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Sonntag, 07 Mai 2017 18:00

Herzenswege erfreuen Gmünder Bürgerinnen und Bürger im Alter Empfehlung

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von links: Der Erste Bürgermeister Dr. Joachim Bläse, Peter Arnold, Bärbel Blaue, Susanne Will-Paar und Karin Maier.A von links: Der Erste Bürgermeister Dr. Joachim Bläse, Peter Arnold, Bärbel Blaue, Susanne Will-Paar und Karin Maier.A Bild: Schwäbisch Gmünd
Schwäbisch Gmünd (sv). Der Erste Bürgermeister Dr. Joachim Bläse begrüßte am Donnerstag, 4. Mai, das Projekt „Herzenswege“. Der Zeitgeist ist voll getroffen und man holt ältere Menschen genau dort ab, wo Hilfe benötigt wird, so Bürgermeister Bläse. Genau hinschauen, ob vielleicht in der Nachbarschaft Hilfe bedarf, das wünschen sich alle Beteiligten der Projektgruppe.

Am 26. Januar, fand für die bis dahin an der aktiven Mitarbeit beim Projekt Herzenswege interessierten Bürgerinnen und Bürger in der Barmer ein großer Workshop statt, der die Weichen stellte für die weitere gemeinsame Zusammenarbeit. Es war die Ideenschmiede, die festlegte, dass das Projekt nicht nur monetär gesehen werden darf, sondern dass auch die Bereiche Einsamkeit und Beratung Bestandteil sein müssen. Es wurden organisatorische Fragen besprochen und am Ende stand ein recht gutes erstes Teilkonzept fest.

Nach diesem ersten Termin gab es weitere Treffen der neuen Projektgruppe, bis Ende Februar kamen weitere Mitglieder hinzu, inzwischen ist die Gruppe mit 18 Mitgliedern schon zu einer richtig eingeschworenen Gemeinschaft geworden, die untereinander intensiv in Kontakt ist, jeder seine Beziehungen und Verbindungen mit einbringt und das erforderliche Netz für Hilfe permanent wächst. Das Tempo der Ideen und Aktivitäten, das von allen Mitgliedern der Projektgruppe angeschlagen wird, stellt die Koordinationsstelle von Aktion Familie jeden Tag vor große, aber auch sehr schöne, Herausforderungen.

Es entstand der Flyer für die Zielgruppe, der breit gestreut über Hausärzte, Zahnärzte, Apotheken, Pflegeeinrichtungen und verschieden soziale Einrichtungen, Stadtteilkoordinatoren, Generationenbüros und Kirchen verteilt wurde beziehungsweise noch werden. Die Senioren erfahren so, dass es nicht nur um materielle Hilfe geht, alle können sich angesprochen fühlen, auch diejenigen, die eine gute Rente erhalten, aber zu viel allein sind oder diejenigen, die von ihrer Rente hohe, wahrscheinlich zu hohe, Ausgaben bestreiten müssen, wie zu viele oder unnötige Versicherungsverträge, zu hohe Telefongebühren. Und auch diejenigen, die vielleicht schon Jahre Geld verschenken, weil sie An-spruch auf Leistungen hätten, diese aber nicht abrufen.

Seit März lädt die Projektgruppe Herzenswege einmal im Monat ein zum Herzenscafé, in wechselnden Lokalitäten und zu wechselnden Zeiten. Die Termine werden über die Wochenblätter beider Zeitungen bekannt gegeben, so dass jeder Bürger kostenfrei diese Infos erhält. Außerdem informiert der Blickkontakt über die Termine. Zweimal hat man sich bislang getroffen, zweimal ein voller Erfolg. Gute Gespräche, sich kennenlernen, einen Kaffee und ein Stück Kuchen genießen, gemeinsam mit netten Menschen. Und das Tolle, es sind nicht nur Senioren dabei, die sonst nicht im Café sitzen können, es kommen auch Senioren, die einfach Zeit mit anderen verbringen wollen, raus aus der häuslichen Isolation. Unter Menschen sein. Ungezwungen, ohne Anmeldung, kommen, dabei sein. Und auch die Menschen kennenlernen können, die hinter diesem Projekt stehen. Denn es sind immer mehrere Mitglieder der Projektgruppe dabei. Wer sich in diesem Kreis nicht öffnen kann und will, der wird ermutigt, in die persönliche Sprechstunde zu kommen oder die zwei telefonischen Sprechstunden zu nutzen, die pro Woche angeboten werden.

