs-Bus werden beschrieben. Außerdem beschäftigen sich viele Projekte mit dem Wecken von Interesse und der Wissensvermittlung im Bereich der Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT). „Alle diese Projekte können auch an anderen Hochschulen und in anderen Bildungsbereichen umgesetzt werden“, betont Prof. Dr. Ulrich Holzbaur den Transfercharakter des Leitfadens.

Zum Buch:

Die Projekt-Methode – Leitfaden zum erfolgreichen Einsatz von Projekten in der innovativen Hochschullehre

Autoren: Prof. Dr. Ulrich Holzbaur, Monika Bühr, Daniela Dorrer, Ariane Kropp, Evamaria Walter-Barthle und Dr. Talea Wenzel

Springer Wissenschaftsverlag, Springer Gabler                                                      

Softcover: 44,99 Euro, eBook: 34,99 Euro

 

Über gute Lehre wird viel diskutiert. Sie stellt hohe Anforderungen an die Lehrenden und geht weit darüber hinaus, Fachinhalte korrekt wiederzugeben. Doch was bedeutet gute Lehre eigentlich? Wir haben darüber mit Prof. Dr. Peter Eichinger und Prof. Dr. Bernhard Höfig gesprochen, die Mechatronik an der Hochschule Aalen lehren – und jetzt für ihr Engagement mit dem Lehrpreis der Hochschule Aalen gewürdigt wurden.

„Lehren heißt, ein Feuer entfachen, und nicht, einen leeren Eimer zu füllen“, lautet ein berühmtes Zitat des griechischen Philosophen Heraklit. Herr Prof. Dr. Eichinger, Herr Prof. Dr. Höfig, was macht Ihrer Meinung nach gute Hochschulausbildung aus?

 

Prof. Dr. Eichinger: Gute Lehre bedeutet für mich, den einzelnen Menschen zu sehen und den Raum zu schaffen, dass jeder seine Potenziale entfalten kann. Wir möchten unsere Studierenden zum „lebenslangen Lernen“ befähigen – und natürlich Begeisterung wecken. Heraklit ist da mit seinem Bonmot zeitlos aktuell.
Prof. Dr. Höfig: Aktualität ist ganz wichtig, wir müssen mit der Lehre auf der Höhe der Zeit sein. Umso mehr, als wir uns mit der fortschreitenden Digitalisierung gerade in einem evolutionären Transformationsprozess befinden. Die Menschen, die wir heute ausbilden, sind die Entwickler und Entscheider von morgen. Und sie sollen dann in der Lage sein, die Entwicklung von Produkten und Prozessen zu gestalten.

Wenn Sie sich an Ihre eigene Schul- bzw. Studienzeit zurückerinnern: Was hat Sie begeistert, was abgeschreckt?
Prof. Dr. Höfig: Abschreckend war das Auswendiglernen, das reine Abfragen von Fakten, das stupide Pauken von Wissen. Großen Spaß hat das Lernen immer dann gemacht, wenn man damit verbinden konnte, wofür man das Ganze braucht. Also ganz konkrete Anwendungsbeispiele, verbunden mit dem Bezug zu aktuellen gesellschaftlichen Fragestellungen. Mein Mechanik-Professor damals an der Universität hat uns immer herausgefordert, darüber nachzudenken, was in der Welt passiert. Begeistert hat mich auch, wenn anspruchsvolle Themen mit Leichtigkeit und einer guten Portion Humor vermittelt wurden. Lachen hilft beim Lernen – das ist wissenschaftlich erwiesen. Lachen ist also sozusagen Doping fürs Gehirn. (lacht)

