Mittwoch, 12 April 2017 12:00

Musik in der Medizin: Schloss Kapfenburg begrüßt neue Studie

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Musik in der Medizin: Schloss Kapfenburg begrüßt neue Studie Bild: Schloss Kapfenburg

Seit Jahren engagiert sich die Stiftung Internationale Musikschulakademie Schloss Kapfenburg aktiv für Musikergesundheit. Nun geht man in der Bildungsarbeit auch neue Wege hin zum Einsatz von Musik in der Medizin. Der erste Erfolg blieb nicht lange aus - eine beim IQWIG beantragte Studie zu Musikintervention und -therapie wurde bewilligt. Es ist ein wichtiger Schritt hin zur Etablierung von Leistungen in der Gesetzlichen Krankenversicherung.

Musik für therapeutische Zwecke ist in Expertenkreisen etabliert, eine weitgehende Anerkennung im Gesundheitssystem steht jedoch aus. Das liegt nicht zuletzt daran, dass der Nutzen belegt sein muss, um Leistungen in der Gesetzlichen Krankenversicherung zu verankern.

Diese Regelung schützt Patienten vor Scharlatanerie, gleichzeitig steht dadurch die Gesundheitsversorgung in Deutschland vor großen Herausforderungen. So belegen bisherige Studienergebnisse beispielsweise die positiven Effekte von Musikintervention auf Angst, Schmerzen und die Lebensqualität von Krebspatienten - da jedoch viele Studien schwere methodische Mängel aufweisen, sind viele zu klärende Fragen über den Nutzen von Musikinterventionen heute noch offen.

Die Problematik war auch eines der Themen beim „1. Forum Schloss Kapfenburg – Musik & Medizin“ im vergangenen September. Hardy Müller vom  Wissenschaftlichen Institut der TK für Nutzen und Effizienz im Gesundheitswesen (WINEG) ging in seinem Eröffnungsvortrag unter anderem auf die Frage ein, welcher Anspruch hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit, des therapeutischen Effekts und der Wirksamkeit in Bezug auf die Patientensicherheit von Medizin(er)musik gewährleistet sein muss.

Im Rahmen der anschließenden Arbeitsgruppe „Innovation Musik  & Medizin“ erarbeitete der Gesundheitswissenschaftler daher gemeinsam mit den Teilnehmern die Basis für einen Antrag zur systematischen Untersuchung von Musikinterventionen beim IQWIG. Nach der Ausarbeitung durch Müller und die Stiftung Schloss Kapfenburg wurde dieser eingereicht - und nun in einem mehrstufigen Auswahlverfahren als eines von nur 5 Themen vom IQWIG zur Bearbeitung ausgewählt.

Das IQWIG (Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen) untersucht als unabhängiges wissenschaftliches Institut den Nutzen und den Schaden von medizinischen Maßnahmen für Patienten. Dabei klärt es für diese und die Entscheidungsträger im Gesundheitswesen wissenschaftliche Fragen, damit medizinischer Nutzen erkennbar wird und medizinische Maßnahmen bezahlbar bleiben. Das Institut trägt so dazu bei, medizinische Wissenslücken zu verringern, und  eine Grundlage für eine bessere Versorgung in Deutschland zu schaffen.

Die Ergebnisse der Studie zu Musikintervention und -therapie liegen im Sommer 2018 vor. Die Internationale Musikschulakademie Schloss Kapfenburg wird diesen Prozess konstruktiv begleiten.

Weitere Informationen sind auf www.fit-mit-musik.de erhältlich.


Stiftung Schloss Kapfenburg – Bildung & Gesundheit

 

Die Bildungsarbeit ist ein wichtiger Grundpfeiler der Stiftung Internationale Musikschulakademie Kulturzentrum Schloss Kapfenburg. Seit 2003 setzt man sich dabei in deutschlandweit einmaliger Art dafür ein, Musiker schon vom Kindesalter an aktiv dabei zu unterstützen, sich für und durch das Musizieren fit zu halten.

Im Vordergrund steht der salutogenetische Ansatz, sprich das gesundheitsfördernde Potential von Musik und Musizieren, nach dem vorhandene Ressourcen gestärkt werden sollen. Dabei kommt neben der Musikergesundheit auch dem Bereich der Elementaren Musikpädagogik eine bedeutende Aufgabe zu, da die Förderung bereits zum frühestmöglichen Zeitpunkt beginnen sollte.

Zur Verwirklichung dieser Ziele wird eine Vielzahl von Projekten durchgeführt, mit denen schrittweise all diejenigen Menschen angesprochen werden, die selbst Musik machen, in einer instrumentalen Ausbildung stehen, Musik unterrichten oder aber auch aus medizinischer und musikphysiologischer Sicht mit Musikern in Berührung kommen oder sonstige Aufgaben an Musikbildungsstätten haben. Darüber hinaus setzt sich die Stiftung für die Erforschung der gesundheitsfördernden Effekte von Musik ein.   

Das Bildungszentrum kann bei seiner Arbeit auf viele starke Partner verweisen. Neben der Techniker Krankenkasse gehören dazu das Freiburger Institut für Musikermedizin, die Deutsche Rentenversicherung Baden-Württemberg und Jast Ergo. Ebenfalls unterstützt wird die Stiftung durch den Landesverband der Musikschulen Baden-Württembergs, den Verband deutscher Musikschulen und den Blasmusikverband Baden-Württemberg e.V..

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