Ebenfalls Im März gab es auf Einladung der Projektgruppe Herzenswege ein Arbeitstreffen im Prediger mit Vertretern sozialer Einrichtungen und Projekte, haupt – und ehrenamtlich, das den Vernetzungs– und Austauschgedanken zum Thema Senioren in unserer Stadt – Hilfsangebote durch unterschiedliche Anbieter- zum Hauptinhalt hatte. Die Teilnehmer verständigten sich auf die Fortsetzung der gemeinsamen Arbeit am Seniorenthema auf der Basis weiterer Treffen, voraussichtlich einmal im Jahr. Somit trägt das Projekt Herzenswege auch den Gedanken der Vernetzung im Stadtgebiet mit und wird zukünftig für die Fortsetzung dieses Austausches verantwortlich zeichnen.

Das Team der Projektgruppe war aktiv bei der Vesperkirche, zum einen als Helfer, zum anderen in eigener Werbung für das Projekt und als Käufer von Essensmarken und deren Verteilung bei Senioren mit geringem Einkommen. Das war eine tolle Aktion.

Auch beim Markt der Möglichkeiten stellte sich die Projektgruppe vor und fand viele Interessenten, vor allem für kurzfristige Hilfsangebote, wie zum Beispiel: Begleitung von Senioren auf ein Amt, für gelegentliche Spaziergänge oder Besuche. Und genau das ist die Lücke, die noch immer kontinuierlich geschlossen werden muss. Beim Projekt Herzenswege gibt es die Hutträgerin für den Einsatz und den Bedarf in diesem mitunter temporär begrenzten Feld, Menschen, die sich genau in diesem Rahmen engagieren wollen, nicht unbedingt auf Dauer, das ganze Jahr über, aber in gewissen Zeiträumern, aus bestimmten Anlässen heraus. Und auch diese Ehrenamtlichen sind kontinuierlich gesucht und erwünscht.

Mit der Koordinationsstelle von Aktion Familie, dem Amt für Familie und Soziales und dem Ersten Bürgermeister Dr. Joachim Bläse, wurden mehrere Gespräche geführt, die das Projekt und die Mitglieder der Projektgruppe zueinander führten. Sehr offene Gespräche, mit klarem Inhalt, was die Stadt von diesem neuen Projekt erwartet und was sich die Projektgruppe wünscht, was sie braucht, um dieses Projekt erfolgreich voranzubringen, für die älteren Menschen in unserer Stadt, die oft mit unvorstellbar wenig Geld auskommen müssen. Aber stolz darauf sind, dass sie es packen. Sie sollen immer wieder spüren, sie sind nicht allein, man schaut nach ihnen, wenn sie es wünschen und zulassen, wird ihnen geholfen. Neben anderen Angeboten auch durch das Projekt Herzenswege. Ein oft tränenreiches Projekt, dass nicht nur mit Geld zu tun hat.

Auch mit der stolzen Zahl von 18 Mitgliedern in der Projektgruppe ist der sehr große Umfang des Projektes Herzenswege nur mit sehr viel Engagement und Zeiteinsatz eines jeden Ehrenamtlichen zu stemmen. Und dank der Unterstützung durch die Stadtverwaltung sowie aktuell eines weiteren Partners, der Barmer – Krankenkasse. Details der Zusammenarbeit werden gerade ausgearbeitet und in den kommenden Wochen durch einen Kooperationsvertrag festgeschrieben. Die Presse wird zur Unterzeichnung des Vertrages eingeladen werden.

Vielleicht klingt das jetzt doch noch alles nach Bürokratie, viel Struktur, um das, was eigentlich das Ziel aller Beteiligten ist, Senioren zu helfen, einen lebenswürdigen Lebensabend zu verbringen. Aber angesichts der Fülle an Aufgaben, an Inhalten, an, immer wieder neuen Ideen, neuen Formen von Hilfe, an Möglichkeiten der Erreichbarkeit der Menschen, um die es geht, bedarf es einer straffen Struktur, um effektiv arbeiten zu können. Je organisierter, je breiter aufgestellt. Hilfe ist, desto besser kann sie wirken. Aber das alles geht nicht zu hundert Prozent bereits innerhalb von drei Monaten nach dem Workshop. Vieles ist bereits echt gut angelaufen. So stehen alle Beteiligten in den Startlöchern.

Wie bei vielen anderen Projekten von Aktion Familie hat sich die Projektgruppe Herzenswege aufgestellt nach dem Prinzip der Hutträger. Diese stehen für Aufgabenfelder wie Finanzen, Öffentlichkeitsarbeit, Vernetzung und Kooperation, Service, Veranstaltungen, Beratung/Begleitung/Weitervermittlung, telefonische und persönliche Sprechstunde, Spendenakquise und Sponsorenpflege, Beraterteam, Herzenscafé, Materialien, Vernetzung und Kooperation. Diese Aufgabenfelder haben einen Hutträger und Projektgruppenmitglieder, die sich aktiv einbringen. Dazu kommen noch als Haupthutträger zwei Mitglieder der Projektgruppe, wo alle Fäden zusammenlaufen und die Gesamtkoordination liegt. Alle Hutträger bilden eine Steuerungsgruppe, die eng mit den beiden Projektpartnern Stadtverwaltung und Barmer zusammenarbeitet. Außerdem gehören in diese Struktur alle Sponsoren, alle Helfer, die oft nur temporär begrenzt dabei sein wollen und die Unterstützer. Das sind Firmen aus der Region, die mit Preisnachlässen, Gutscheinen oder anderen Vergünstigungen helfen, das Projekt, gemeinsam mit den beiden Projektpartnern und allen Sponsoren , auf einer soliden finanziellen Basis zu ermöglichen.