Für Ihr besonderes Engagement in der Lehre sind Sie beide jetzt mit dem Lehrpreis der Hochschule Aalen ausgezeichnet worden. Nominiert wurden Sie dafür von Studierenden. Was ist Ihr Geheimnis? Haben Sie da eine Art Patenrezept?
Prof. Dr. Eichinger: Uns sind anwendungsorientierte Projekte sehr wichtig. Wir möchten jungen Menschen die Möglichkeit geben, an Aufgaben zu wachsen. Deshalb bieten wir unseren Studierenden beispielswiese jedes Semester einen „Makeathon“ (von „to make“ und „Marathon“) an – ein interaktives Format, wo in Teams zusammen gedacht, konstruiert und programmiert wird. In drei Tagen müssen die Teilnehmer aus einer Idee einen Prototypen fertigen. „Make, Create & Have Fun!“ lautet unser Motto, und tatsächlich haben unsere Studierenden sichtlich viel Spaß  dabei. Ein tolles Beispiel für anwendungsorientierte Projekte ist auch unser „smart4i Industry Demonstrator“, mit dem wir jetzt auf der Messe interpack 2017 waren: Für den Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) hat ein interdisziplinäres und internationales Team aus 36 Studierenden in Kooperation mit Industriepartnern den Demonstrator umgesetzt. Er zeigt, wie man Konzepte der Vision Industrie 4.0 bereits heute mit der richtigen Zusammenstellung von Elementen des Stands der Technik realisieren kann. Besucher können eine in Farbe, Verpackung und Beschriftung individualisierte Powerbank über das Internet bestellen und unmittelbar darauffolgend den Prozess live am smart4i Demonstrator verfolgen. Was uns darüber hinaus begeistert,  ist die extrem kurze Entwicklungszeit von nur 36 Wochen für das gesamte Projekt von der ersten Idee bis zur Realisierung auf der Messe. Alle Projektpartner haben sich mächtig ins Zeug gelegt, um diesen Demonstrator erfolgreich in Betrieb zu nehmen.
Prof. Dr. Höfig: Ein einfaches Patentrezept für gute Lehre gibt es natürlich nicht. Aber ich bin ein Freund von „Fördern durch Fordern“.

Wie muss sich die Hochschullehre in Zeiten der Digitalisierung Ihrer Ansicht nach weiterentwickeln?
Prof. Dr. Eichinger: Unter dem Einfluss der Digitalisierung verändern sich die Strukturen der Lehr- und Lernsituation grundlegend. Es entstehen neue didaktische Möglichkeiten der Wissens- und Kompetenzentwicklung. Wir müssen neue Lehrformen entwickeln, die es uns  ermöglichen, aktuelle technische Neuerungen und Entwicklungsprozesse praxisnah zu vermitteln. Dazu eignen sich sehr gut kostengünstige Starter-Kits für IoT-Anwendungen oder auch Bausätze für einfache Roboter, die wir beispielsweise bei den Makeathons einsetzen. Wichtig ist auch die Verstärkung der interdisziplinären und internationalen Ausrichtung.
Prof. Dr. Höfig: Nicht zuletzt möchten wir positive Erfahrungen ermöglichen, damit unsere Studierenden mutig und zuversichtlich neue Herausforderungen angehen können. Mit der Erfahrung „Das haben wir gut hingekriegt!“ geht das doch alles viel leichter.

 

Herr Prof. Dr. Eichinger, Herr Prof. Dr. Höfig, vielen Dank für das Gespräch!

 

Auch in diesem Semester gibt es an der Hochschule Aalen wieder die Gelegenheit, neu berufene Professoren und deren Fachgebiete näher kennenzulernen. Den Auftakt macht Prof. Dr.-Ing. Jürgen Trost aus der Fakultät Maschinenbau und Werkstofftechnik am Mittwoch, 26. April, um 18.00 Uhr.

Prof. Dr.-Ing. Jürgen Trost, Professor für Autonome Systeme und Messtechnik, referiert am Mittwoch, 26. April, um 18.00 Uhr im Hörsaal 0.01 des Aula- und Hörsaalgebäudes auf dem Campus-Teil Beethovenstraße.

Autonomes Fahren – Inkrementelle Entwicklung oder technologischer Umbruch

Nach dem überraschenden US-Patent für ein autonomes Fahrzeug aus dem Hause Google und der Markteinführung der Autopilot-Funktion im Tesla erhielt das Autonome Fahren einen völlig anderen Stellenwert in der öffentlichen Diskussion. Zwar waren die technischen Systeme, die für das Autonome Fahren notwendig sind, schon seit Jahren von und mit der Automobilindustrie entwickelt worden. Die Vorlesung stellt hier aber die Frage, ob die Automobilindustrie nicht vor einem technologischen Umbruch steht, der Fahrzeuge und Fahrzeugindustrie strukturell verändern wird.

„Moderne Verhandlungen – Wie können Verhandler durch IT-Systeme unterstützt werden?“ und „Einkauf und Vertrieb auf Business-to-Business-Märkten: Partner oder Antagonisten?“

Am Mittwoch, 3. Mai, stellt Prof. Dr. Marc Fernandes, Professor im Bereich Wirtschaftsinformatik in seiner Antrittsvorlesung die Frage: „Moderne Verhandlungen – Wie können Verhandler durch IT-Systeme unterstützt werden?“. Anschließend referiert Prof. Dr. Ingmar Geiger zum Thema „Einkauf und Vertrieb auf Business-to-Business-Märkten: Partner oder Antagonisten?“. Als Business-to-Business-Forscher wird Professor Geiger in seiner Antrittsvorlesung der Frage nachgehen, inwieweit Einkauf und Vertrieb Partner oder Antagonisten oder beides sein können. Aus seiner Bestandsaufname wird er Implikationen für Forschung, Ausbildung und Praxis ableiten und diskutieren.

Die Antrittsvorlesungen beginnen ebenfalls um 18.00 Uhr im Hörsaal 0.01 des Aula- und Hörsaalgebäudes auf dem Campus-Teil Beethovenstraße.

Kürzlich diskutierte der Beirat des berufsbegleitenden Masterstudiengangs Vision Science and Business (Optometry) der Hochschule Aalen über die für die Weiterentwicklung des Berufsstands relevanten Entwicklungen. Anschließend gab es einen intensiven Erfahrungsaustausch zwischen Beiratsmitglieder und Studierenden.

Die gute Nachricht gleich vorab: Der berufsbegleitende Optometrie-Masterstudiengang der Hochschule Aalen wird mit mindestens 20 Studierenden ins Wintersemester 2017/18 starten. Interessant ist dabei, dass die Zusammensetzung der Studierenden stark international geprägt sein wird. Die Hälfte der neuen Masterstudierenden kommt aus dem Ausland. In Deutschland ist momentan trotz oder aufgrund der guten wirtschaftlichen Situation eine gewisse „Fortbildungsmüdigkeit“ festzustellen. Das zeigen die Ergebnisse einer Umfrage zum Thema „Fortbildung in der Augenoptik“ von Prof. Dr. Anna Nagl. Und selbst – so die Umfrageergebnisse – wenn der Gewinn des Augenoptikers auch in Zukunft überwiegend über die „Gleitsichtbrille“ erwirtschaftet werden wird, werden optometrische Dienstleistungen zur Kundenbindung und als zusätzliche Einnahmequelle ein sehr wichtiges zukunftsfähiges und lukratives Standbein der selbstständigen Augenoptiker darstellen.

Weiteres Thema im Beirat war der Verbleib des Berufsstands „Augenoptik“ in der Handwerksorganisation und das Für und Wider der Aufspaltung in „handwerklich geprägte Brillenoptiker“ und „refraktionierende und die Augen untersuchende Optometristen“. Inwiefern die Wiedereinführung von Krankenkassenleistungen Auswirkungen auf die Berufsausübung und das Image von Augenoptikern haben wird, bleibt abzuwarten. Das Basieren der Kassenleistungen auf ärztlichen Verordnungen könnte bei den Kunden den Eindruck erwecken, dass der Augenarzt für eine Augenprüfung der bessere Ansprechpartner ist. „Der Zentralverband der Augenoptiker und Optometristen (ZVA) wird sich auch weiterhin dafür stark machen, dass Folgeversorgungen weiterhin von Augenoptikern durchgeführt werden können“, sagte ZVA-Vizepräsident Christian Müller in dem Beiratsmeeting.

Eine Chance für sehr gut ausgebildete Augenoptiker und Optometristen könnte die zunehmende Konzentration von augenärztlichen Praxen in Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) sein. Da die MVZ versuchen, vor allem finanziell attraktive Katarakt-Operationen anzubieten, werden sich möglicherweise die augenärztliche Grundversorgung und das augenärztliche Screening verschlechtern – diese Lücke könnten gut ausgebildete Optometristen mittelfristig schließen, so das Schlusswort der Beiratssitzung des berufsbegleitenden Optometrie-Masterstudiengangs.

Die Beiratsmitglieder tauschten sich beim anschließenden „Get-togehter“ intensiv mit den aktuellen Masterstudierenden aus. Abgerundet wurde das Treffen der hochkarätigen Beiratsmitglieder mit einem Studium Generale Vortrag zum Thema „Cataract Operation – Anspruch und Wirklichkeit“ von Prof. Dr. Gangolf Sauder, dem Chefarzt der Charlottenklinik für Augenheilkunde in Stuttgart.

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