Was wurde schon umgesetzt?


- Engagierte Projektgruppe steht plus eigene Struktur
- Hauptteil der Konzeption steht
- Persönliche und telefonische Sprechstunde ist angelaufen und wird regelmäßig angeboten, Nutzung muss und wird besser werden
- Gesprächsleitfaden für Senioren mit bestimmten Bedarfen erarbeitet
- Herzenscafé läuft super
- Viele neue Kontakte entstanden, zu Partnern und Senioren
- Infomaterial wurde entwickelt und zu einem großen Teil verteilt
- Stadtverwaltung und Barmer als Partner gewonnen
- Herzenswege ist und bleibt ein Projekt von Aktion Familie, aber unabhängig von Gmünder machen Wünsche wahr, Kooperation mit diesem Projekt
- Mehrere Einzelfallhilfen bereits abgeschlossen, andere werden gerade bearbeitet (Beispiele dazu im Pressegespräch)
- System an Unterstützern am Aufbau, bereits eine Zahl von zwölf erreicht, von Friseur über Fußpflege, Optiker, Metzgereien, Cafés, Apotheken, Zahnarztpraxen und, und, und (Komplettübersicht auf unserer zukünftigen homepage)
- Vernetzungsangebot an soziale Einrichtungen und Projekte erfolgreich auf den Weg gebracht
- Eigene Emailadresse: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


Was wird noch umgesetzt:


- Weiterer Ausbau des Infosystems, um noch stärker an unsere Zielgruppe zu gelangen
- Fertigstellung des zweiten Flyers, über uns als Projektgruppe
- Endgültige Verortung der Spendengelder bei Hospitalstiftung, aber vollkommen eigenständig und transparent, mit eigenem Verantwortlichen für Finanzen aus den Reihen der Projektgruppe
- Fertigstellung und Freischaltung unserer homepage (www.herzenswege-gmuend.de)
- Monatliches Herzenscafé wird fortgesetzt
- Vorstellung des Gmünder Projektes in der landesweiten Frühjahrstagung der Arbeitsgemeinschaft Netzwerk lokale Bündnisse für Familie Baden-Württemberg
- Unterstützersystem wird weiter ausgebaut, auch in den Stadtteilen, ortsnahe vergünstigte Angebote
- Vorstellung des Projektes in jedem Stadtteil – Generationenbüro/Bezirksamt
- Vernetzungsgespräche mit Seniorennetzwerk und Projektgruppe „Gmünder machen Wünsche wahr“
- Angebot an Ausbildung von Ehrenamtlichen, die Senioren begleiten oder besuchen, diesbezüglich wird der evangelische Verein als Kooperationspartner vor der Sommerpause zu einem Gespräch eingeladen
- Spendenakquise wird verstärkt
-Mit den beiden Hauptpartnern Stadtverwaltung und Barmer wird ein Kooperationsvertrag unterzeichnet
- Vorbereitung von ein bis zwei größeren Events, zum Sammeln von Spendengeldern und zum weiteren Bekanntmachen des Projektes Herzenswege
- Vorbereitung der Aktivitäten für Advents – und Weihnachtszeit, je nach den Bedürfnissen der Zielgruppe

Es ist ein tolles Projekt, das Menschen helfen kann und wird, wenn sie bekannt sind und Hilfsangebote annehmen wollen. Das Projekt gibt Senioren viel, emotional und finanziell, und es gibt genau so viel all denen, die an diesem Projekt beteiligt sind - die Kooperationspartner, die Sponsoren, die Unterstützer, die Menschen, die die Projektgruppe informieren, wie und wo geholfen werden muss, die Senioren Mut machen, in die Sprechstunde zu kommen. Einfach allen, die zeigen, Senioren haben Würde, Respekt, gesundes Essen, warme Kleidung, Teilhabe am Leben und einen menschlichen Lebensabend verdient. Für die Mitglieder der Projektgruppe Herzenswege ist es eigentlich gar kein Projekt, es ist für alle, die dabei sind, selbst ein Geschenk, für andere da sein zu dürfen, helfen zu dürfen, die Dank-barkeit und das Glück von Menschen erleben zu dürfen, wenn sie ein bisschen beschenkt werden, und sei es nur durch ein paar Minuten Zeit oder eine Tasse Kaffee, gemeinsam mit anderen.

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